Philipp Macke ist der Profi anzumerken: Während er sich Kaffee eingießt, erklärt er drei Studierenden im Hörsaalgebäude der Uni Göttingen, was es mit der Studenteninitiative Market Team auf sich hat. „Wir machen tolle Projekte, bei denen man sich in Teamwork und Organisieren übt, man lernt nette Leute kennen und es macht sich gut im Lebenslauf.“ Philipp Macke, der am Market-Team-Stand ein schwarzes Polohemd mit der Aufschrift „Geschäftsstelle Göttingen“ trägt, ist in seinem Element – und er scheint Erfolg zu haben. Die drei Studierenden sind interessiert und nehmen sich einen Flyer, auf dem die Initiative die Termine der nächsten Treffen ankündigt. Market Team ist eine fächerübergreifende Studenteninitiative, die es sich zum Ziel gesetzt hat, den Austausch zwischen Universität, Studierenden und Wirtschaftsleben zu fördern. Die bundesweit 1.000 Mitglieder organisieren an unterschiedlichen Standorten gemeinsam mit
Unternehmen Vorträge, Exkursionen, aber auch Workshops. Neben Rhetorik- und Präsentationskursen wird beispielsweise auch Fachspezifisches angeboten, etwa ein Nahtkurs für Medizinstudierende.
„Zwei Leute haben schon gesagt, dass sie heute Abend direkt zur Teamsitzung vorbeikommen, viele wollen sich unseren Infoabend ansehen“, freut sich Philipp Macke. Die Idee, einen Kaffeestand im Foyer des Hörsaalgebäudes aufzubauen und so Aufmerksamkeit auf die Initiative zu ziehen, scheint gut zu funktionieren. Viele Studierende drängen sich um den Tisch, den der 23-Jährige gemeinsam mit drei anderen Market-Team-Mitgliedern aufgebaut hat. Ausgebreitet vor ihnen liegen neben Plätzchen und Chips Flyer und Broschüren. Um im Dschungel der studentischen Initiativen, die an einer großen Universität wie Göttingen angeboten werden, aufzufallen, müsse man den Kommilitonen einiges bieten, weiß Philipp Macke.
In der Praxis lernen
Der Student ist seit zweieinhalb Jahren Mitglied bei Market Team, er studiert im sechsten Semester BWL und schreibt gerade an seiner Bachelorarbeit. Auf sein Engagement bei MT, wie Market Team von den Mitgliedern kurz genannt wird, möchte er trotzdem nicht verzichten: „Dazu macht es mir zu viel Spaß und ich mag die Leute zu gerne.“ Dass er sich einmal so für die Initiative engagieren würde, hätte er anfangs nicht gedacht – da ging es ihm nämlich hauptsächlich darum, mit seinem Engagement den Lebenslauf aufzuhübschen. „Dann habe ich gemerkt, wie wichtig es ist, Dinge, die ich im Studium gelernt habe, in der Praxis anzuwenden. Außerdem habe ich meine Rhetorik und meine Körpersprache verbessert, weil ich oft mit fremden Leuten zusammentreffe. Man wird auch selbstbewusster." Während eines Praktikums im Personalbereich, das er in den Semesterferien absolvierte, waren viele Aufgaben für ihn bereits eine Selbstverständlichkeit, so dass er sich schnell eingearbeitet hatte: „Konzepte schreiben kann ich dank meiner Tätigkeit bei MT ohne Probleme. Die Vorgesetzten fanden auch gut, dass ich geübt bin im Organisieren und bereits im Team gearbeitet hatte“, erzählt Philipp Macke, während er weiterhin Kaffee verteilt. Auch er ist durch einen Kaffeestand auf das Market Team aufmerksam geworden. Das Gespräch mit dem damaligen Vorsitzenden beeindruckte ihn nachhaltig und so besuchte er eine der wöchentlichen Sitzungen, in denen neue Projekte wie Workshops, Seminare und Ausflüge geplant wurden – mit dem Ziel, den Kommilitonen einen Einblick ins Berufsleben zu ermöglichen.
Trotz Engagement Regelstudienzeit eingehalten
Für das Market Team investiert Philipp Macke drei bis vier Stunden pro Woche. Vor einer Veranstaltung, die er organisiert, können es auch schon mal 30 Stunden sein. Das stört ihn nicht, im Gegenteil: „Die Leute bei MT sind ja auch meine Freunde geworden, ich bin gerne mit ihnen zusammen.“ Überfordert fühlte er sich in den vergangenen zweieinhalb Jahren deshalb nicht, „einmal weil es mir Spaß macht und zum anderen weil sich, sollte ich einmal wirklich keine Zeit haben, immer jemand findet, der mir Arbeit abnimmt“.
Bald hat Philipp Macke sein Bachelorstudium beendet. Trotz seines Engagements hat er – das war ihm wichtig – die Regelstudienzeit eingehalten. In welche Stadt es ihn nach seinem Abschluss zieht, ist noch nicht sicher. Fest steht allerdings, dass es dort auf jeden Fall auch eine MT-Gruppe geben muss, danach würde Philipp sogar den Studienplatz auswählen. „Andernfalls würde ich auf jeden Fall einen neuen Standort gründen. Ein Studium ohne MT kann ich mir nicht mehr vorstellen. Es ist für mich mehr als ein Hobby geworden."
„Kölner Runde“; Vereinigung der sieben größten studentischen Initiativen
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