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Eine eigene Idee von Musik

Im Orchestergraben stehen die Noten für die Musiker bereit.
Um später ein ganzes Orchester leiten zu können, möchte Annalena Hösel einen Master in Dirigieren anschließen.
Foto: Martin Rehm

Dirigieren

Eine eigene Idee von Musik

Weil es ihren Professor von Leipzig nach Hamburg zog, wechselte auch Annalena Hösel die Hochschule. Heute studiert sie Dirigieren an der Hochschule für Musik und Theater in der Stadt an der Elbe und ist im siebten Semester. An den Bachelor will sie in jedem Fall einen Master anschließen und dann zur Oper. „Das finde ich faszinierend“, sagt die 23-Jährige.

Gut erinnert sich Annalena Hösel an das Herzklopfen bei der Aufnahmeprüfung für den Studiengang Orchesterdirigieren an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig: Sie musste eine Sängerin mitbringen und drei gestaltete Kunstlieder und einen Oratoriensatz darbieten, am Klavier spielen und Kenntnisse in Gehörbildung nachweisen. Zunächst standen im Studium dann Musiktheorie und -geschichte, Formenlehre, Chor und Chorleitung und Korrepetition auf dem Stundenplan. Das blieb auch so, als sie nach zwei Semestern mit ihrem Professor nach Hamburg wechselte.

Ein Porträt-Foto von Annalena Hösel

Annalena Hösel

Foto: Jürgen Hösel

An der Hochschule für Musik und Theater in der Hansestadt belegt die 23-Jährige im Hauptfach Dirigieren. Als Hauptfachinstrument wählte sie ursprünglich das Klavier, mittlerweile wechselte sie aber zu Trompete. In den Ergänzungsmodulen erwirbt sie darüber hinaus Kenntnisse unter anderem in Chor/Kammerchor, Chorleitung und Partiturspiel. Drei oder vier feste Veranstaltungen hat sie pro Tag, zwischendurch lernt sie Partituren, übt Trompete oder hält Proben ab.

Leiterin eines Laienorchesters

Zudem sammelt sie praktische Erfahrung: Die Hamburger Orchestergemeinschaft, ein altehrwürdiges und schon über 100 Jahre altes Laienorchester suchte 2014 einen neuen Leiter – und Annalena Hösel bekam die Stelle. Einige Stücke des Repertoires – von Romantik über Operette bis hin zu argentinischem Tango – hatte sie zuvor schon dirigiert, anderes eignete sie sich an. „Ich habe so viel gelernt: Den Jargon, wie ich eine Probe plane, wie ich elementare Dinge vermittle und auf schlaue Weise musikalisch viel erreichen kann“, schwärmt sie.

Die Arbeit mit Profi-Orchestern empfindet sie dennoch einfacher: „Man hat allerdings weniger Zeit, die eigene Idee zu vermitteln, gerade bei Stücken, welche die Musiker bereits oft gespielt haben." Sie schätzt das Orchester jedoch als Spiegel: „Wenn ich gut vorbereitet und entspannt bin, ist es der Klangkörper, wie man einen Chor oder ein Orchester in der Fachsprache nennt, ebenso“, lautet ihre Erfahrung.

Konzerte geben

Immer wieder gibt die 23-Jährige auch Konzerte. Zweimal im Jahr dirigiert sie die Hamburger Orchestergemeinschaft, dazu kommen Auftritte mit dem Leipziger Thomanerchor, dem Leipziger Sinfonieorchester und den Hamburger Symphonikern.

Im nächsten Semester, dem achten, wird Annalena Hösel ihren Bachelorabschluss machen. Dann will sie einen Master anschließen und sich weitere vier Semester eingehend mit dem Dirigieren, der Kammermusik und der Korrepetition Oper auseinandersetzen. Eventuell kombiniert sie das weiterführende Studium mit dem Fach Chorleitung.

Die Studentin, die schon im Alter von 16 Jahren als Jungstudentin in die Kapellmeisterklasse an der Folkwang-Universität in Essen aufgenommen wurde, will sich ihre Zukunft offen halten. Eines aber ist ihr wichtig: „Ich möchte auf jeden Fall mit einem aufgeschlossenen, leidenschaftlichen und neugierigen Klangkörper fest zusammenarbeiten, dann ist mir der Ort eigentlich egal.“

 

 

abi>> 16.08.2016