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Maschinenbau

Durchsetzen für den Traumjob

"Ich war schon immer technisch interessiert": Bei Martina Lier reifte bereits in der neunten Klasse der Entschluss, Maschinenbau zu studieren. Inzwischen arbeitet die 21-Jährige im vierten Semester an der Fachhochschule Emden/Leer an ihrem Traumziel — einer Karriere in der Automobilbranche.

rotes Prosche-Cabrio in einem Autohaus.

Martina Lier träumt von einer Karriere in der Automobilbranche

Foto: Willmy CC

Ihr Studium empfindet sie dabei durchaus als lernintensiv. „Oft arbeiten wir nach den Veranstaltungen noch in Lerngruppen zusammen. Und den Stoff aus der Vorlesung arbeite ich häufig abends nach.“ In einigen Fächern, etwa Werkstoffkunde, besucht sie eine Vorlesung, in der die Theorie vermittelt wird, und setzt parallel dazu das Erlernte im Labor in die Praxis um. „Wir prüfen die Härte von Werkstoffen, vor allem von unterschiedlichen Stahlsorten oder Aluminium“, erläutert die 21-Jährige.

Das theoretische Wissen wird in Klausuren geprüft, die manchmal in Form von Multiple-Choice-Verfahren gestaltet sind. Als Leistungsnachweise für die Zeit im Labor schreibt die junge Frau Berichte oder hält eine Präsentation. Auch Durchsetzungsvermögen gehört für die Studentin in der Männerdomäne Maschinenbau dazu. „Während des Praktikums musste ich mich als Frau erst einmal bewähren. Nachdem das geschafft war, wurde ich allerdings voll akzeptiert. Ich fühle mich wirklich wohl“, erzählt Martina Lier.

Vor dem Studium musste die angehende Maschinenbauingenieurin ein zehnwöchiges Vorpraktikum absolvieren. Martina Lier entschied sich für ein Schiffsbau-Unternehmen in Emden. „Zusammen mit den Auszubildenden habe ich in der Lehrwerkstatt gestanden und grundlegende Techniken wie Drehen, Schweißen und Fräsen gelernt. Danach ging es in die verschiedenen Abteilungen, wo ich Einblicke etwa in die Werkstoffprüfung und das Qualitätsmanagement bekommen habe“, berichtet sie.

Dann der Studienstart – zunächst in Hannover. Dort hat die 21-Jährige im ersten Semester Mathematik- und Physikstoff wiederholt, den sie bereits aus der 10. bis 13. Klasse kannte. „Ab dem zweiten Semester kamen dann Themen dazu, von denen ich zuvor noch nichts gehört hatte.“ Nach drei Semestern in der niedersächsischen Landeshauptstadt, wechselte Martina Lier an die Fachhochschule Emden/Leer: „In Hannover waren die Hörsäle aufgrund von Baumaßnahmen oft überfüllt. Ich habe mich deshalb entschieden, mein Studium an einer anderen Hochschule fortzusetzen. Das klappte problemlos.“ Auch, weil der jungen Frau im siebensemestrigen Studiengang „Maschinenbau und Design“ an ihrer neuen FH alle bereits erworbenen Scheine anerkannt wurden. „Lediglich zwei Vertiefungsmodule kann ich in Emden nicht machen, dafür kann ich unter anderem als Wahlpflichtfach Arbeitssicherheit belegen.“  

An der Fachhochschule Emden/Leer lernt die Studentin nun in kleineren Gruppen: „An einer Vorlesung nehmen maximal 50 Studierende teil, ins Labor gehen wir in Gruppen von höchstens zwölf.“ Das bleibt auch im kommenden Semester so, wenn unter anderem Regelungstechnik und Betriebsführung auf dem Studienplan stehen.

Traumjob in der Automobilindustrie

Nach dem Bachelor möchte Martina Lier ihren Master machen und sich auf den Bereich Automatisierungstechnik spezialisieren. „Daran fasziniert mich, welche Abläufe möglich sind, wenn alles genau programmiert wurde.“ Bevor die angehende Ingenieurin in diesen Bereich einsteigen wird, lernt sie zunächst verschiedene Programmiersprachen. „Das hilft später bei der Zusammenarbeit mit Informatikern in diesem Bereich. Maschinen müssen schließlich nicht nur gebaut, sondern auch programmiert werden.“

Mit der Spezialisierung auf Automatisierungstechnik will sich Martina Lier für ihr Ziel Automobilbranche rüsten. „Autos entwickeln sich rasant weiter. Ich würde gern dazu beitragen, sie noch besser und sicherer zu machen. Im Schiffsbau gibt es leider weniger Entwicklungsmöglichkeiten“, begründet sie ihre geplante Ausrichtung. Für ihr fünftes Semester, das zugleich das Praxissemester ist, will sich die Maschinenbau-Studentin bereits gezielt bei einem Automobilhersteller bewerben. Die Erfahrungen und Ergebnisse, die sie dort sammelt, wird sie am Anfang des sechsten Semesters ihren Kommilitoninnen und Kommilitonen präsentieren. „Im Studium wird uns auch vermittelt, welche verschiedenen Möglichkeiten es gibt, Arbeitsergebnisse vorzustellen. Auch als Ingenieur muss man schließlich präsentieren können, was man neu entwickelt hat.“

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