service

Rubrik Lehrer und Eltern

studienwahl.de

Studiengangsuche in
studienwahl.de
wie, wo, was?
 
Erweiterte Suche
  • bei Facebook empfehlen
  • bei Twitter empfehlen
  • bei schülerVZ empfehlen
  • bei MySpace empfehlen
Interview

Leistungsprobleme nehmen zu

Dr. Ulrich Heublein von der Hochschul-Informations-System GmbH und sein Team haben 2.500 Studienabbrecher zu ihren Gründen befragt. Mit abi>> sprach er über die wichtigsten Ergebnisse.

abi>>: In Ihrer Studie nennen Sie Leistungs- und finanzielle Probleme sowie mangelnde Motivation als die wichtigsten Gründe für einen Abbruch.

Ulrich Heublein: Das stimmt. Doch haben Abbrecher nicht nur einen Grund. Da kommt immer einiges zusammen.

abi>>: Sie führen die Studie seit 20 Jahren durch. Haben Abbrecher heute andere Motive als früher?

Ulrich Heublein: Die Gründe, die auch familiäre Probleme, eine berufliche Neuorientierung oder die Unzufriedenheit mit den Studienbedingungen umfassen,

Das Foto ist ein Portaitbild von Ulrich Heublein.

Ulrich Heublein

Foto: Privat

gleichen sich im Wesentlichen. Die Gewichtung hat sich verschoben. Deutlich an Bedeutung gewonnen haben Leistungsprobleme. 20 Prozent der Abbrecher fühlen sich derzeit nicht geeignet für ihr Studium, sie kommen mit der Stofffülle, den Anforderungen nicht zurecht. Wenn man die elf Prozent der Abbrecher dazu zählt, die explizit nicht bestandene Prüfungen als Grund angeben, sehen wir, dass ein Drittel aus Leistungsgründen das Studium nicht schafft. Vor zehn Jahren lag ihr Anteil noch bei einem Fünftel.

abi>>: Welche Auswirkung hat die Einführung der gestuften Studiengänge gehabt?

Ulrich Heublein: Eine sehr disparate. Während in den Sprach- und Kulturwissenschaften im Bachelor weniger Abbrüche zu verzeichnen sind als in den herkömmlichen Studiengängen, ist die Quote in Fächern wie Mathematik, Informatik, Physik und Chemie aber auch Elektrotechnik, Maschinenbau und BWL gleichbleibend hoch geblieben oder gar gestiegen.

abi>>: Wie erklären Sie sich das?

Ulrich Heublein: Mit den unterschiedlichen Gründen, aus denen die Studierenden abbrechen. In leistungsintensiven Fächern wie den Natur- und Ingenieurwissenschaften brechen heute deutlich mehr Studierende aus Überforderung ab als zu Zeiten der Diplomstudiengänge. Die Abbrüche erfolgen übrigens bereits in den ersten Semestern, während in den 90ern deutlich später abgebrochen wurde. Ein Prüfungs- oder Leistungsversagen zeigte sich da ja erst in der Zwischenprüfung. Heute müssen die Studierenden gleich von Anfang an zu 100 Prozent durchstarten: Sie müssen etwaige Defizite aufholen, anspruchsvollen Stoff lernen, nach einem Semester die ersten für den Abschluss relevanten Prüfungen bestehen und nebenbei Studienorientierung gewinnen. Deswegen streichen viele die Segel, die früher vielleicht den Abschluss geschafft hätten. Im Bachelor bleibt ihnen keine Zeit, sich einzugewöhnen.

abi>>: Wie kommt es, dass in den sprach- und kulturwissenschaftlichen Fächern die Abbrecherquote gesunken ist?

Ulrich Heublein: Der Bachelor bietet den Studierenden eine klarere Struktur und Führung. Die Orientierungslosigkeit und die falschen Vorstellungen, die sich Abiturienten von ihrem geisteswissenschaftlichen Fach und ihren Berufschancen gemacht haben, haben abgenommen und damit auch die Abbrüche aus fehlender Motivation. Allerdings sind es immer noch knapp 20 Prozent, die deswegen ihr Studium nicht beenden – fast so viele wie diejenigen, die Studium und Lebensunterhalt nicht finanzieren können und sich am Ende für einen Abbruch entscheiden.

Mehr zu diesem Thema:

Zrück zum Beitrag: Von Wechseln und Weggängen


News RSS-Feeds abonnieren (Öffnet sich in neuem Fenster)

Du willst Manager eines Krankenhauses werden?

Jetzt online beantragen in Hessen

Events

Studieren in den Niederlanden

T5 Jobmesse

Veranstaltungsübersicht

Links & Infos

Link zu BERUFENET (öffnet sich in neuem Fenster)