Mit einem sicheren Gefühl ins Studium
Schritt für Schritt zum Wunschberuf: Martin Fries (21) aus dem mittelfränkischen Dinkelsbühl hat gerade das vierte Semester seines Medizinstudiums an der Philipps-Universität in Marburg begonnen. Um das richtige Studienfach zu finden, hat er ab der 11. Klasse verschiedene Orientierungspraktika absolviert.
Durch ein Praktikum bei einer Kieferorthopädin kam Martin Fries zum Medizinstudium.
Foto: Jardner
„Das 11. Schuljahr habe ich in den USA verbracht“, erzählt der 21-Jährige. In den Ferien hatte er einen Job in einem Café. „Meinen damaligen Chef habe ich gefragt, ob ich mal in den Management-Bereich des kleinen Unternehmens hinein schnuppern kann.“ Eineinhalb Wochen konnte Martin Fries den Caféhausbetreiber bei seinen täglichen Aufgaben begleiten, angefangen vom Einkauf bis zur Buchhaltung. „Mein Chef hat mir kleine Aufgaben übertragen. Ich habe zum Beispiel Einkaufslisten erstellt oder die Kasseneinnahmen kontrolliert.“
Blick über die Schulter
Diese Erfahrung brachte ihn bei seiner Berufswahl einen entscheidenden Schritt weiter. „BWL ist nicht meine Sache, habe ich festgestellt“, sagt er. Die Aufgaben haben nur indirekt mit Menschen zu tun. Ihm sei klar geworden, dass er direkt mit Menschen arbeiten will. Zurück in Deutschland nutzte er die Chance, bei einer
Verwandten, die als Kieferorthopädin eine eigene Praxis betreibt, in den Ferien eine Woche lang zu hospitieren. Wenn sie Patienten behandelte, konnte Martin Fries zuschauen und so ihren Berufsalltag kennenlernen. „Es hat mir Spaß gemacht, die einzelnen Fälle zu beobachten. Ich konnte miterleben, wie den Patienten vom Beginn bis zum Abschluss der Behandlung geholfen wurde.“ Allerdings empfand er die Zahnmedizin als zu eng gefasst, ihn interessiert der ganze Mensch. „Daher habe ich mich für Humanmedizin entschieden.“
Doch um wirklich sicher zu gehen, dass er mit dem Arbeitsalltag im Krankenhaus gut zurechtkommt, hat Martin Fries in der 13. Klasse noch ein zweiwöchiges Praktikum während der Ferien gemacht. Weil er sein Interesse an den verschiedenen Untersuchungen bekundete und Ärzte angesprochen hat, durfte er sogar einmal mit bei einer Operation dabei sein. „Es ist sinnvoll, die Ferien in der Oberstufe für Praktika zu nutzen“, fasst er seine Erfahrungen zusammen. „Denn die Zeit zwischen Abitur und Studium ist sehr knapp, da für die Bewerbung an der Hochschule bestimmte Fristen eingehalten werden müssen.“





