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Zwischen Schule & Beruf

Ein Neuanfang

Nachdem ich mich vor einigen Monaten nach langer Überlegung für ein Jura-Studium entschieden habe, fing dann die aufregende Phase der Bewerbung an.
Die Uni stand fest: ich bleibe in Hannover. Nicht für immer sicherlich, aber für das Studium auf jeden Fall. Ich habe hier meine Freunde, meine Familie und meinen Arbeitsplatz.
Ich habe meine Unterlagen zusammengesucht und alles fristgerecht eingereicht.
Als das alles erledigt war, begann die nächste Phase: WARTEN. Ein ganz schreckliches Gefühl, auch wenn ich mir zu 95 Prozent sicher war, dass ich einen Studienplatz bekommen würde aufgrund der hohen Anzahl meiner bisherigen Wartesemester. Dennoch musste ich zwei Monate lang auf eine Zusage warten, bis ich am Tag nach meinem Geburtstag Anfang August endlich den Zulassungsbescheid im Briefkasten hatte. Nun war nicht mehr viel zu erledigen: die anfallenden Studien- bzw. Unigebühren überweisen, die Krankenversicherungsbescheinigung anfordern und natürlich die unterschriebene Annahme des Studienplatzes abgeben. Dann eine weitere kurze Wartephase bis ich den endgültigen Bescheid inklusive meines Semestertickets und allem, was ich für den Studienstart brauche, bekam.
Mitte Oktober geht‘s nun also los, ich mit meinen 28 Jahren werde wieder Studentin sein, zusammen mit anderen, vermutlich viel jüngeren Erstsemesterstudierenden in die Orientierungswoche starten und dann richtig loslegen. Denn Anfang Dezember stehen schon die ersten Probeklausuren an. Aber das Witzigste ist: ich freue mich unglaublich drauf. Ich will studieren, ich will lernen und bin motiviert wie nie zuvor. Das wird eine unglaublich aufregende, aufreibende und sicher auch lange Zeit werden. Aber ich weiß, wofür ich es mache!

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 10, 2019

Zwischen Schule & Beruf

Die Entscheidung steht

„Antrag auf Immatrikulation zum Wintersemester 2019/20“ – ich habe mich online für das Studienfach Rechtswissenschaften beworben und muss nun noch einige Formulare abgeben und ausfüllen. Darunter eine beglaubigte Zeugniskopie (herrje, ich hab vor 8 Jahren mein Abitur gemacht!) und ein Lebenslauf, der aufzeigt, was ich seit meinem Abi gemacht habe. Also muss ich zu allen Entscheidungen stehen, die ich getroffen habe und angeben, was ich bisher wann und wie lange studiert habe. Und ich muss begründen, warum ich mich mit 28 Jahren noch einmal für ein neues, drittes Studienfach einschreiben möchte. Klingt erst einmal echt doof, aber einige brauchen für solche Entscheidungen eben etwas länger.
Ich vergleiche mich oft, aber ungern, mit meinem besten Freund: Der hat direkt nach seinem Abitur mit dem Maschinenbaustudium angefangen und war mit 25 Jahren bereits Masterabsolvent. Währenddessen habe ich es geschafft, zwei verschiedene Studiengänge anzufangen und abzubrechen und eine Ausbildung zu absolvieren. Das ist echt ein fieser Vergleich, wenn man beides direkt nebeneinander sieht, aber es ist okay für mich, denn wir sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere. Und hätte ich die beiden anderen Studiengänge nicht angefangen, könnte ich sie auch nicht ausschließen.
Dadurch weiß ich jetzt, was ich möchte und ich bin mir sicher, dass ich das Jurastudium schaffen kann – wenn ich dieses Mal wirklich am Ball bleibe. Also, Backen zusammenkneifen und los geht‘s. „Ersti“ heißt es dann wieder ab Oktober – neben den ganzen frisch gebackenen Abiturienten.

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 27, 2019
Autor: Nina
Rubrik: orientieren
Jun 27, 2019

Zwischen Schule & Beruf

Plötzlich Gewerkschaftsmitglied

Im Kino wurde ich vom Betriebsrat in den Gesamtbetriebsrat entsendet, der einmal monatlich tagt. Dort war nun vor einigen Monaten ein Abgesandter von ver.di vor Ort und machte groß Werbung für die Tarifkommission.
Zur Erklärung: Der Tarifvertrag zwischen der ver.di und der Kinokette, bei der ich arbeite, ist Ende 2018 ausgelaufen und seitdem stecken beide Parteien in erneuten Tarifverhandlungen. Am Verhandlungstisch sitzen die entsendeten Verhandlungsgruppen der Tarifkommission und vom Kino selbst. Die Tarifkommission entscheidet also über das Vorgehen der Verhandlungsgruppe, über Lohnwünsche, Tätigkeitsbeschreibungen etc. Und in dieser sollte – wenn möglich – aus jeder Filiale ein Abgesandter sein, was aus meinem Haus bisher nicht der Fall war.
Und so bin ich vor vier Monaten in einer Spontanaktion der ver.di beigetreten und habe mich gleichzeitig bereiterklärt, die Abgesandte zu sein. Ich habe nun an einigen Sitzungen der Tarifkommission teilgenommen und bin zuständig für die örtlichen Streiks. Das ist ziemlich viel Verantwortung, es macht unglaublich Spaß, ist aber auch stressiger als ich dachte.
Noch vor zwei Jahren hätte ich nicht gedacht, dass ich einmal so viel Verantwortung tragen würde. Ich bin stolz darauf, was ich erreicht habe und wie viel Vertrauen man in mich setzt. Ich bin über die Jahre nun selbstbewusster geworden und weiß, was ich kann und was ich bereit bin zu leisten. Das ist für mein Berufsleben von enormer Bedeutung. Es ist gut zu wissen, was man kann und was der Arbeitgeber an einem hat.

Autor: Nina  |  Rubrik: orientieren  |  Jun 21, 2019