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Wissenschaftsjournalismus

Geschichten aus der Wissenschaft

Michael Greiners Leidenschaften lagen schon immer recht weit auseinander: Auf der einen Seite schreibt er gerne, auf der anderen Seite interessiert er sich sehr für Naturwissenschaften und Technik. Heute kann er beides miteinander verbinden: Inzwischen studiert der 25-Jährige Wissenschaftsjournalismus an der Hochschule Darmstadt im vierten Semester.

Auf dem Foto ist ein Kopfhörer zu sehen, der neben einer Computertastatur liegt.

Wissenschaftsjournalismus verbindet die Kunst des Schreibens mit naturwissenschaftlichen und technischen Themen.

Foto: Thomas Riese

„Ich wollte immer schon Journalist werden“, erzählt Michael Greiner. Nach dem Abitur hat er sich wie viele Journalisten für ein Studium der Geschichte und der Politik entschieden. Doch damit war er nicht wirklich zufrieden: Die technischen Themen fehlten. Also startete der gebürtige Rastatter in ein Bauingenieur-Studium, das ihn aber auch nicht erfüllte. Schließlich besann er sich auf sein ursprüngliches Ziel und recherchierte nach passenden Journalismus-Studiengängen. Fündig wurde er letztendlich an der Hochschule Darmstadt, die den noch jungen Studiengang Wissenschaftsjournalismus anbietet. Mit seinem Abischnitt von 2,5 war der bestehende Numerus Clausus kein Problem für ihn. Und auch das sechswöchige Vorpraktikum, das Voraussetzung für die Zulassung zum Studium ist, absolvierte er noch fristgerecht bis zum Einschreibungstermin im September 2009 in einer Internetredaktion in Berlin.

Textwerkstätten und Labore

In den ersten Semestern ging es zunächst darum, in das journalistische Handwerk und in die Naturwissenschaften eingeführt zu werden. Auf dem Plan standen deshalb Vorlesungen wie „Einführung in den Journalismus“ oder das Seminar

Michael Greiner im Anzug.

Michael Greiner

Foto: Privat

„Textwerkstatt“, das Michael Greiner sehr begeistert hat. Hier lernte der 25-Jährige die gängigen journalistischen Formate wie Meldung, Bericht, Interview oder Reportage kennen und übte sie anschließend anhand vorgegebener Themen ein. Er erfuhr, welche seriösen Quellen für die Recherche in Frage kommen, oder auch, wie wissenschaftliche Studien in ihrer Qualität zu beurteilen sind. Ihre Beiträge haben die Studierenden dann im Plenum vorgestellt, wobei insbesondere die Verständlichkeit und die kritische Einordnung in einen größeren Zusammenhang im Fokus standen. Auch vom Videoseminar hat Michael Greiner profitiert. Nach einer Einführung ging es im Team an die Themenauswahl, die eigene Recherche und den Dreh. Er lernte auch mit videospezifischer Software umzugehen, mit der er das Material am PC schneiden konnte.

Auf der anderen Seite sollten sich die angehenden Wissenschaftsjournalisten zunächst Basisqualifikationen in Chemie, Biologie und Physik erarbeiten. Dafür experimentierten Michael Greiner und seine Kommilitonen auch im Labor: „Im Biologielabor haben wir beispielsweise ein Experiment durchgeführt, bei dem die schädigende Wirkung von Zahnpasta auf Hautzellen getestet wurde“, erläutert Michael Greiner. „Ausschlaggebend waren dabei die Einwirkungsdauer und die Zahnpastamarke. Auf diese Weise sollten wir die experimentelle Basis der Biotechnologie erlernen und selbst ausprobieren. Spannend fand ich daran vor allem, die Wirkung der Zahnpastasorten auf die Hautzellen unter dem Mikroskop zu beobachten.“ In Biologie, wie in den übrigen Laboren auch, lernt er aber nicht nur eigenständig Versuche vorzubereiten und durchzuführen, sondern sie anschließend auch zu dokumentieren. Außerdem besuchte der 25-Jährige Vorlesungen in Chemie, Zell-, Mikro- und Molekularbiologie, Gentechnik und Physik.

Studium mit starkem Praxisbezug

Auf Praxisbezug legt die Hochschule in Darmstadt viel Wert: Beispielsweise pflegt der Fachbereich Medien Kontakte zu über 20 Medienunternehmen, Redaktionen, PR-Abteilungen und Verlagen. Partner wie das Wissensmagazin „Spektrum der Wissenschaft“ oder das Onlinemagazin „Sciencegarden“ laden Studierende der fortgeschrittenen Semester zu Projekten ein, bei denen nicht nur eigene wissenschaftsjournalistische Beiträge verfasst werden, sondern auch publiziert werden können. Außerdem steht im vierten Semester ein dreimonatiges Praktikum in einer Redaktion oder im Bereich Public Relations an, das Michael Greiner bei der Wochenzeitung „Der Freitag“ in Berlin absolviert. Der 25-Jährige genießt die professionelle Umgebung, in der er im Ressort „Wissen“ fachkundig über Themen wie „Neuromarketing“ oder „Tissue-Engineering“ – die künstliche Herstellung biologischer Gewebe – schreiben kann.

Im fünften Semester kann sich Michael Greiner für eines der drei Wahlpflichtfächer Medienökonomie, Redaktionsmanagement oder Public Relations entscheiden. Außerdem geht es um Medienrecht, Bioethik und eine Vertiefung der Naturwissenschaften. Nach bestandenem Studium will sich der angehende Wissenschaftsjournalist entweder um ein Volontariat bemühen oder als freier Mitarbeiter bei einer Zeitung im Wissensressort unterkommen, wo er Studien lesen, Forscher interviewen und wissenschaftliche Entdeckungen kommentieren kann. „Meine Interessen sind breit gefächert“ sagt Michael Greiner. Dennoch hat sich bereits ein Spezialgebiet bei ihm herauskristallisiert: „Die Forschungen der letzten Jahre auf dem Gebiet der Neurowissenschaften haben immer mehr zu Tage gefördert, wie das menschliche Gehirn funktioniert. Diese Thematik finde ich sehr spannend.“

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