Dem Staat und der Bildung verpflichtet
Dem Land dienen, studieren und über den eigenen Tellerrand schauen? An der Universität der Bundeswehr Hamburg funktioniert das.
An der HSU wird Zivil getragen.
Foto: Helmut Schmidt Universität Hamburg
Die Universität der Bundeswehr hat sich die Verknüpfung eines wissenschaftlichen Studiums mit der akademischen Bildung von Offizieren auf die Fahnen geschrieben. Seit Beginn der 80er Jahre darf sie sich Universität nennen, damals erhielt sie das Promotions- und Habilitationsrecht. Studieren kann man an vier Fakultäten acht Bachelor- und zwölf Masterstudiengänge. Zu nennen sind hier unter anderem Elektro- und Informationstechnik, Bildungs- und Erziehungswissenschaften, Geschichtswissenschaften, BWL, VWL, Politikwissenschaften, Fahrzeugtechnik, Mechatronik, Energie- und Umwelttechnik, Produktentstehung und Logistik oder Wirtschaftsingenieurwesen. Und das immer in kleinen Gruppen von nicht mehr als 25 Leuten; auf 19 Studierende kommt ein Dozent.
Eine Besonderheit der Hochschule ist die Interdisziplinäre Ausrichtung: Jedes studierte Fach wird mit „Erziehungs- und gesellschaftswissenschaftlichen Anteilen“ kombiniert. Mit dem Ziel „das Bewusstsein der Soldaten für die gesellschaftlichen und politischen Probleme des demokratischen Gemeinwesens“ zu verbessern. Darüber hinaus belegen Studierende der geistes- und sozial-wissenschaftlichen Fachrichtungen seit Ende der 90er Jahre auch technikwissenschaftliche Pflichtfächer. Bei allen nicht ökonomischen Studiengängen gilt die Pflicht des Erwerbs wirtschaftswissenschaftlicher Anteile.
Studium im Schnelldurchlauf
An der HSU werden Intensivstudiengänge unterrichtet, das heißt, es können pro Jahr bis zu 75 Leistungspunkte erworben werden. Den Bachelor-Abschluss kann man bereits nach sieben Trimestern, also nach 21 Monaten, machen, den Master nach weiteren 15 Monaten. Das bedeutet eine verkürzte Regelstudienzeit im Vergleich zu anderen Hochschulen. Und die HSU kann mit weiteren Besonderheiten aufwarten: Die Studierenden wohnen alle zusammen in Wohnheimen direkt auf dem Campus. Damit entfällt die lästige Zimmersuche. Außerdem auf dem Campus: Bibliotheken, Mensa und Sportanlagen. Ärzte und Zahnärzte, eine evangelische und eine katholische Gemeinde und ein Friseursalon. Übrigens, wer sich das immer schon mal gefragt hat: Auf dem Campus wird zivil getragen.
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