Forschung und Lehre aus Tradition
Zwei Hochschulen im Kleinstadtflair: Günstiger und naturnaher studiert es sich fast nirgends in Deutschland.
Die Hochschulen liegen am Elbufer beziehungsweise im Elbauenpark, trotz der 231.000 Einwohner hat Magdeburg Kleinstadtflair.
Foto: MMKT GmbH
Der Hochschulstandort Magdeburg
Einwohner: Rund 231.000
Studierende: Rund 20.000
Hochschulen: Zwei (Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg, Hochschule Magdeburg-Stendal)
Studiengebühren an staatlichen Hochschulen: Nein
Miete: zirka 130 bis 270 Euro im Wohnheim (rund 2.000 Plätze in vom Studentenwerk betriebenen Wohnheimen), privat im Schnitt etwa 7 Euro Warmmiete pro Quadratmeter
„Ich kam aus Kassel nach Magdeburg, weil ich mich für mein Fach Maschinenbau an Uni-Rankings orientiert habe und Magdeburg dort gut abschnitt“, sagt Stephanie Riese. Die 27-Jährige hat ihr Maschinenbaustudium an der Hochschule Magdeburg-Stendal gerade abgeschlossen.
Das Angebot der zwei Hochschulen, die Otto-von-Guericke-Universität und die Fachhochschule Magdeburg-Stendal, ist vielfältig und reicht von Computervisualistik über Bildjournalismus bis hin zum Studium der Friedens- und Konfliktforschung. Immerhin 20.000 Studierende gibt es in der 231.000 Einwohner zählenden Stadt, die sich, reist man entlang der Elbe, auf halber Strecke zwischen Dresden und Hamburg findet.
Forschungsstadt
Magdeburg ist eine Großstadt mit Kleinstadtflair: Die Hochschulen liegen reizvoll an der Elbe beziehungsweise im ‚grünen’ Elbauenpark. Die Hochschulgelände zeichnen sich durch kurze Wege und eine hochmoderne Ausstattung ihrer Gebäude, Labore und Forschungseinrichtungen aus.
Neben der Otto-von-Guericke-Universität und der Hochschule Magdeburg-Stendal (FH) beheimatet die Stadt das Fraunhofer-Institut für Fabrikbetrieb und -automatisierung, das Max-Planck-Institut für die Dynamik komplexer technischer Systeme und das Leibniz-Institut für Neurobiologie. „Vor allem im Bereich der Neurowissenschaften hat sich Magdeburg zu einem internationalen Kompetenzzentrum entwickelt“, sagt Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper.
Die Stärken des Wirtschaftsstandorts Magdeburg liegen in Maschinen- und Anlagenbau, Umwelttechnologie, Kreislaufwirtschaft, bei der es um Abfallwirtschaft geht, und Gesundheitswirtschaft, etwa Medizintechnik. Stark ist Magdeburg auch in der Windenergie, und zahlreiche Logistikansiedlungen zeugen von der geographisch idealen Lage der Stadt mitten in Deutschland.
Ein Vorteil für Studierende: Sparsam leben und wohnen ist hier leicht. Das Studentenwerk vermittelt Zimmer mit Preisen um die 130 bis 270 Euro. Aber auch die Mietpreise, mit im Schnitt sieben Euro Warmmiete, sind erschwinglich. Oberbürgermeister Dr. Lutz Trümper hat außerdem noch ein Bonbon für Neulinge: „Studierenden, die ihren Hauptwohnsitz in die Elbestadt verlegen und mindestens zwei Jahre in Magdeburg bleiben, danken wir dafür mit insgesamt 160 Euro.“
Gründerzeitflair inklusive
Aber Magdeburg hat auch historisch einiges zu bieten: Wer weiß schon, dass im Mittelalter von hier aus der erste deutsche Kaiser Otto der Große regierte? Dass ein anderer, der Erfinder und Bürgermeister Otto von Guericke, Namensgeber der heutigen Universität, in Magdeburg um 1650 die Luftpumpe erfand? Dass die Stadt schon Ende des 19. Jahrhunderts ein Zentrum des Maschinenbaus war und es bis heute ist? Magdeburg, das 805 erstmals als Stadt in Erscheinung trat, war einst nicht nur Kaiserresidenz, sondern auch Hansestadt. So viel Historie prägt auch die Stadtkulisse:
Neben dem ältesten gotischen Dom Deutschlands gibt es das tausend Jahre alte „Kloster Unser Lieben Frauen“ am Ufer der Elbe, das Alte Rathaus, das Kulturhistorische Museum, aber auch die Johanniskirche und, als Teil der Stadtmauer, der „Wellsche Turm“, der heute Lukasklause heißt. Reichlich Gründerzeitflair halten die Hegelstraße und der Hasselbachplatz bereit, mit ihren vielen Kneipen oft Auftakt fürs abendliche Ausgehen in Magdeburg. So viel Prunk macht fast vergessen, dass Magdeburg zu den fünf am meisten zerstörten deutschen Städten des zweiten Weltkriegs gehörte. Heute tut sich viel – architektonisch steht etwa das neue Hundertwasserhaus bunt und fröhlich für den Neuanfang.




