Für soziale und ökologische Produkte interessiert sich Leena Heinzelmann schon lange. Innerhalb ihres Masterstudiums untersucht sie im Moment die Marktanteile nachhaltigen Kaffees.
Foto: Rehm
„Vier verschiedene Siegel auf den Märkten von Deutschland, der Schweiz und Großbritannien – darüber brüte ich gerade“, seufzt sie. Die Studentin untersucht die Marktanteile nachhaltigen Kaffees in den unterschiedlichen Ländern. Das Thema ist umfangreich, auf die Ergebnisse ist sie gespannt. Denn soziale und ökologische Produkte interessieren Leena Heinzelmann schon lange. Bereits während ihres Bachelor-Studiums – nach dem Abitur 2005 studierte sie an der Ludwig-Maximilians-Universität in München Kommunikationswissenschaft – rückten sie in den Mittelpunkt. Ein Praktikum bei einer Unternehmensberatung, die sich der Nachhaltigkeit verschrieben hat, und ihr Einsatz bei „Menschen für Menschen“, der Äthiopienhilfsorganisation von Karlheinz Böhm, haben den Ausschlag gegeben. Das Münchner Büro unterstützt sie weiterhin als freie Mitarbeiterin im Bereich Öffentlichkeitsarbeit.
Von da an war es nicht mehr weit zum Europäischen Masters Programm in Consumer Affairs (Eureca), was so viel wie Verbraucherangelegenheiten heißt. Der Studiengang wird länderübergreifend angeboten, vier Universitäten beteiligen sich. Aarhus in Dänemark, Wageningen in den Niederlanden, Warschau in Polen und München/Weihenstephan setzen unterschiedliche Schwerpunkte im Bereich der Marktforschung, Marketing und Management. Die Technische Universität München bietet die Spezialisierungen Consumer, Technology and Innovation und Sustainable Consumption an.
Unterrichtssprache Englisch
Dass Englisch die Unterrichtssprache ist, gehört dazu: Alle vier Semester werden in der Weltsprache unterrichtet. Für Leena Heinzelmann kein Problem. Sie ist weit gereist, hatte ein Jahr lang eine Highschool in Michigan/USA besucht, im Bachelor-Studium ein Semester in Paris verbracht und in Barcelona einen dreimonatigen Sprachkurs absolviert.
Das erste Semester an der TUM war dem Grundlegenden gewidmet: Statistik, wissenschaftliches Arbeiten, Verbraucherforschung und -politik, die rechtliche Seite des Verbraucherschutzes und natürlich das Verhalten der Konsumenten. Im zweiten Semester hat sich Leena Heinzelmann auf Sustainable Consumption spezialisiert. Dieses Wissen nutzte sie als Basis für das Auslandssemester „Food Policy und Management“ in Warschau. „Wir waren ein bisschen die Exoten, aber es war total toll!“, erzählt sie begeistert.
Auch wenn ihr auf Polnisch nur ein einziger Satz flüssig über die Lippen kommt („Entschuldigen Sie, ich spreche kein Polnisch“), haben Kultur und Menschen bleibenden Eindruck hinterlassen. Die Lebensweise im ehemaligen Ostblock-Land, die deutsch-polnischen Beziehungen – alles ergänzt den Lernstoff. Im Herbst hat das vierte Semester begonnen, in dem Leena Heinzelmann ihre Masterarbeit schreibt. Das Thema Kaffee hat ein Praktikum bei TransFair in Köln angestoßen. Der Verein zur Förderung des Handels mit der Dritten Welt – also einer Nichtregierungsorganisation – vergibt das Fairtrade-Siegel für fairen Handel. Benachteiligte Kleinbauern und Arbeiter in Asien, Afrika, Ozeanien und Lateinamerika sollen gefördert, ihre Lebensbedingungen verbessert und die Nachhaltigkeit der Produktion gesichert werden.
Mit diesen Zielen kann sich Leena Heinzelmann, die im Frühjahr die Öffentlichkeitsarbeit unterstützt und bei der Kampagne „faire Frühstückswochen“ mitgearbeitet hatte, gut identifizieren. Nach ihrem Abschluss möchte sie weiter im Bereich Nachhaltigkeit arbeiten: „Ich bin recht optimistisch!“ Mit gutem Grund. Auf der Homepage der TUM werden nationale und internationale Arbeitsmöglichkeiten als „sehr gut“ eingeschätzt. „Potenzielle Arbeitgeber sind grundsätzlich alle Organisationen, die sich mit Konsumenten und Konsum beschäftigen. Dazu zählen nicht nur die öffentliche Verwaltung (Land, Bund), sondern auch Unternehmen, Nichtregierungsorganisationen und Forschungseinrichtungen“, heißt es dort.






