Interdisziplinäres Expertenwissen
Gerade hat Friedericke Fischer das erste Semester an der Universität Erfurt abgeschlossen. Im Hauptfach studiert die 21-Jährige Staatswissenschaften. Der interdisziplinäre Bachelorstudiengang umfasst im ersten Jahr zu gleichen Teilen die Studienrichtungen Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Sozialwissenschaften (Politikwissenschaft und Soziologie).
Staatswissenschaft umfasst Disziplinen wie Politik, Recht, Gesellschaft und Volkswirtschaft.
Foto: Sparrer
Vor allem die Politik hat es der 21-Jährigen angetan. „Das ist eine Materie, in die ich tiefer eindringen und die ich besser verstehen will. Ich möchte mir Expertenwissen über politische Prozesse aneignen“, sagt die Studentin. Das erste Jahr des Studienangebots gilt als Orientierungsphase, in der die Studierenden Lehrveranstaltungen aus allen drei Studienrichtungen besuchen, also Rechtswissenschaft, Wirtschaftswissenschaft und Sozialwissenschaften. „Da ich im Nebenfach Kommunikationswissenschaft belegt habe, entscheide ich mich ab dem dritten Semester – im Gegensatz zu Kommilitonen, die ausschließlich Staatswissenschaften studieren – nicht für zwei Richtungen, sondern nur für eine“, erläutert Friedericke Fischer. „Bei mir wird es definitiv auf Sozialwissenschaften hinauslaufen.“ Kommunikationswissenschaft hat die gebürtige Brandenburgerin dazu gewählt, weil sie sich die Grundlagenkenntnisse über kommunikative Prozesse und Medienstrukturen aneignen will.
Wissen besser verknüpfen
Der interdisziplinäre Ansatz im Staatswissenschaften-Studiengang gefällt Friedericke Fischer gut: „Es macht Spaß, wenn man sich zum Beispiel im Fach Recht gerade mit dem Grundgesetz und dem Staatsapparat befasst hat und sich in der nächsten Vorlesung mit den politischen Theorien und dem politischen System in der Bundesrepublik beschäftigen kann. So fällt es leicht, das Wissen zu verknüpfen.“ Derzeit besucht die 21-Jährige aber auch Veranstaltungen zur Empirischen Sozialforschung, zur Sozialstrukturanalyse oder zu den Grundlagen des Rechts und zu Vertragsrecht. Sie ist eine von circa 600 Studierenden, die derzeit im Hauptfach eingeschrieben sind. Im Nebenfach sind es noch einmal fast 600.
In den nächsten Semestern kann sich Friedericke Fischer in Staatswissenschaften in der Studienrichtung Sozialwissenschaften unter anderem mit Demokratietheorien von der Antike bis in die Gegenwart beschäftigen und verschiedene politische Systeme analysieren und vergleichen. Auch internationale Politik wird in ihrem Studiengang gelehrt. „Außerdem möchte ich mich im kommenden Semester um einen Nebenjob kümmern“, sagt sie. „Eine Idee wäre, bei den lokalen Medien in Erfurt als freie Mitarbeiterin anzufangen.“
Bereits in der Oberstufe hat Friedericke Fischer für eine Lokalzeitung gearbeitet. Nach dem Abitur absolvierte sie beim gemeinnützigen Verein Aktion Sühnezeichen ein Freiwilliges Soziales Jahr in Israel, wo sie mit Holocaust-Überlebenden gearbeitet hat. „Von dort habe ich über meine Erfahrungen für die Lokalredaktion sowie verschiedene Jugendmedien berichtet“, erzählt sie. Vorstellen kann sich die Studentin, später zum Beispiel für eine Nicht-Regierungsorganisation zu arbeiten oder in den Medien Fuß zu fassen: „Einige Erfahrungen habe ich bereits gemacht, und ich bin offen dafür, Weiteres auszuprobieren.“
Staatswissenschaften studieren
Gibt man bei studienwahl.de im „Finder“ Staatswissenschaften ein, erhält man Treffer für die Universitäten Erfurt und Passau sowie die Universität der Bundeswehr München. Bei letzterer ist der Zugang für zivile Studierende jedoch im Einzelfall zu klären.





