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Eine Stadt zum Verlieben

Der Erfurter Dom und die St. Severin Kirche bei Nacht. Beide Kirchen werden angestrahlt und leuchten dadurch orange.
Erfurt besticht durch romantisches Mittelalterflair und ist mit knapp 200.000 Einwohnern die größte Stadt Thüringens.
Foto: Stadtverwaltung Erfurt

Erfurt

Eine Stadt zum Verlieben

Akademische Traditionen, innovative Studiengänge und romantisches Mittelalterflair prägen die moderne Thüringer Landeshauptstadt Erfurt. Der hübsche Altstadtkern, drei Quadratkilometer groß, samt dem gotischem Erfurter Dom und der Severikirche gehört zu den am besten erhaltenen in ganz Deutschland. Die noch immer bewohnte historische Krämerbrücke über die Gera ist gar in ganz Europa einmalig.

Kein Wunder, dass sich die Honoratioren der rund 200.000 Einwohner zählenden größten Stadt Thüringens auch heute gern auf ihre vielerorts sichtbare fast 1.300-jährige Geschichte und ihren berühmtesten Studenten beziehen, wenn sie ihre Stadt beschreiben wollen: „Schon Martin Luther sagte, dass in Erfurt gut wohnen sei. Auch wenn die Gastronomen nicht mehr wie zu Luthers Zeiten mit Stroh in den Bierlöchern für frisch gebrautes Bier werben, laden Altstadtkneipen und Biergärten zum Verweilen ein“, sagt Erfurts Oberbürgermeister Andreas Bausewein über seine Geburtsstadt.

Modernes Studienkonzept  

Und der Präsident der geisteswissenschaftlich ausgerichteten Universität Erfurt, Professor Dr. Kai Brodersen, der als „Zugezogener“ durchaus Vergleichsmöglichkeiten hat, fügt hinzu: „Es gibt viele gute Gründe für ein Studium an der Universität Erfurt, angefangen bei unseren modernen Studienkonzepten und dem persönlichkeitsbildenden ‚Studium Fundamentale‘ bis hin zu einer sehr persönlichen Betreuung, die unsere Studierenden schätzen. Aber vor allem ist Erfurt auch eine überaus lebenswerte, historische und zugleich lebendige Stadt, in die man sich schnell verliebt. Ich spreche da aus eigener Erfahrung!"

Erschwingliche Mieten

Studentin Jessica Kubias (26), die an der Fachhochschule Erfurt Verkehrs- und Transportwesen studiert, kann dem nur beipflichten: „Es ist sehr angenehm hier zu wohnen, und die Mieten auf dem freien Wohnungsmarkt sind noch erschwinglich.“ Sie bezahlt für ihre 31 Quadratmeter große Wohnung 180 Euro inklusive Heizung und Nebenkosten. Eine Wohnung in der schönen Altstadt kostet jedoch schon ein bisschen mehr. „Für eine Wohnung direkt am Domplatz muss ich mindestens 280 Euro kalt kalkulieren und damit auch nicht viel weniger als beispielsweise in Hannover“, meint Robert Friebe (22), der an der Erfurter Universität Sozialwissenschaften im sechsten Semester studiert.

Die rund 10.000 Studierenden der beiden staatlichen Hochschulen sowie der privaten Adam-Ries-Fachhochschule, die außer geisteswissenschaftlichen auch Studiengänge im technischen Bereich und in Gartenbau, Architektur oder Tourismus anbieten, schätzen das milde Klima. Es verleiht der Stadt ein mediterranes Flair, das noch verstärkt wird durch die große Anzahl von Türmen, Kirchen, Kapellen und Klöstern.

Tourismus und Wirtschaft

Erfurt, im fruchtbaren Thüringer Becken gelegen, wird als Wirtschaftsstandort nicht mehr nur von den „Dicken Bohnen“ geprägt, die in dieser Region einstmals besonders gut gediehen. Sie haben den Einwohnern den Spitznamen „Puffbohne“ eingebracht, den die Erfurter heute überall mit den Maskottchen, die es an jeder Straßenecke zu kaufen gibt, gut zu vermarkten wissen. Starke Wirtschaftszweige sind bei diesem Ambiente, wie könnte es auch anders sein, der Tourismus und der Einzelhandel. Doch auch innovative Solarunternehmen, Gartenbau-, Logistik- und Maschinenbaubetriebe sind hier ansässig. „Jobs für Studierende sind vor allem in Hotels und Gaststätten zu finden, aber auch in Logistikunternehmen und Call-Centern oder speziell für Lehramtsstudierende auf dem Nachhilfesektor“, weiß Michael Hunold, Studien- und Berufsberater bei der Arbeitsagentur Erfurt.

Besonders sehenswert ist die historische Krämerbrücke, die über die Gera führt und noch heute bewohnt ist. Darüber hinaus weist die Stadt unzählige weitere Brücken über den Fluss auf, der früher einmal Erphes hieß. Aus der Furt über diesen Fluss entstand auch der Name der Stadt, die 742 erstmals urkundlich erwähnt wird.

Der Hochschulstandort Erfurt

Einwohner: rund 200.000

Studierende: etwa 10.000

Hochschulen: zwei staatliche (Universität Erfurt, Fachhochschule Erfurt) und eine private (Adam-Ries-Fachhochschule)

Studiengebühren: an den beiden staatlichen nur Langzeitstudiengebühren, an der Adam-Ries-Fachhochschule 490 Euro monatlich. (Semesterbeitrag Universität Erfurt 159,30 Euro, Fachhochschule Erfurt 156,90)

Miete: von 165 bis 248 Euro für die Wohnheime des Studentenwerks Thüringen. Bei privater Vermietung beträgt die Warmmiete im Schnitt 8 Euro pro Quadratmeter.

Mensapreise: 1,50 Euro bis 3,00 Euro

abi>> 20.05.2011