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Für die Verständigung der Völker

Milarepas Biographie
Beim Studium der Tibetologie befasst man sich unter anderem mit dem Erlernen der tibetischen Sprache.
Foto: Annika Voßen

Tibetologie

Für die Verständigung der Völker

Offenheit, Durchhaltevermögen und Eigeninitiative helfen Marina Borell bei ihrem Studium. Die 26-Jährige hat sich für das kleine Fach der Asienwissenschaften mit dem Begleitfach Tibetologie entschieden.

Reisen statt Mathe: Nach ihrem Abitur in Hamburg hat sich Marina Borell gegen ein Mathematikstudium entschieden und machte sich stattdessen auf in die Welt. In Taiwan hat sie unter anderem ein Jahr Work & Travel gemacht – „das hat mich geprägt und meinen Horizont erweitert“. Wieder zu Hause entschied sie sich daher, Asienwissenschaften mit dem Begleitfach Tibetologie an der Universität Bonn zu studieren.

Die Kultur und Geschichte des abgeschiedenen Landes im Himalaya-Gebirge reizten sie – und besonders, dass das entsprechende Studienfach zu den Exoten gehört: „Ich fände es sehr schade, wenn ein Fach wie Tibetologie ausstirbt. Inzwischen ist die Welt so vernetzt – wie soll da Kommunikation und Kulturverständigung stattfinden, wenn man nicht versteht, was in einem anderen Land passiert? Dafür braucht es Experten“, meint die 26-Jährige. Inzwischen hat sie das dritte Semester ihres Bachelorstudiums abgeschlossen.

Familiäre Atmosphäre

Ein Porträt-Foto von Marina Borell

Marina Borell

Foto: Annika Voßen

Die Abteilung für Mongolistik und Tibetstudien ist eine von insgesamt acht Abteilungen, die gemeinsam den Bachelorstudiengang Asienwissenschaften in Bonn anbieten. Das Studium gliedert sich in Pflichtmodule – neben der Sprache sind das etwa Vorlesungen für alle Studierenden des Kernfachs zur Geschichte und zur modernen Entwicklung Asiens – und Wahlpflichtmodule, in denen man seinen Fokus auf Wirtschafts- und Sozialwissenschaften oder Rechtswissenschaften legen kann. Unterrichtssprachen sind Deutsch oder Englisch.

167 Studienanfänger starteten im Wintersemester 2015/16 in den Asienwissenschaften in Bonn, davon 14 in der Tibetologie. „Einen Großteil des Studiums macht das Erlernen der tibetischen Sprache und Schrift aus. Wobei man nicht erwarten sollte, dass man schon nach einigen Semestern fließend sprechen und schreiben kann“, erklärt die Studentin und fügt hinzu: „Aber je weiter man kommt, desto mehr Spaß macht es.“ Sie erinnert sich noch sehr gut an das Erfolgserlebnis, als sie im zweiten Semester plötzlich den Aufbau der Sprache verstand.

Marina Borell ist mit ihrer Studienwahl sehr zufrieden: „Das Institut ist sehr familiär, man kennt sich untereinander. Bei so wenigen Studierenden können sich die Dozenten natürlich viel Zeit für einen nehmen.“ Was man neben Durchhaltevermögen für das Studium brauche, seien Offenheit und Eigeninitiative. „Man muss wissen, was man will. Wenn man zum Beispiel ein Auslandssemester in Tibet, Nepal oder Indien machen möchte, gibt es schon einige Angebote – man muss sich aber die verschiedenen Informationen selbst zusammensuchen und sich darüber mit Dozenten und ehemaligen Studierenden austauschen“, erzählt sie.

Optimistisch in die Zukunft

Um Geld zu verdienen und erste Berufserfahrung zu sammeln, hat Marina Borell vor Kurzem eine Tätigkeit als wissenschaftliche Hilfskraft in der Bibliothek begonnen. Was sie später einmal machen möchte, weiß sie noch nicht. Voraussichtlich will sie noch den Master in Tibetologie anschließen, in Bonn oder anderswo. „Dann würde es mich reizen, in der Forschung oder im Ausland zu arbeiten. Ich kann mir aber auch vorstellen, noch etwas anderes zu lernen und Tibetologie mit einer anderen Disziplin zu kombinieren, Tourismus beispielsweise.“

Die Studentin sieht optimistisch in die Zukunft, sie ist sich sicher, dass sich verschiedene Berufsperspektiven für sie herauskristallisieren werden. „Ich weiß, es gibt nicht nur einen Weg, sondern ganz viele Möglichkeiten. Von daher glaube ich auch nicht, dass ich später Probleme haben werde, einen Job zu finden. Denn ich beschäftige mich mit etwas, das mir Spaß macht“, sagt sie überzeugt.

abi>> 21.03.2017