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Promotion nach Fachhochschulabschluss

Flüssige Grundlagenforschung

René Eiswirth (29) hat es geschafft: Nach seinem Masterabschluss an der Fachhochschule Mannheim hat er eine Promotion an der Universität Kaiserslautern am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik begonnen.

René Eiswirth sitzt in einem Büro und lächelt in die Kamera. Hinter ihm steht eine Reihe Ordner.

Mit Forschung und Lehre ist er gut ausgelastet: René Eiswirth.

Foto: Privat

Das Recht, eine Promotion zu verleihen, besitzen nur die Universitäten. Doch obwohl es seit Jahren theoretisch möglich ist, dass auch Fachhochschulabsolventen nach ihrem Abschluss an einer Universität promovieren können, liegt ihr Anteil bei weniger als ein Prozent aller Promovierenden. Hohe Hürden und komplizierte Verfahren seitens einiger Universitäten halten die Quote niedrig. Zu den wenigen, die es trotzdem geschafft haben, gehört René Eiswirth. Vor drei Jahren konnte er seinen Vertrag am Lehrstuhl für Thermische Verfahrenstechnik an der Universität in Kaiserslautern unterschreiben.

Nach seiner Ausbildung zum Chemisch-Technischen Assistenten und ergänzend zum Umweltschutztechnischen Assistenten machte er die Fachhochschulreife und schrieb sich an der Fachhochschule Mannheim für den Studiengang Verfahrenstechnik ein. Als er sein Diplom abschloss, wurde an seiner Fachhochschule gerade das Masterprogramm aufgelegt, und er entschloss sich, in drei weiteren Semestern den Master of Science in Chemical Engineering dranzuhängen: „Dabei ging es mir in erster Linie um bessere Chancen auf dem Arbeitsmarkt“, erklärt René Eiswirth.

Wissenschaftliches Arbeiten

Waren es beim Master noch die Berufsaussichten, die ihn motivierten, ging es bei der Entscheidung für die Promotion vielmehr um das wissenschaftliche Arbeiten: „Der Doktortitel ist sicherlich kein Muss, um eine Stelle zu bekommen. Zur Promotion habe ich mich entschlossen, weil ich in dem Fachgebiet einfach noch weiter kommen wollte.“ Dass man auf der Karriereleiter mit einem Doktortitel ein paar Sprossen höher klettern kann, mag zwar stimmen, reiche aber sicherlich nicht als Motivation, um die drei bis fünf Jahre durchzuhalten: „Man muss sich darüber im Klaren sein, dass man sich über einen langen Zeitraum mit einem Thema befasst und dieses auch erfolgreich zu Ende führen muss.“

Der erste Kontakt zu Professor Hans-Jörg Bart, seinem heutigen Doktorvater, lief über einen ehemaligen Dozenten an der Fachhochschule. Bevor er zur Promotion zugelassen wurde, musste René Eiswirth zwei Prüfungen absolvieren, eine im Bereich „Thermische Verfahrenstechnik“ und eine in „Strömungslehre“. „Die beiden Prüfungen sind wichtig für mein Promotionsthema“, räumt er ein, die hätte er so oder so abgelegt. Zudem wurde seine Masterarbeit unter die Lupe genommen und auch seine Noten beim Diplom spielten bei der Bewerbung eine Rolle.

Seit drei Jahren ist René Eiswirth nun wissenschaftlicher Mitarbeiter im Forschungsbetrieb. Seine Aussage, er sei gut ausgelastet, ist wohl eine Untertreibung, denn eine Promotion bedeutet, dass die Doktoranden neben ihrer Forschung auch Aufgaben im Lehrbetrieb übernehmen – also beispielsweise Klausuren korrigieren – , englischsprachige Vorträge auf nationalen und internationalen Tagungen halten und regelmäßig Artikel in Fachzeitschriften veröffentlichen. In seiner Doktorarbeit beschäftigt sich der Ingenieur mit Grundlagenforschung, bei der es – stark vereinfacht – darum geht, wie sich Tropfen in Flüssigsystemen verhalten. „Natürlich will man seine Arbeit vorantreiben“, meint er. Daher sei es völlig normal, dass eine Promotion keine Acht-Stunden-Stelle sei. Schwierig wird es, wenn das eigene Forschungsvorhaben in eine kritische Phase gerät: „Dann braucht man Ausdauer, muss umdenken und ausprobieren!“

Dissertation und Disputation

In einem Jahr wird der Doktorand seine Promotion abschließen. Seine schriftliche Arbeit, die Dissertation, muss er dann während einer mündlichen Prüfung, der so genannten Disputation, verteidigen. Bei der Disputation haben alle Uni-Mitglieder ein Recht auf Anwesenheit und können Fragen stellen.

Später würde René Eiswirth gerne im Bereich Forschung und Entwicklung bleiben. Von potenziellen Arbeitgebern, die er von Tagungen und Vorträgen kennt, hat er bereits erste positive Rückmeldungen erhalten: „Wir forschen an aktuellen Fragestellungen, für die sich auch die Industrie interessiert“, weiß er. Vor allem für Unternehmen, die Destillationsanlagen betreiben, also beispielsweise Brauereien oder Brennereien, sind seine Kenntnisse über „Tropfen“ nämlich von großem Nutzen.

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