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Theaterwissenschaften in Michigan

Theaterkurse am Kalamazoo

Dass ein Auslandssemester in den USA kostenintensiv ist, wusste Madlen Meyer (21). Deshalb wählte sie aus den fünf möglichen Partneruniversitäten ihrer Hochschule diejenige mit den besten Stipendiumsbedingungen aus: das Kalamazoo College in Michigan.

Auf dem Bild sieht man Madlen Meyer vor dem Logo der Warner Bros. Entertainment Film- und Fernsehgesellschaft.

Wäre Madlen Meyer nicht nach Michigan gegangen, hätte sie ihren Bachelor ein Jahr früher gemacht. Aber die Erfahrung war ihr es wert.

Foto: Privat

Die 21-Jährige studiert an der Friedrich Alexander Universität in Erlangen die Fächer „Theater- und Medienwissenschaft“ sowie „English and American Studies“ im fünften Semester auf Bachelor. Nach dem vierten Semester ging es vor einem Jahr von Erlangen nach Michigan. Das Stipendium bekam sie für ganze neun Monate bewilligt. Es umfasste sowohl die Studiengebühren, die Unterkunft und das Essen – insgesamt rund 37.000 Dollar. Zusätzlich arbeitete sie in den ersten Monaten zwei bis vier Stunden pro Woche in einem Sprachlabor als Deutschtutorin. Mit einer Vergütung von 7,50 Dollar pro Stunde verdiente sie sich bis zu 200 Dollar dazu. Ausländische Studierende dürfen während der Vorlesungszeit nämlich maximal 20 Stunden wöchentlich auf dem Campus jobben, arbeiten außerhalb des Campus ist dagegen nicht gestattet.

Kalamazoo ist die größte Stadt in der südwestlichen Region des US-Bundesstaates Michigan. Ihr College ist eine der ältesten Schulen in Michigan. Auf dem Campus wohnen neben den amerikanischen Studierenden auch noch rund 30 internationale Austauschstudierende. „In den ersten zwei Wochen habe ich noch allein auf meinem Zimmer gelebt, dann bekam ich eine Mitbewohnerin“. Eine Amerikanerin, mit der sie sich auch heute noch gut versteht. Die beiden sind Freundinnen geworden und werden sich in ihren jeweiligen Heimatländern besuchen.

„Die Zeit verging wie im Flug. Ich habe viele Theaterkurse belegt sowie einige Schauspielkurse, die an der deutschen Uni gar nicht angeboten werden.“ So viele neue Eindrücke, neue Freunde, neue Studienerlebnisse – so fern der Heimat – da kommt der „Blues“ irgendwann zwangsläufig. Doch das Unileben, der gute Kontakt zu Freunden und die technischen Hilfsmittel wie Skype, die Draht in die Heimat sind, trösten darüber schnell hinweg, verrät Madlen Meyer.

Unbeschwert studieren

Jedes Quartal musste sie Kurse im Wert von je mindestens 2,4 Credits (in Deutschland meistens 5 Credit Points) belegen – zur Erklärung: Anders als hierzulande ist ein Studienjahr nicht in zwei Studiensemester, sondern in vier Quartale unterteilt. Hinzu kam die Anwesenheitspflicht, die die Amerikaner sehr streng sehen, auch die Fächer selbst rückten stärker in den Fokus, da bestimmte Kurse einfach häufiger innerhalb einer Woche angeboten wurden. Der verschulten Lehre kann sie persönlich sehr viel abgewinnen. „Mir ist das eher schulische College-System entgegengekommen. Auch das Notensystem, das sich in Amerika sowohl aus den Hausaufgaben und dem persönlichen Engagement zusammensetzt. In Deutschland bekommt man keine Note fürs Diskutieren, leider.“

Ihre Kurse suchte sie sich nach ihrem Interesse. Doch nicht alle Kurse oder Seminare werden von ihrer Heimatuni anerkannt. Welche Studienleistungen auch in Deutschland zu Credit Points führen, war für sie nicht wichtig. „Wäre ich nicht gegangen, hätte ich meinen Bachelor heute schon gemacht. Aber ich wollte das Jahr unbedingt machen. Ich habe die Zeit genossen, mich absichtlich nicht an Richtlinien gehalten und war dadurch einfach freier in der Kurswahl.“ So konnte sie sich ein ganzes Jahr nur ihren Interessen widmen. Dass sie dafür nun zwei Semester in Deutschland anhängen muss, nahm sie bewusst in Kauf.

Die USA haben sie persönlich wachsen lassen. „Ich bin selbstständiger und vor allem selbstbewusster geworden. Trau mir jetzt einfach mehr zu. Eigentlich kann ich es gar nicht richtig in Worte fassen – aber die Erfahrung gehört jetzt einfach zu mir.“

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