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Informationswirtschaft

"Das Internet passt gut zu mir"

Wirtschaft und Internet — nichts findet Maurice Kock faszinierender als diese Kombination. Kein Wunder also, dass er an der Fachhochschule (FH) Köln Informationswirtschaft studiert.

Maurice Kock

Maurice Kock will sich nach dem Studium im Bereich der Informationsbeschaffung selbstständig machen.

Foto: Privat

Das Internet habe ihn seit langem schon begeistert, berichtet Maurice Kock. Wie man in Sekundenschnelle auf Informationen zugreifen könne, wie das „worldwideweb" den Markt verändert hat - all das fasziniert den 24-Jährigen. „Ich bin ein wissbegieriger Mensch, daher passt das Internet gut zu mir." Konsequenterweise entschied er sich für den Studiengang Informationswirtschaft an der FH Köln. Das Studium verbindet Betriebswirtschaft mit Informationswissenschaft und -technik. „Ich bekomme hier einen sehr guten Überblick darüber, welche betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten das Internet bietet, was technologisch machbar ist und wie man Zugang zu Informationen bekommt", erklärt Maurice Kock, der gerade das dritte Semester beendet hat.

Vertriebsmodelle im Internet

In der Vorlesung „Information and Communication" im zweiten Semester erfuhr er, nach welchen Strategien Informationsanbieter arbeiten. „Über's Internet kann man zum Beispiel Musik, Filme oder Zeitungsartikel digital vertreiben, denn die Vertriebskosten eines Downloads sind im Gegensatz zum Einzelhandel nahezu Null. Dabei kann man Netzwerkeffekte nutzen", erläutert Maurice Kock. Dies bedeutet: Je mehr Nutzer an einer Community beteiligt sind, desto größer ist der Nutzen für jedes einzelne Mitglied. „Bietet ein Unternehmen etwa ein Jahr lang eine Internetanwendung gratis an, wächst die Nutzerzahl rasant. Durch die hohe Nutzerzahl kann man das Produkt später mit Mitgliedsbeiträgen oder Werbung zu Geld machen", erklärt der Student.

Neben Statistikwissen vermittelt der Studiengang auch Kenntnisse in Informationstechnologie, der zweiten Säule des Studiengangs. „Wir haben auch selbst programmiert, um zu lernen, welche Möglichkeiten es gibt. Während eines Laborpraktikums haben wir die Internetstartseite für eine fiktive Firma erstellt", sagt Maurice Kock. Ein anderes Modul informierte über Datenstrukturen, Softwareentwicklung und elektronische Publikationen.

Ein weiterer Themenkomplex ist „Information Research". Hier erfuhr Maurice Kock, wie man gezielt in professionellen Datenbanken nach ganz speziellen Informationen wie etwa Firmendaten sucht. „Für Konkurrenz- oder Marktanalysen benötigt man Informationen, die man im öffentlichen und für alle zugänglichen Internet nicht oder nur schwer finden kann", erläutert der Student.

Je nach Vorgabe des Professors werden auch Klausuren, Referate oder Hausarbeiten verlangt. Maurice Kock setzte sich in seinen schriftlichen Arbeiten mit dem Thema auseinander, wie das Internet die Musikindustrie verändert. In einer anderen Hausarbeit verglich er die MP3-Download-Geschäftsmodelle von iTunes und Amazon.

Als reines Praxissemester ist hingegen das vierte Semester angelegt. Vier Monate lang wird Maurice Kock bei einem deutschen Verlag arbeiten. Dieser beschäftigt sich, neben dem Buchgeschäft, auch damit, junge Internetfirmen mit Kapital auszustatten - ein Geschäftsmodell, das sich „Risikokapitalbeteiligung" nennt. „Dort lerne ich etwa, nach welchen Kriterien Businesspläne bewertet werden."

Blogs auswerten

Sehr gespannt ist Maurice auf die Vorlesung „Informations- und Wissensmanagement" im fünften Semester. „Es geht unter anderem um Datenbankerstellung und wie man Texte elektronisch miteinander vergleichen kann, um daraus automatisch Wissen zu ziehen." Besonders interessant dürfte Maurice auch das sechste Semester finden. Denn kurz vor dem Studienende bieten die Professoren ein so genanntes informationswirtschaftliches Projekt an, das zum Beispiel in Kooperation mit einem Automobilhersteller stattfindet. So verfolgen und analysieren die Studierenden etwa, was in Blogs über den Hersteller geschrieben wird und geben diese Erkenntnisse an das Unternehmen weiter.

Für Maurice Kock steht fest: „Ich will mich nach dem Studium selbstständig machen." Dann will er unterschiedliche Internetanwendungen für den Massenmarkt entwickeln und betreiben, ohne Bestehendes zu kopieren. Details verrät er jedoch nicht. Obwohl er noch drei Semester vor sich hat, ist dem Studenten klar: „Von dem Studium verspreche ich mir einen klaren Informationsvorsprung. Das Wissen, das hier im Studium vermittelt wird, ist nicht veraltet, sondern sehr aktuell."

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