Wolke Hegenbarth
Teil 2
abi>>: Mit „Mein Leben & ich“ haben Sie den Durchbruch geschafft. Welche Bedeutung hat die Serie für Sie?
Wolke Hegenbarth: Natürlich eine ganz große! Die Serie war sehr erfolgreich, hat viele Zuschauer erreicht und bei so vielen Jugendlichen einen positiven Nachgeschmack hinterlassen. Ich werde noch immer von vielen darauf angesprochen. Und die Serie hat mir natürlich geholfen, in der Branche bekannt zu werden und mir so zu neuen Rollen verholfen. Jetzt bin ich selbst älter geworden und auch meine Rollen werden erwachsener. Ich finde es gut, älter zu werden. Ich bin viel ruhiger geworden, rege mich nicht mehr so schnell auf und bin weniger ungeduldig als früher.
abi>>: Wie sieht Ihr Alltag aus?
Wolke Hegenbarth: Ganz oder gar nicht – so kann man meinen Alltag beschrieben. Entweder ich habe sehr viel Arbeit, bin kaum zu Hause, sondern in anderen Städten oder Ländern unterwegs. Oder ich habe – wenn gerade kein Projekt ansteht – sehr viel Freizeit Und dann haben alle anderen keine Zeit, weil die natürlich studieren oder arbeiten müssen. Ich versuche die freie Zeit zu nutzen, indem ich Sport mache oder mich mit meinen Freundinnen treffe. Es ist leicht von Null auf Hundert zu kommen, aber schwer von Hundert auf Null. Trotzdem genieße ich die freie Zeit, denn der nächste Job kommt sicherlich ad hoc. Ich finde diesen Lebensstil auch nicht schlecht, sondern sehr spannend. Man weiß nicht, was man als nächstes tut. Ich bin ein bisschen wie ein Zigeuner, ein Weltenbummler. Diese Einstellung braucht man auch für diesen Job. Und gute Planung und Organisation und viel Disziplin.
abi>>: Was ist denn das Schöne an Ihrem Beruf?
Wolke Hegenbarth: Die Vielfalt! Ich mache immer etwas anderes. Vor kurzem bin ich für eine Dokumentation mit Haien getaucht, für meine Rolle als Polizistin in „Notruf Hafenkante“ konnte ich drei Schichten lang mit Polizisten auf Streife gehen, ich habe für „Let’s Dance“ Tanzen gelernt und für Stefan Raab Turmspringen geübt. Ich mache einfach Sachen, die man im normalen Leben nicht erlebt. Man fängt auch immer wieder neu an, muss sich auf Neues einlassen und kann viel lernen.
abi>>: Was raten Sie Abiturienten, die auch Schauspieler werden wollen?
Wolke Hegenbarth: Wenn sie Theater machen wollen, dann sollen sie auf eine Schauspielschule gehen. Wer aber unbedingt ins Fernsehen will, dem würde ich davon abraten. Es ist eher wie ein Lottospiel, da rein zu kommen und Erfolg zu haben. Denn man weiß nicht, nach welchen Kriterien die Filmbranche ihre Schauspieler auswählt. Das sind Gesetze, die wir nicht verstehen. Wenn da also ein Quäntchen Unsicherheit ist, sollte man besser die Finger davon lassen.
Wolke Hegenbarth über…
… den Deutschen Comedypreis: Das war ein Schock für mich – natürlich kein schlimmer. Und es war der Moment, als ich begann, mich selbst als Schauspielerin wahrzunehmen.
… Lebensmotto: Alles wird gut, aber man kann nicht alles haben.
… Zukunft: Ich plane eine Zukunft nicht, sondern versuche, im hier und jetzt zu leben.




