Planung von A bis Z
Ein Auslandssemester bedeutet mindestens ein Jahr Vorbereitung. Man benötigt die Zeit, um in Ruhe die passende Uni zu finden, die notwendigen Anträge, Unterlagen und Zeugnisse zu sammeln, zu übersetzen und auf den Weg zu bringen.
Einfach ohne Geld in die USA fahren und dort jobben, funktioniert übrigens nicht, dazu braucht man unter anderem eine Arbeitsgenehmigung.
Foto: Fiedler
Das akademische Jahr in den USA startet in der Regel Anfang September und endet im Mai, die Bewerbungsfristen liegen bei den meisten Universitäten zwischen Januar und April, bei Spitzenunis teilweise sogar früher. Das Studienjahr wird meistens in zwei Semester von jeweils 18 Wochen eingeteilt. Es gibt auch Unis und Colleges mit Trimestern oder Quartalen. Hier ist der Studienbeginn im Januar (Wintersemester) und im März (Frühlingssemester) möglich.
Die amerikanischen Hochschulen haben die absolute Entscheidungsfreiheit bei der Zulassung ihrer Studierenden. Sie können die Zulassungskriterien eigenständig festlegen, weshalb es wichtig ist, sich auf jeden Fall rechtzeitig zu erkundigen, welche Voraussetzungen und Unterlagen benötigt werden. Grundvoraussetzung für deutsche Studierende ist die Hochschulreife. Wer ein Vollstudium in den USA plant, muss seine Anfrage zur Zulassung an das Office of Admission an der amerikanischen Wunschhochschule schicken. Wer sich für ein Austauschprogramm der eigenen Hochschule entscheidet, erhält das Antragsformular in der Regel vom Akademischen Auslandsamt der Heimatuni.
Bewerbung
In das Bewerbungspaket gehören üblicherweise ein tabellarischer Lebenslauf, ein Schreiben, in dem die eigene Motivation für das Auslandssemester dargelegt wird, samt persönlicher Interessen und Eigenschaften. Zusätzlich sind alle bisher besuchten Lehrveranstaltungen aufzulisten sowie die Hochschulzeugnisse und Leistungsnachweise einzureichen – manchmal auch das Abiturzeugnis. Häufig werden noch mindestens zwei Empfehlungsschreiben von Professoren verlangt. Alles auf Englisch, versteht sich. Ein Sprachnachweis ist meist über den sogenannten TOEFL-Test zu erbringen – dem Test of English as a foreign language. Und zu guter Letzt gehört bei einem Auslandssemester natürlich auch der Immatrikulationsnachweis von der Heimatuni in die Bewerbungsunterlagen. Amerikanische Highschool-Absolventen müssen den so genannten SAT-oder ACT-Test absolvieren. Das sind College-Eignungstests, die über die Zulassung zu einer amerikanischen Hochschule entscheiden. Je nach Hochschule wird eine bestimmte Mindestpunktzahl verlangt. Deutschen Bewerbern mit allgemeiner Hochschulreife wird der Test manchmal erlassen. Wer ein Vollstudium in den USA plant, sollte sich aber auf jeden Fall erkundigen, ob ein Test abgelegt werden muss.
Visum und Finanzierung
Schließlich muss man sich auch um das Studentenvisum kümmern. Das entsprechende Antragsformular gibt es bei der Botschaft der Vereinigten Staaten von Amerika in Berlin. Die Kosten für das Visum liegen bei 140 US-Dollar Antragsgebühr plus 180 Dollar so genannte Sevis-Gebühr (Sevis steht für Student and Exchange Visitor System).
Damit fangen die Kosten des Auslandsaufenthaltes schon an. Ein wichtiger Punkt ist deshalb die Regelung der Finanzierung. Wer an einem Austauschprogramm der eigenen Hochschule teilnimmt, muss in der Regel an der amerikanischen Hochschule keine Studiengebühren bezahlen, so dass die Ausgaben etwas überschaubarer werden. Aber auch für Flug, Versicherung, Miete und Lebensmittel braucht man noch genügend Geld – da ist es sinnvoll, sich rechtzeitig um ein Stipendium zu kümmern. Für ein Voll- oder Teil-Stipendium der Fulbright Stiftung muss man sich beispielsweise schon über ein Jahr vor der Abreise bewerben. Der deutsche Akademische Austauschdienst bietet ebenfalls Stipendien und hat auf seiner Webseite außerdem eine Stipendiendatenbank, mit der sich andere Geldgeber suchen lassen. Manchmal bieten auch die Hochschulen entsprechende Stipendien an. Eine andere Möglichkeit der Finanzierung ist Auslands-BAföG, bei dem andere Bemessungsgrenzen gelten als beim Inlands-BAföG. Es lohnt sich also, einen Antrag zu stellen, auch wenn man in Deutschland kein BAföG bekommt. Zu guter Letzt kann man natürlich auch einen Bildungskredit aufnehmen, darf aber nicht vergessen dass dieser – im Gegensatz zu einem Stipendium – wieder zurückgezahlt werden muss.
Ohne Geld in die USA fahren und dort jobben, funktioniert übrigens nicht. Zum einen braucht man eine Arbeitserlaubnis, zum anderen setzt die Einreisegenehmigung unter anderem einen Nachweis voraus, dass der Aufenthalt in den Staaten finanziell auf sicheren Füßen steht. Man braucht also beispielsweise eine Bestätigung, dass man ein Stipendium oder Auslands-BAföG bekommt. Die Höhe der statistisch zu erwartenden Kosten setzt die jeweilige Gastuni fest – darin enthalten sind die Studiengebühren inklusive der voraussichtlichen Lebenshaltungskosten, sprich Miete, Lebensmittel und Co. Das Centrum für Hochschulentwicklung geht von rund 1.000 Dollar pro Monat aus, wenn man in einem Studentenwohnheim wohnt.




