Mori Ôgai und ostasiatische Religionen
Während der Schulzeit hat Laura Förster ein Jahr in Japan verbracht. Dadurch wurde ihr Interesse für Asien geweckt. Inzwischen studiert die 21-Jährige an der Berliner Humboldt-Universität "Regionalstudien Asien/Afrika" und bereitet gerade ihr Auslandssemester in Singapur vor.
Besuch aus Japan: Laura Förster und ihre Gastmutter
Foto: Privat
„Generell habe ich ein starkes Interesse an unterschiedlichen Kulturen. Japan und Asien haben mich besonders angesprochen, weil sich die dortigen Kulturen in vielerlei Hinsicht stark von der europäischen unterscheiden – angefangen bei der Sprache und Religion bis hin zur Mentalität der Menschen“, sagt die gebürtige Rheinländerin. Ihren Studienschwerpunkt hat sie auf Japanologie gelegt. Obwohl sie von ihrem Auslandsschuljahr in Japan bereits über japanische Sprachkenntnisse verfügte, hat Laura Förster in den ersten Semestern viel Zeit für das Erlernen der fremden Sprache gebraucht. „Es ist sehr aufwendig, die japanischen Schriftzeichen zu beherrschen. Man muss sie immer wieder benutzen, um seine Kenntnisse aufrecht zu erhalten. Dazu braucht man eine starke Motivation und sollte sich klar darüber sein, warum man das Fach gewählt hat“, meint sie.
Swaheli oder Chinesisch
Das Studienangebot an der Berliner Humboldt-Uni führt in die Kulturen des asiatischen und afrikanischen Raumes ein und bietet verschiedene Vertiefungsmöglichkeiten. Studierende können nicht nur seltene Sprachen wie Swaheli, Thai oder Tibetisch lernen, sondern sich – je nach Schwerpunkt – intensiv mit den Kulturen der jeweiligen Regionen beschäftigen. Gegliedert ist das Studium inhaltlich in drei Themenbereiche: Zum Bereich Sprache/Kommunikation gehören linguistische und soziolinguistische – also sprachwissenschaftliche –, kommunikationswissenschaftliche und philologische Themen. Der Bereich Kultur/Identität deckt literaturwissenschaftliche, religions- und kulturwissenschaftliche sowie ethnologische Fragen ab. Und der Bereich Gesellschaft/Transformation befasst sich mit historischen, sozialwissenschaftlichen und ethnologischen Themen.
Der japanische Goethe
Auf dem Studienplan von Laura Förster standen bisher zum Beispiel ein Seminar zur Geschichte Asiens sowie methodische Grundlagen zum Umgang mit außereuropäischen Geschichtsquellen. Außerdem hat sie sich mit den Religionen Südostasiens und kulturellen Aspekten Japans befasst, wie sie sich etwa in den Medien oder Gegenwartsfilmen zeigen. Auch mit dem Werk und Leben des japanischen Schriftstellers Mori Ôgai hat sich die Studentin auseinandergesetzt. „Ôgai ist der japanische Goethe. In den Schulen Japans gehört er zur Pflichtlektüre“, erklärt sie.
Laura Förster, die demnächst in das fünfte Semester startet, bereitet derzeit ihr Auslandssemester an der National University of Singapore vor. „Durch mein Studium hat sich mein Interesse, das zunächst auf Japan gerichtet war, verbreitert und ist inzwischen auch auf ganz Süd- und Südostasien gerichtet“, sagt sie. An der Hochschule in Singapur kann sie aus einem breiten Studienangebot frei wählen. Da sich der Semesterbeginn in Singapur mit dem laufenden Semester in Deutschland überschneidet und die Studentin bereits im nächsten Januar in den südostasiatischen Insel- und Stadtstaat wechseln muss, wird sie das fünfte Semester an ihrer Heimathochschule nicht ganz zu Ende studieren können. Im Moment klärt sie mit ihrem Fachbereich, welchen Weg es geben kann, dass sie sich dennoch Lehrveranstaltungen aus dem fünften Semester anrechnen lassen kann.
Ob Laura Förster nach dem Bachelor noch ein Masterstudium anschließen wird, steht noch nicht fest. „Wenn ich den Master mache, würde ich mich für einen Studiengang wie Interkulturelle Kommunikation entscheiden“, sagt sie. Als berufliche Perspektive kann sie sich die Mitarbeit in einer Organisation, die interkulturellen Jugendaustausch durchführt, oder Öffentlichkeitsarbeit für eine japanische Organisation in Deutschland gut vorstellen.




