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Soziologie

Fachwissen vertiefen

Darf's noch ein bisschen mehr Bildung sein? Über die Hälfte aller Bachelorabsolventen starten gleich nach dem Abschluss in ein Masterstudium durch. Doch das gestufte Studiensystem gibt den Bachelors auch die Chance, zunächst Berufserfahrung zu sammeln und dann noch einen zweiten Abschluss draufzusatteln. Tatjana Frei (26) wollte nach dem Bachelor nicht warten. An der Uni Hamburg macht die Studentin momentan ihren Master in Soziologie.

Auf dem Foto ist ein Buch auf einem Pult zu sehen. Im Hintergrund sieht der Betrachter die Sitzreihen eines Hörsaals.

Und weiterlernen: Nach dem Bachelor schließen viele Studierende den Master an.

Foto: Zirkelbach

Die Soziologie hat es Tatjana Frei schon im Bachelorstudium in Leipzig angetan: „Ich habe Soziologie als Kernfach gewählt“, erzählt die 26-Jährige. Besonders die Methoden der empirischen Sozialforschung, also die Erhebung von Daten durch Beobachten oder Befragen, haben sie interessiert. „Darum war für mich bereits früh klar, dass ich ein Masterstudium anschließen möchte“, erklärt sie, „da ich mein Wissen vertiefen und mich insgesamt besser aufstellen wollte.“

Tatjana Frei trägt dunkles Haar und lächelt in die Kamera.

Tatjana Frei

Foto: Privat

Bevor sie sich allerdings für passende Masterangebote beworben hat, ging Tatjana Frei nach ihrem Bachelorabschluss zunächst für ein Jahr ins Ausland: Über das weltwärts-Programm des Bundesentwicklungsministeriums war sie bei einem Projekt in Indien dabei. Es ging darum, einheimische Ingenieure darin zu schulen, Abwasseranlagen einzurichten. „Ich sollte den Erfolg der Trainings evaluieren und habe dafür Befragungen unter den Ingenieuren durchgeführt“, erläutert sie. Eine klassische Soziologentätigkeit, die sie noch einmal in ihren weiteren Studienplänen bestärkt hat.

Für den viersemestrigen Masterstudiengang Soziologie an der Uni Hamburg hat sich Tatjana Frei von Indien aus beworben. „Die Anforderungen waren nicht ohne“, berichtet sie. Voraussetzungen sind nicht nur ein überdurchschnittlich guter erster Abschluss in Soziologie oder einem Fach mit soziologischem beziehungsweise sozialwissenschaftlichem Schwerpunkt sowie Kenntnisse in empirischer Sozialforschung und Statistik. Außerdem reichen Bewerber ein Motivationsschreiben ein und müssen ausreichende Kenntnisse der englischen Sprache nachweisen, um zum Beispiel englischsprachige Fachliteratur verstehen und Lehrveranstaltungen auf Englisch folgen zu können.

Projektarbeit und Auslandssemester

Inzwischen hat die Masterstudentin, die für die Finanzierung ihres Studiums auf BAföG, ihre Eltern und ihre Stelle als wissenschaftliche Hilfskraft zurückgreifen kann, ihr zweites Semester abgeschlossen. In den ersten beiden Semestern hat sie zunächst Vorlesungen und Seminare aus den Bereichen Theorie und Methodik besucht, zum Beispiel „multivariate Analyseverfahren“, „Qualitative Sozialforschung“ oder „Innovative Betriebe“. Aber etwa auch Seminare aus den Bereichen Arbeits- und Wirtschaftssoziologie. „Ich habe mein Interesse für wirtschaftswissenschaftliche Themen entdeckt“, berichtet sie. Die kommenden beiden Semester steht ein Projektseminar an, bei dem es darum geht, dass die Studierenden selbst eine Fragestellung entwickeln, Methoden auswählen, Daten erheben und einen Forschungsbericht schreiben. „Mich hat das Seminar ‚Innovative Betriebe’ auf eine Idee für ein Thema gebracht“, sagt Tatjana Frei. „Ich könnte mir gut vorstellen, empirisch zu ermitteln, ob Fahrradverleihsysteme in Städten wie Hamburg oder Kopenhagen tatsächlich rentabel sind.“

Kopenhagen deshalb, weil die Studentin dort im nächsten Semester einen freiwilligen Auslandsaufenthalt absolvieren wird. „Mein Auslandssemester läuft über das ERASMUS-Programm“, erklärt Tatjana Frei. „Mit dem internationalen Büro habe ich bereits geklärt, dass mir die in Kopenhagen erbrachten Leistungen angerechnet werden. Außerdem darf ich an meinem Forschungsprojekt auch von Dänemark aus arbeiten. Aber ganz einfach wird das sicher nicht.“ In Kopenhagen will die 26-Jährige vor allem Kurse besuchen, die mit Personalwesen zu tun haben. „Später kann ich mir gut vorstellen, im Personalbereich zu arbeiten, möchte vorher aber auf jeden Fall noch ein Praktikum in diesem Bereich machen.“

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