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European Studies

Tanz auf internationalem Parkett

Seitdem sie ein Schuljahr in Barcelona verbrachte, hat der spanische Kulturraum Nicole Kreft (22) nicht mehr losgelassen. Im Bachelorstudium "European Studies" an der Universität Passau konnte sie Spanien als Schwerpunkt wählen.

Nicole Kreft steht an einem Schild der Uni Passau.

Nicole Kreft will vielleicht für die UNESCO arbeiten und hat deswegen den Schwerpunkt Politik gewählt.

Foto: Privat

Es klingt fast unglaublich, welches Pensum Nicole Kreft in ihren bisher sechs Hochschulsemestern bewältigt hat. Von den sogenannten Basismodulen wie europäischer Kulturwissenschaft oder Europarecht, über spezielle spanische literatur- oder wirtschaftswissenschaftliche Themen bis hin zu politischer Theorie und Fremdsprachen hat sie ein breites Feld an Disziplinen beackert.

Dazu kam ein Auslandsaufenthalt, für den sie extra ein Urlaubssemester machte, um Praktika an Goethe-Instituten beziehungsweise Sprachlernzentren in Indien und China zu absolvieren: „Ich wollte auch einmal die Außenperspektive auf Europa erleben.“

Kulturraum als Schwerpunkt

Für das Studium in Passau hat sie sich bewusst entschieden, ihr gefiel die Ausrichtung des Studiengangs: „Ich musste mich nicht gleich zwischen einem politikwissenschaftlichen und einem international ausgerichteten Studium entscheiden.“ In Passau wählen die Studierenden als Schwerpunkt einen europäischen Kulturraum, etwa Spanien, Italien oder Ostmitteleuropa, und unabhängig davon ein weiteres Nebenfach – zur Auswahl stehen beispielsweise Politikwissenschaften, Kunstgeschichte, Geographie oder auch Soziologie.  

„Dass ich mich für den spanischen Kulturraum entscheide, war von Anfang an klar, denn nach einem Jahr in Barcelona konnte ich gut Spanisch, und so kann ich das Land nach dem Schüleraustausch auch einmal aus anderen Sichtweisen kennenlernen.“ Zudem wollte sie mehr über die regionalen Unterschiede erfahren – an ihrer Schule und in ihrer Gastfamilie war das katalanische Selbstverständnis sehr ausgeprägt. Für den Schwerpunkt Politik entschied Nicole Kreft  sich auch, weil sie später vielleicht einmal in einer internationalen Organisation etwa die UNESCO arbeiten wollte – ein typisches Arbeitsfeld für Absolventen der „European Studies.“

Fleißige Bibliotheksbesucherin

„Jetzt gegen Ende des Studiums habe ich einen Gang zurückgeschaltet, um mich einzelnen Bereichen wie spanischer Literaturwissenschaft und spanischer Wirtschaft intensiver widmen zu können.“ Außerdem besucht sie ein Seminar, in dem Kommilitonen ihre Ideen für die Bachelorarbeit vorstellen, denn die 22-Jährige ist auf der Suche nach einem passenden Thema.

Die sogenannten Prüfungsmodule – die bisher erworbenen Noten gehen in die Endnote ein – haben Nicole Kreft nie daran gehindert, freiwillige Zusatzveranstaltungen zu belegen, etwa zum Thema Migration. Fünf Wochenstunden ist sie zudem als studentische Hilfskraft am Lehrstuhl für Anglistik tätig, dem auch die „European Studies“ zugeordnet sind: „Ich kann das nur empfehlen, man bekommt interessante Kontakte zu Unigremien und Einblicke hinter die Kulissen der Uniarbeit“, sagt die Stipendiatin der Studienstiftung des Deutschen Volkes, und bekennt: „Ich habe immer versucht, das Maximum aus dem Studium herauszuholen, wollte die Gelegenheit nutzen, möglichst viel zu lernen und mit unterschiedlichen Menschen in Kontakt zu treten.“

Selbständigkeit gefragt

„Wer sich für ‚European Studies‘ entscheidet, sollte selbstständig sein und sich gut organisieren können“, meint sie zu den Anforderungen des Studiums. „Man stellt sich seine Studienpläne größtenteils selbst zusammen. Gerade wegen der vielen Möglichkeiten sollte man von Anfang an in etwa wissen, wo es hingehen soll, sich dabei aber die Flexibilität für neue Wege bewahren.“       

Sie selbst liebäugelt inzwischen damit, später journalistisch tätig zu sein – vielleicht, aber nicht zwingend im spanischen Kulturraum. In jedem Fall wird ein Master-Studiengang folgen.  

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