An Mikro und Schneidepult
Ein Hochschulstudium plus eine Ausbildung - das wird in einem dualen Bachelorstudium vereint. Luisa Graf (23) hat einen solchen Platz an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) in Leipzig ergattert, die den Studiengang Fernseh-Journalismus zusammen mit der Fernseh Akademie Mitteldeutschland (FAM) anbietet. Die Praxisanteile absolviert die Studentin beim Regionalsender "Dresden Fernsehen", bei dem sie über Lokalthemen berichtet.
Luisa Graf arbeitet beim "Dresden-Fernsehen."
Foto: Privat
Luisa Graf ist im vierten Semester, das vollständig als Praxissemester angelegt ist. „Mein Arbeitstag beginnt um neun Uhr mit der Redaktionskonferenz, bei der die Themen für die Sendung „Drehscheibe Dresden“ besprochen werden, die am späten Nachmittag gesendet wird. Danach geht es raus zum Dreh“, erzählt sie. Manchmal besucht sie um diese Zeit auch schon eine Pressekonferenz oder ist für Recherchen unterwegs. Offiziell endet der Arbeitstag in der Redaktion um 18.30 Uhr. „Aber das Geschehen in der Stadt richtet sich natürlich nicht danach“, sagt die 23-Jährige. „Weil wir tagesaktuell berichten, kann es schon mal stressig werden. Auch regelmäßige Arbeit am Wochenende gehört zum Job.“
Gerade hat die Studentin von den Filmnächten am Elbufer live berichtet und Interviews mit den Hauptdarstellern geführt. Auch wenn Sportveranstaltungen stattfinden, ist sie oft im Ü-Wagen mit vor Ort. Für den Journalismus hat sich die junge Frau aus Sachsen früh interessiert. „Bereits als Schülerin habe ich beim Offenen Kanal in Gera mitgearbeitet.“ Luisa Graf hat Sendungen fürs Kinderfernsehen mitproduziert und Praktika bei zwei privaten Radiosendern in Leipzig sowie in der jungen Redaktion der „Sächsischen Zeitung“ gemacht. Ihre Entscheidung für den Fernsehjournalismus konnte sie deshalb bewusst treffen. „Die Technik beim Fernsehen ist im Vergleich zum Radio anspruchsvoller, da Bild und Text übereinstimmen müssen. Außerdem gefällt es mir, vor der Kamera zu stehen und zu moderieren“, sagt sie. Nach dem Abitur hatte Luisa Graf bei „Dresden Fernsehen“ zunächst ein einjähriges Volontariat absolviert. „Da der Studiengang Fernseh-Journalismus nur alle zwei Jahre beginnt, konnte ich auf diese Weise die Zeit sinnvoll überbrücken.“
Das Studium wollte die 23-Jährige noch machen, da sie durch Praktika beim mdr und anderen Sendern schon wusste, dass man nur mit einem Volontariat ohne Studium nicht so gute Berufschancen hätte.
Sendung produzieren
Die Praxiserfahrungen der Studierenden beschränken sich nicht nur auf den Betrieb, wo etwa 40 Prozent der Ausbildungszeit verbracht wird. Beide Studienorte in Leipzig verfügen über die notwendige technische Ausstattung, um Sendungen zu produzieren. Dazu gehören zum Beispiel Studios, an denen die Film- und Tonaufnahmen an Computerschnittplätzen bearbeitet werden. „In gemeinsamen Projekten in Kooperation mit dem Studiengang Fernseh-Kamera sammeln wir an der Fernseh Akademie Mitteldeutschland (FAM) praktische Erfahrungen. So wird von uns Studierenden regelmäßig eine Talkshow produziert“, berichtet Luisa Graf. „Wer bisher über wenig praktische Erfahrungen verfügt, kann zudem an der HTWK freiwillig bei einem studentischen Fernsehsender mitarbeiten“, führt sie aus.
Sehr theoretisch sei eigentlich nur das erste Semester gewesen. Zu Beginn des Studiums gehörten Grundlagen wie das Schreiben von Texten und die Unterschiede journalistischer Darstellungsformen wie etwa Nachrichten oder Porträts dazu. Zudem lernten die Studierenden bereits die Kameraarbeit intensiv kennen. „Wir haben uns auch mit dem technischen Aufbau der Kamera befasst“, sagt die Studentin. „Denn für Fernsehjournalisten ist es wichtig, zu wissen, welche Bilder für einen Beitrag möglich sind.“ In welchem Ressort sie nach dem Studium arbeiten möchte, steht für die junge Journalistin bereits fest: „Am liebsten möchte ich Politikthemen machen“, sagt sie.




