"Das Jahr war fast unrealistisch schön!"
Ein Jahr Work & Travel in Neuseeland: Davon träumen viele. Marilena Hinkel (20) aus Krefeld hat sich ihren Traum erfüllt und hat sich nach dem Abitur auf den Weg gemacht.
Ein Jahr Neuseeland: Marielena aus Krefeld hat es gewagt und die beeindruckende Landschaft erlebt.
Foto: privat
Steckbrief
Name: Marilena Hinkel
Alter: 20
Abitur: 2009
Leistungskurse: Deutsch und Biologie
Macht gerade: Einen Aushilfsjob im Kletterwald
Und später? Studium der Sprachwissenschaft
Eigentlich stand für Marilena Hinkel (20) schon immer fest, dass sie nach dem Abitur erst mal ins Ausland geht, die Frage war nur, wohin? Die Entscheidung fiel, als sie den Film „Der Herr der Ringe“ sah, der in Neuseeland gedreht wurde. „Ich war fasziniert von der Landschaft und wollte unbedingt dorthin“ erzählt die 20-Jährige. „Also habe ich mich informiert und auf einer Messe die Organisation AIFS kennengelernt.“ Um das nötige Startkapital zusammen zu bekommen, jobbte Marilena schon während der Schulzeit als Kellnerin und nach dem Abitur bei der Post. Im September 2009 war es dann endlich soweit: Marilena konnte fliegen.
Raus aus dem Alltag
Die ersten paar Tage im fremden Land hat die 20-Jährige in einem Hostel verbracht und sich Zeit genommen, sich einzugewöhnen. „Der Anfang meiner Reise war total aufregend. Vorher hatte ich meinen gewohnten Alltag in Deutschland, jetzt musste ich plötzlich so viele Entscheidungen treffen.“ Wohin sollte sie zuerst fahren? Wo arbeiten? Wie lange bei einem Job bleiben? Die erste Entscheidung traf Marilena für einen Pferdereitstall. Der Job dauerte nur etwa zwei Wochen und war unbezahlt. Dafür waren Essen und Übernachtungen auf dem Gestüt für sie kostenlos. Das beste aber: Auf der Ranch lernte die 20-Jährige viele Leute kennen, die ebenfalls im Rahmen eines Work & Travel Aufenthaltes dort jobbten. „Viele der Leute trifft man immer mal wieder. So erfährt man, wo es gute Jobs gibt und wohin es sich lohnt, zu fahren. Manchmal reist man dann auch gemeinsam weiter.“ So auch Marilena, die zusammen mit einer Französin weiterzog und beim „fruit packing“ auf einer Kiwi-Farm die nächsten Monate verbrachte. „Fruit packing“, das Pflücken und Sortieren von Obst, war auch die Aufgabe auf der Apfel-Farm im Osten der Nordinsel. Einen Job auf der Südinsel hat Marilena sogar abgelehnt: Die Arbeit an der Rezeption eines Hostels hätte zwar vermutlich Spaß gemacht, aber das Industrie-Flair dieser Stadt hat die 20-Jährige wenig überzeugt. „Da war mir eine Pferdefarm viel lieber. Dort konnte ich beispielsweise Touristen mit den Pferden durch die Natur führen, war viel draußen und hatte trotzdem Kontakt zu vielen Menschen.“
Reisezeit
Zwischendurch hat sich die 20-Jährige aber auch immer wieder Zeit zum Reisen genommen. Dabei hat sie besonders die Nordinsel mit ihren Stränden, Wäldern und vulkanischen Gebieten erkundet. „Ich habe unheimlich viele Menschen kennengelernt und neue Freunde gefunden. Ich war beim Bungeejumping, habe einen Fallschirmsprung gemacht und ein kleines Tattoo erinnert mich jeden Tag an diese wunderbare Zeit“, schwärmt die 20-Jährige. Eine Bekannte aus Polen, die mittlerweile in Deutschland studiert, ist sogar eine richtig gute Freundin geworden, mit der sie sich auch heute noch ab und an trifft.
Ob sie auch negative Erfahrungen gemacht hat? „Natürlich ging irgendwann das Auto kaputt. Aber das lässt man reparieren und dann ist die Welt wieder in Ordnung. Und natürlich macht man sich Sorgen ums Geld – gerade wenn man mal ein oder zwei Monate keinen Job hatte. Richtig schief ging aber nichts. Und selbst wenn: Die Leute von AIFS hätten mir auf jeden Fall weitergeholfen. Außerdem hat das Jahr mein Selbstbewusstsein in Bezug auf Sprachen gestärkt: Ich weiß jetzt, dass ich Sprachwissenschaft studieren will. Alles in allem war dieses Jahr fast unrealistisch schön!“






