Neugierig auf kleinste Teilchen
Viola Mönkemöller (25) hat demnächst ihren Master in der Tasche: Sie studiert Nanowissenschaften an der Universität Bielefeld im vierten Semester.
Ihr Interessengebiet liegt in der Erforschung der kleinsten Teilchen, vor allem bei der Oberflächenbeschichtung. Ihre Neugier darauf, wie die Dinge in ihrer Umgebung funktionieren, zeigte sich früh. „Ich habe schon als Kind meine Eltern
mit ‚Warum-Fragen’ genervt“, erzählt sie schmunzelnd. Am Gymnasium in Bielefeld wählte sie schließlich Mathe und Physik als Leistungskurse. Doch was sie studieren wollte, war ihr trotz ihrer starken naturwissenschaftlichen und mathematischen Neigung „vollkommen unklar“. Sollte es Wirtschaftsmathematik oder vielleicht doch eher Sozialwissenschaften sein? Die Entscheidung für ein Bachelorstudium der Physik fiel schließlich, als Hochschulvertreter an ihrer Schule verschiedene Studiengänge vorstellten. Der Physik-Professor referierte über neue technische Entwicklungen, zum Beispiel Bildschirme, die man wie eine Zeitung zusammenrollen kann. „Die praktischen Anwendungen der physikalischen Forschung haben mich stark beeindruckt“, erinnert sich Viola Mönkemöller. „Da wusste ich: Das willst du machen.“
Starke Anwendungsorientierung
Da sie im Physikstudium an der Universität Bielefeld bereits ihren Schwerpunkt auf Molekularstrukturen gelegt hatte, wählte sie nach ihrem Bachelorabschluss den viersemestrigen Masterstudiengang Nanowissenschaften an derselben Hochschule. Während ihres obligatorischen Laborpraktikums ist sie Mitglied einer Arbeitsgruppe, die sich mit der Optimierung der Oberflächenbeschichtung von Dünnschichtmodulen, wie sie in der Solarindustrie zum Einsatz kommen, befasst.
Ihr spezielles Gebiet – und das Thema ihrer Masterarbeit – ist die Elektrolumineszenz an Dünnschicht-Silizium-Solarzellen. Dazu führt sie an ihrem Messplatz Reihen von Experimenten durch. In ihrer Arbeitsgruppe bespricht sie beispielsweise das optimale methodische Vorgehen. „Ich habe das Glück, das wir an der Universität eine Industriekooperation mit der Schüco-Tochter Malibu in der Forschung und Entwicklung von Solarzellen haben“, sagt Viola Mönkemöller. Zurzeit sind in ihrer Arbeitsgruppe, sie selbst eingeschlossen, nur zwei Frauen bei insgesamt 30 Teilnehmern.
Die Vorlesungen während ihres Masterstudiums berühren Themen wie zum Beispiel die Erforschung von kleinen Transistoren oder von sich selbst anordnenden dünnen Schichten, oder auch Mikroskope für kleinste Teilchen innerhalb der Nanobiotechnologie oder der Nanostrukturphysik. Ein Photovoltaik-Seminar stand ebenfalls auf dem Programm, das der Masterstudentin besonders gut gefallen hat. „Photovoltaik ist eine Zukunftstechnologie und daher wichtig für den Umweltschutz“, lautet ihr Fazit. Da ihr die Forschung an ihrem Messplatz viel Freude macht, steuert sie ihren Doktor im Bereich Beschichtung von Oberflächen bereits an.





