service

Rubrik Lehrer und Eltern

studienwahl.de

Studiengangsuche in
studienwahl.de
wie, wo, was?
 
Erweiterte Suche
  • bei Facebook empfehlen
  • bei Twitter empfehlen
  • bei schülerVZ empfehlen
  • bei MySpace empfehlen
Neue Studiengänge Erziehung, Pflege und Therapie

Besser qualifiziert für den Job

Mit kleinen Kindern Theater spielen. Mit ihnen basteln. Und ihnen spielerisch etwas über verschiedene Tierarten beibringen. Dinge wie diese stehen auf dem Stundenplan von Martin Böhme. Der 27-Jährige studiert im siebten Fachsemester "Erziehung und Bildung im Kindesalter" an der Fachhochschule Alice Salomon in Berlin.

Auf dem Bild sieht man ein Holzblock, in dem verschiedenfarbige Buntstifte stecken.

Wer studiert qualifiziert sich besser für die heutigen Herausforderungen in Gesundheits- und Erzieherberufen — und erhöht möglicherweise die eigenen Chancen auf besser bezahlte Jobs.

Foto: WillmyCC

Zugangsvoraussetzung dafür war ein sechsmonatiges Praktikum und während des Studiums folgten zwei weitere Praktika, unter anderem in einem Kindergarten. Doch neben der Praxis lernt der Student auch jede Menge Theorie. Zum Beispiel, wie unsere Nachbarländer ihre Kinder im Vorschulalter betreuen. Oder welche Ideen Forscher für eine moderne Erziehung haben. Wenn alles gut läuft, wird Martin Böhme schon im Herbst zwei Abschlüsse in den Händen halten: den Titel als staatlich anerkannter Erzieher und den Bachelor of Arts.

Aber Moment mal: Erziehung studieren? Gibt es dafür nicht eine schulische Ausbildung? Das stimmt. In den vergangenen Jahren hat sich jedoch viel getan: Nicht nur im Bereich Erziehung, auch in Pflege und Therapie werden mittlerweile zahlreiche Studiengänge angeboten. Die Idee: Wer studiert, statt eine rein schulische Ausbildung zu machen, hat nachher ein größeres theoretisches Wissen und erhöht möglicherweise die eigenen Chancen auf besser bezahlte Jobs und Führungspositionen.

„Die Aufgaben in diesen Bereichen sind in den letzten Jahren immer komplexer geworden, die Ansprüche an das Personal höher“, bestätigt Professorin Margret Wintermantel, Leiterin der Hochschulrektorenkonferenz in Bonn. „Studienprogramme, die sich an den vielfältigen Anforderungen der beruflichen Praxis orientieren, sind deshalb eine sinnvolle und notwendige Ergänzung zu den traditionellen Ausbildungswegen.“

Hinzu kommt, dass die meisten Länder Europas in diesen Bereichen schon seit längerem auf eine Hochschulbildung setzen, zum Beispiel in der Pflege. „Die schulische Pflegeausbildung gibt es nur noch in Luxemburg und in Deutschland“, berichtet Johanna Knüppel vom Deutschen Berufsverband für Pflegeberufe. „Alle anderen bilden akademisch aus. Deutschland ist somit Schlusslicht.“ Auch Ergotherapeuten werden in anderen Ländern meist an Hochschulen ausgebildet, ergänzt Jürgen Ungerer vom Deutschen Verband der Ergotherapeuten in Karlsbad. Von der Akademisierung der Ausbildung erhoffen sich Berufsverbände und Politiker daher Anschluss an das internationale Fachniveau und auch bei uns ein besseres Image der Berufe in Pflege, Therapie und Erziehung.

Studium schützt besser vor Arbeitslosigkeit

Doch noch werden schulische und akademische Ausbildungswege parallel angeboten. Welchen Vorteil hat also der Einzelne von einem Studium? „Ein

Das Bild zeigt ein Portait von Bärbel Orphal.

Bärbel Orphal

Foto: Privat

Studium schützt grundsätzlich besser vor Arbeitslosigkeit als ein niedrigerer

Bildungsabschluss und qualifiziert für inhaltlich anspruchsvollere Aufgaben“, sagt Bärbel Orphal, Berufsberaterin für Abiturienten und Hochschüler von der Arbeitsagentur Berlin-Mitte. Das gelte grundsätzlich für alle Berufe. Speziell in Therapie und Pflege werde man mit einem Studium aber auch den heutigen Anforderungen besser gerecht. „Es liegt doch auf der Hand: Es wird immer mehr ältere Menschen geben – der Bedarf an qualifiziertem Pflegepersonal steigt, ebenso der Bedarf an Akademikern für Aufgaben wie im Pflegemanagement.“

Einen wachsenden Fachkräftebedarf sieht auch Arbeitsmarktexpertin Judith Wüllerich von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg: „Der Arbeitsmarkt entwickelt sich sowohl im Bereich Pflege und Therapie als auch im Bereich frühkindliche Erziehung positiv.“ Gerade im Pflegesektor trage schon allein der demographische Wandel zu einem steigenden Bedarf bei. „2009 waren fast ein Viertel mehr Stellen für Altenpfleger gemeldet als noch 2008.“ Auch im Bereich der Elementarpädagogik mache sich eine erhöhte Nachfrage bemerkbar. „So ist die Zahl der in diesem Bereich bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldeten Stellen gegenüber dem Vorjahr um gut elf Prozent gestiegen.“

Bessere Aufstiegschancen?

Wer eine akademische Ausbildung hat, könnte dabei Vorteile haben, glaubt Berufsberaterin Orphal. Immerhin steige gerade in gesundheitlichen und pflegerischen Einrichtungen der wirtschaftliche Druck. „Deswegen werden dort verstärkt Leute gesucht, die Ahnung von Abrechnungen, Controlling und Management haben – und gleichzeitig wissen, was Pflege in der Praxis bedeutet.“ Ähnliches gelte für den Bereich Erziehung. „Wer die Theorie von Erziehungskonzepten gelernt hat, kann zum Beispiel in einer Kindertageseinrichtung die bestehenden Konzepte anpassen oder neue erarbeiten.“ Denn das kann ein weiterer Vorteil des Studiums sein: Mit einem wissenschaftlichen Hintergrund kann man möglicherweise schneller in eine Führungsposition rutschen.

Bis es jedoch so weit ist, haben Abiturienten die Qual der Wahl. Denn bislang sind die Angebote an den Hochschulen häufig schwer durchschaubar, wie Berufsberaterin Evelyn Stark von der Agentur für Arbeit in Leipzig bemerkt. So fallen je nach Hochschule, abhängig etwa davon, ob es eine private oder staatliche Einrichtung ist, unterschiedlich hohe Studiengebühren und Semesterbeiträge an, die von ein paar hundert Euro pro Semester bis hin zu tausenden Euro pro Semester schwanken können. Doch auch die Zulassungsbedingungen, Inhalte des Studiums und Abschlüsse sind selbst innerhalb eines Fachbereichs sehr unterschiedlich. Außerdem haben die Studierenden häufig die Möglichkeit, das Studium berufsbegleitend zu absolvieren oder als duales Studium. An der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg beispielsweise können Abiturienten den Bachelorstudiengang „Gesundheits- und Pflegewissenschaften“ belegen – ein ausbildungsintegrierendes Vollzeitstudium. Das heißt: Parallel zum Studium machen Studierende eine Ausbildung und erhalten nach acht Semestern den „Bachelor of Science“ sowie einen Abschluss in einem staatlich anerkannten Gesundheitsfachberuf. Für den Bachelorstudiengang „Pflege- und Gesundheitsmanagement“, zum Beispiel an der Fachhochschule Würzburg-Schweinfurt, muss man eine abgeschlossene Berufsausbildung nachweisen, bevor man überhaupt studieren kann. Nach sieben Semestern und einem erfolgreichen Abschluss gibt es den „Bachelor of Arts“.

Berufsberaterin Stark rät auch angesichts dieser Vielfalt, sich die Angebote genau anzuschauen. „Interessierte sollten sich gut informieren, was die genauen Inhalte des Studiums sein werden und ob diese sie an ihre gewünschten Ziele bringen.“ Man müsse sich auch klar sein, dass eine akademische Ausbildung häufig mehr koste als eine schulische. „Außerdem muss man bereit sein, intensiv in die Hochschulbildung zu investieren.“ Dadurch dauere ein Studium länger und sei auch stets mit jeder Menge Paukerei verbunden. „Dann muss jeder für sich persönlich entscheiden, ob die akademische Ausbildung der passende Weg ist.“

News RSS-Feeds abonnieren (Öffnet sich in neuem Fenster)

Security and Privacy

Besser studieren mit Geld aus der Wirtschaft

Events

EINSTIEG Abi

Fernstudientag

Veranstaltungsübersicht

Links & Infos