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Information Engineering

Studium mit Perspektive

Information Engineering heißt der Studiengang an der Universität Konstanz, für den sich Paula Erdös entschieden hat. Unterstützt von zahlreichen praktischen Übungen lernt die 20-Jährige, wie Informationen aller Art verarbeitet und aufbereitet werden können. Mit dieser Ausbildung stehen ihr zahlreiche Berufe offen.

Auf dem Bild sind mehrere Ordner in einem Regal zu sehen.

 

Foto: Kaiser / Willmy CC

Der Studiengang Information Engineering ist ein angewandter Informatikstudiengang, in dem ein Schwerpunkt auf Information liegt. Ein Beispiel ist das Data Mining. Hier werden große Datenmengen mit bestimmten Methoden durchsucht, um Muster zu erkennen. Ein anderes Beispiel ist Visual Computing, bei dem es etwa um die Verarbeitung und Analyse von Bilddaten geht. Auch das Thema Mensch-Computer-Interaktion wird im Studium behandelt.

Visuelle Darstellung

Im Unterschied zu einem reinen Informatikstudiengang wird an der Uni Konstanz jedoch weniger Mathewissen gefordert. „Vielmehr steht neben der reinen Informationsverarbeitung auch die grafische, visuelle Darstellung der Informationen im Mittelpunkt", berichtet die 20-Jährige. Sie studiert im dritten von sechs Bachelor-Semestern. „Im ersten Semester habe ich die Grundlagen der praktischen Informatik kennen gelernt, zum Beispiel mit Java zu programmieren", sagt Paula Erdös. „Das hat mir einen guten Überblick darüber gegeben, wie Netzwerke und das Internet zusammenhängen." Nicht nur das. „Ich finde es gut, dass es so viele Übungen gibt. So habe ich schon einmal mit einem Mitstudierenden ein Chat-Programm geschrieben", erzählt die Studentin. Wenn man gemeinsam lerne, komme man viel schneller voran.

Ergänzt wird dieses Basiswissen von grundlegenden Kenntnissen im Fach Informationsmanagement, wo es zum Beispiel um unterschiedliche Datenbankkonzepte geht. Dabei lernen die Studierenden, wie Datenbanken strukturiert sein müssen, um bestimmte Inhalte zu speichern, zu verknüpfen und vor allem, später wieder zu finden. Im dritten Semester beschäftigt sich Paula Erdös mit Informationsverarbeitung, zum Beispiel mit dem Thema Datenstrukturen. „Es geht darum, wie man Texte aufbereitet, damit sie anschließend nicht im System verschwinden, oder wie man Suchanfragen startet." Dabei kommen auch statistische Methoden zum Einsatz, die Texte nach ihrer Relevanz auswerten.

Die ersten vier Semester zählen als Grundstudium, die übrigen zwei Semester als Vertiefungsstudium. Die 20-Jährige wird dann die Möglichkeit haben, noch stärker in die Grundlagen der Informatik oder in die Themen Software Engineering, Suchsysteme oder Datenbanken einzusteigen.

Mit der Powerwall

Die Studentin hat bereits herausgefunden, womit sie sich später im Studium beschäftigen will: zum Beispiel mit der sogenannten „Powerwall", mit der im fünften Semester gearbeitet wird. Dies ist ein etwa zwei mal acht Meter riesiger Bildschirm mit einer Auflösung von acht Millionen Pixeln, auf dem die Interaktion zwischen Mensch und Computer dargestellt werden kann - indem zum Beispiel der Zeigefinger als Computermaus fungiert und sich auf dem Bildschirm die Grafik bewegt, wenn man mit den Finger auf sie deutet.

Während eines Bachelor-Projektes wird Paula Erdös im Team mit ihren Kommilitonen auch an einer konkreten Aufgabenstellung aus den Arbeitsgruppen der Wissenschaftler am Fachbereich arbeiten, um das Gelernte anzuwenden. Welches dies sein wird, weiß sie allerdings noch nicht. Manche ihrer Kommilitonen haben sich zum Beispiel damit beschäftigt, wie man Objekte aus dem wirklichen Leben wie etwa einen Baum oder ein Haus mit einem 3D-Scanner rundherum visualisieren kann. „Ich möchte meine Kenntnisse im Bereich Netzwerke oder in der Grafikprogrammierung vertiefen", plant die 20-Jährige.

Bereits zur Halbzeit ihres Studiums weiß sie, dass sie in jedem Fall ein Masterstudium anschließen möchte - „auch wenn bereits der Bachelorabschluss gute Berufsaussichten bietet". Ob im Bibliotheks- und Fachinformationsbereich, in der Softwaredokumentation, in der Entwicklung graphischer Benutzeroberflächen, oder als Entwicklerin in der Film- und Simulations- oder Computerindustrie, als Interaktionsdesignerin, als Spezialistin für Marktforschung oder für Logistik, als Netzwerkadministratorin oder als Datenanalystin - die Auswahl an Tätigkeiten ist breit gefächert.

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