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Im Trend: Informationswesen studieren

Infomüll von Wissen unterscheiden

Der Bereich Informationswesen ist in Bewegung. Die technologische Entwicklung ermöglicht einen völlig neuen Umgang mit Daten, die nicht nur die Archive und Bibliotheken füllen. Denn immer mehr Firmen sind an einer professionellen Erfassung und Vermarktung von Informationen interessiert.

Das Foto zeigt einen Lesesaal in einer Bibliothek.

Informationswissenschaftler können nicht nur in klassischen Bibliotheken arbeiten.

Foto: Dörfel

Einige Hochschulen haben diese Entwicklung bereits erkannt: „Entsprechende Studiengänge werden immer bedeutender, weil ein Übergang von einer Industrie- und Wirtschaftskultur zu einer Kultur stattgefunden hat, die von Informationsströmen geprägt ist", bestätigt Stefan Gradmann, Präsident der Deutschen Gesellschaft für Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. Alle Bereiche der Wirtschaft seien heute mit IT-Systemen unterfüttert. Das Funktionieren der Wirtschaft sei abhängig von der Zirkulation der Informationen. Dazu müssen Daten gesammelt und archiviert werden.

Viele digitale Medien

Du kannst dir darunter nichts Konkretes vorstellen? Bei den Stichworten

Das Foto zeigt ein Porträt von Stefan Gradmann. Er trägt einen dunklen Anzug, ein weißes Hemd und eine rote Krawatte.

Stefan Gradmann

Foto: Privat

Informationen sammeln und dokumentieren denkst du zu Recht an Berufe wie Archivar, Dokumentar oder Bibliothekar. Ohne die Vertreter dieser Berufe wäre die Menschheit um wichtige Kulturgüter und bibliophile Schätze ärmer. Vielleicht denkst du nun auch an altbekannte Klischees, die so gar nicht mit der vorangegangenen High-Tech-Beschreibung übereinstimmen. Stapelweise Akten und irgendwo dazwischen ein mürrisch dreinblickender Mensch, der pingelig genau ordnet, ablegt und sortiert. Mit dem Berufsalltag eines Archivars hat dieses Szenario aber nichts mehr zu tun. Denn heute bewahren Archivare und Dokumentare nicht nur Bücher und anderes Schriftgut vor dem Vergessen. Hinzugekommen sind nun auch digitale Audio-, Video- und Bildmaterialien.

„Das Berufsbild hat sich erweitert, da etwa Verwaltungen und Behörden, aber auch Unternehmen die neue digitale Technik nutzen. Diese bringt viele neue Anforderungen mit sich", sagt Frank Bischoff, Leiter der Archivschule Marburg. So beraten Archivare zum Beispiel bei der Einführung von IT-Systemen. Dieses Know-how ergänzt die traditionellen Fertigkeiten und Kenntnisse, wie Daten und Informationen langfristig erhalten werden können. Also staubige Akten ade? „Nein, mit Papierüberlieferungen umgehen zu können, ist auch heute noch nötig", sagt Bischoff.

Wie sieht aber dann die Arbeit von Archivaren und anderen Informationsspezialisten, wie die neuen Berufsbezeichnungen als Sammelbegriff heißen, aus? In einem Positionspapier der Deutschen Gesellschaft für

Das Foto zeigt ein Porträt von Frank Bischoff. Er trägt einen dunklen Anzug und eine gestreifte Krawatte.

Frank Bischoff

Foto: Privat

Informationswissenschaft und Informationspraxis e.V. steht: „Information Professionals werden bereits auf der dem Informations- und Dokumentationsprozess vorgelagerten Stufe, der Entstehung von Wissen, eingesetzt, um es für die spätere Gewinnung von Informationen mit den jeweils gegebenen technischen Mitteln und Verfahren (Formalstrukturierung, Inhaltskennzeichnungen) zugänglich zu machen." In anderen Worten: Information Professionals werden zum Beispiel in Verlagen eingesetzt. Dort sammeln sie Rohinformationen und verarbeiten diese zu komplexen Dokumenten, die sie aufbereiten und den Benutzern zur Verfügung stellen.

Gute Aussichten in der Wirtschaft

Informationsspezialisten wie Wissens- oder Content-Manager, Informations-Broker und Informationswissenschaftler (siehe Beitrag: „Was machen eigentlich...?") finden nicht nur einen Job in den klassischen Bereichen Bibliothek und Archiv: „Für 2008 waren bei den Agenturen für Arbeit rund 3.000 freie Stellen für Informationsspezialisten gemeldet. Gut zwei Drittel dieser Angebote kamen aus der freien Wirtschaft", sagt Ralf Beckmann, Arbeitsmarktexperte bei der Nürnberger Bundesagentur für Arbeit (BA). Überhaupt habe sich der Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren positiv entwickelt. „Die Zahl der Arbeitslosen ist seit 2005 Jahr für Jahr kontinuierlich zurückgegangen und das trotz deutlich gestiegener Absolventenzahlen. Ebenso gibt es ein Plus bei den sozialversicherungspflichtig beschäftigten Bibliothekaren und Archivaren", sagt Beckmann. Diesen Trend hat auch Professor Gradmann ausgemacht: „Viele Unternehmen, die allein schon rechtlich dazu verpflichtet sind, Daten und Informationen langfristig bereitzustellen, gehen wieder dazu über, statt eines externen Beraters eigene Mitarbeiter einzusetzen, die das Wissen des Unternehmens managen und verwalten."

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