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Erfahrungsbericht Praktikum

Kein Praktikum für Weicheier

Im Medizinstudium muss man 90 Tage Praktikum in einer Pflegeeinrichtung leisten. Tom Weise aus Muldenstein (Sachsen-Anhalt) absolviert den ersten Teil davon schon vor dem Studienbeginn und schildert für abi>> seinen Alltag.

Tom Weise steht in gelber Pflegerkleidung vor dem Krankenhaus. Er hat blonde kurze Haare und trägt eine Brille.

Pflichtpraktikum schon vor Studienbeginn? Bei Medizin ist es möglich einen Teil des Praktikums schon vor der ersten Vorlesung abzuleisten.

Foto: privat

Steckbrief

Name: Tom Weise

Alter: 18

Abitur: 2011

Macht gerade: Praktikum im Gesundheitszentrum Bitterfeld-Wolfen

Und später? Medizin studieren

Ich habe während meiner Abiturprüfungen auf den Seiten verschiedener Hochschulen gelesen, dass man im Studiengang Medizin ein 90-tägiges Pflegepraktikum absolvieren muss. Da ich nach dem Abi sowieso zwei Monate Freizeit habe, habe ich mir gedacht, dass ich die ersten 30 Tage jetzt schon ableisten könnte, sodass ich in den Semesterferien mehr Zeit für Freunde und mich habe. Freunde von mir haben schon genau solche Praktika in genau diesem Krankenhaus gemacht und es mir daher empfohlen. Die Bewerbung verlief vergleichsweise einfach. Ich telefonierte mit der Praktikumsbeauftragten des Krankenhauses und fertigte meine Bewerbungsunterlagen an. Eine Woche später bekam ich einen Anruf und wurde zum Gespräch eingeladen.

Den Pflegern assistieren

Meine Wunschabteilung war die AC1. Das heißt Allgemein- und Viszeralchirurgie 1. Ich interessiere mich sehr für den menschlichen Körper und dort behandelt man eine große Vielzahl an Erkrankungen und findet somit Möglichkeiten, diese kennenzulernen.

Die Eingewöhnung war jedoch anstrengend, da man in diesem Beruf als Pfleger sehr viel laufen muss. Neben putzen, desinfizieren, Betten machen, Patienten versorgen und füttern, durfte ich auch schon viel assistieren, bei der Wundversorgung helfen und dabei sein, als ein Blasenkatheter entfernt wurde. Alles in allem kann man sagen, dass die Patienten sehr froh sind, Hilfe zu bekommen, und besonders glücklich, wenn man sich ein bisschen Zeit nimmt und sich um sie kümmert. Eine negative Seite ist natürlich auch die ständige Anwesenheit von Krankheit, Tod und Körperflüssigkeiten, die wirklich sehr unangenehm riechen können. Man muss einiges an Gerüchen aushalten können und darf kein Problem mit Blut und offenen Wunden haben, sonst kippt man schnell um. Außerdem sollte man keine Scheu vor den Patienten haben. Ein weiteres Minus ist, dass man absolut keinen Cent bekommt und trotzdem viel arbeiten muss. Da das Krankenhaus aber mit dem Fahrrad erreichbar ist, kann ich bei meinen Eltern wohnen bleiben und muss mich um nicht viel kümmern. Alles in allem finde ich die Arbeit von Tag zu Tag besser und bereue es auf keinen Fall! Meine Bewerbung an die ZVS ist mittlerweile raus und vielleicht habe ich ja Glück und werde an einer meiner Wunschhochschulen in Magdeburg oder Leipzig genommen.

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