Auf das Thema seiner Bachelorthesis ist Stefan Noack über die eigene Familiengeschichte gestoßen: „Die Hafenstadt Saint Nazaire in Frankreich ist im Zweiten Weltkrieg bis wenige Tage nach Kriegsende von den Deutschen besetzt gewesen. Mein Urgroßvater war dort stationiert, darum hat mich dieses historische Ereignis gereizt.“ Bis dahin war wenig über das Thema geforscht worden. Der 24-Jährige hat deutsche und französische Literatur und Infoquellen für seine Arbeit herangezogen und ausgewertet – und mit der Materialrecherche begonnen, bevor er die Bachelorthesis angemeldet hat. „Nur dann kann man einschätzen, ob sich das gewählte Thema in der verfügbaren Zeit bewältigen lässt“, sagt er.
Anhand von zwei Romanen und einer Autobiografie untersuchte Stefan Noack den Umgang mit den damaligen Ereignissen im Deutschland der Nachkriegszeit. „Um den historischen Hintergrund zu erarbeiten, habe ich auf verschiedene Werke der Sekundärliteratur zurückgegriffen, vor allem aus Frankreich“, erzählt Stefan Noack. Die Bücher hat er sich zum Großteil über die Fernleihe der Bibliothek zukommen lassen, manche auch gekauft. „Außerdem habe ich im Archiv der Akademie der Künste in Berlin nach Informationen recherchiert und war im Deutschen Rundfunkarchiv in Potsdam, wo ich Tonbandaufzeichnungen abgehört und mitgeschrieben habe.“ Wichtige Texte hat er kopiert, Zitate, die er für die Arbeit verwenden wollte, rausgeschrieben und geordnet.
Dann ging es an die Gliederung der Informationen und den Aufbau seiner Abschlussarbeit. „Zunächst habe ich einen Überblick über den historischen Hintergrund gegeben und mich dann nacheinander mit den drei Hauptquellen und ihren Autoren auseinandergesetzt. Es ging darum: Wie gibt der Autor die Ereignisse in Saint Nazaire wieder? Inwieweit korreliert die Darstellung im Buch mit der Historie? Den Autoren Otto Gotsche etwa, einen Schriftsteller und Politiker der DDR, musste ich auf jeden Fall politisch einordnen.“ Seine aufwändig recherchierte Arbeit wurde schließlich mit der Note 1,3 bewertet.






