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Religionen verstehen

Menora und andere Gegenstände verschiedener Religionen auf einem Tisch
Religiöse Symbole, Traditionen und Grundsätze – Religionswissenschaftler setzen sich mit zentralen Punkten der Weltreligionen auseinander.
Foto: Sibylle Tiessen

Religionswissenschaft

Religionen verstehen

Von Diskussionen über Mystik in der Religion bis hin zu Film- und Musikanalysen: Die Themen in David Demmels Bachelorstudium der Religionswissenschaft sind vielfältig. Der 27-Jährige studiert im zweiten Semester an der Ludwig-Maximilians-Universität in München.

Mit der Wahl seines Studienfachs ist David Demmel sehr zufrieden – unter anderem, weil die Inhalte breit aufgestellt sind. „Dieses Semester beschäftigen wir uns mit konkreten Themen wie beispielsweise der Beziehung von Mystik und Scharia im Islam.“ Darüber hinaus stehen Methodenkurse zur Filmanalyse für Religionswissenschaftler sowie eher theoretische Seminare mit Diskussionen über andere Disziplinen und deren Nutzen für die Religionswissenschaft auf seinem Stundenplan. Zuletzt ließ sich sogar George Clooney in den Unterricht einbauen: „In einer aktuellen Vorlesung geht es um religiöse Symbole in Werbung, Film und Musik. Dabei haben wir unter anderem die bekannte Kaffee-Werbung auf die Darstellung des Himmels hin untersucht“, erläutert David Demmel.

Zentrale Fragen des Lebens

Ein Portät-Foto von David Demmel

David Demmel

Foto: Franz Demmel

Das zulassungsfreie Bachelorstudium ist auf sechs Semester angelegt und in drei zweisemestrige Phasen gegliedert. Die ersten beiden Semester dienen der Orientierung. In zwei Grundlagenkursen werden zunächst Theorie und Methodik der Religionswissenschaft sowie Religionsgeschichte thematisiert. In Tutorien steht Textarbeit in Kleingruppen an. Zusätzlich absolvieren die Studierenden einen Sprachkurs. Zur Wahl stehen alle Sprachen, die an der Uni München angeboten werden. „Ich habe mich für Japanisch entschieden“, erzählt der 27-Jährige.

Im zweiten Semester müssen die Studierenden außerdem selbst Einführungstexte zu einzelnen Weltreligionen verfassen. „Ich zum Beispiel stand vor der Aufgabe, das Christentum in fünf einfachen Grundsätzen zu beschreiben“, erzählt David Demmel. „Aber was sind da die zentralen Punkte: Nächstenliebe, Leben nach dem Tod oder doch Missionierung? Und vor allem: warum? Dieses Hinterfragen reizt mich besonders.“
In der Vertiefungsphase im dritten und vierten Semester wird es etwa um die Geschichte und Transformation religiöser Traditionen sowie um die Erweiterung von Theorie und Methodik gehen. Die letzten beiden Semester dienen dazu, einen Schwerpunkt zu wählen. Die Studierenden können dann entscheiden, ob sie lieber forschungs- oder praxisorientierter studieren möchten.

Die Zukunft organisieren

Seine berufliche Zukunft sieht der angehende Religionswissenschaftler durchaus positiv. „Zunächst konzentriere ich mich auf meinen Bachelorabschluss. Langfristig kann ich mir eine akademische Laufbahn gut vorstellen.“

Dabei war zunächst gar nicht sicher, ob David Demmel nach dem Abitur überhaupt studieren möchte. Er nahm sich die Zeit, um herauszufinden, welchen beruflichen Weg er einschlagen will. „Ich habe unter anderem ein Jahr in einem Münchner Start-up-Unternehmen gearbeitet, das sich mit digitalen Angeboten für mehr Bildungsgerechtigkeit einsetzt“, erzählt er. Dank dieser Tätigkeit fühlt er sich auch praktisch qualifiziert. „In dieser Zeit konnte ich mir besonders Fähigkeiten im Bereich Fundraising und Projektleitung aneignen“, erzählt er.

Letztendlich entschied er sich für das Studium der Religionswissenschaft, was vor allem mit seiner Leidenschaft für dieses Thema zusammenhing: „In meiner Freizeit setze ich mich schon lange und zum Teil kritisch mit bestimmten Religionen auseinander. Besonders interessieren mich evangelikal-christliche und orthodoxe jüdische Gemeinschaften.“

Als Alternative zur wissenschaftlichen Karriere kommt für David Demmel beispielsweise eine Tätigkeit im Bereich der digitalen Bildung infrage, speziell in der politischen Bildungsarbeit.

abi>> 20.07.2016