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Bundeswettbewerb Fremdsprachen

Faible für Fremdsprachen

Mit Sprachwitz und Ideenreichtum auf die vordersten Plätze: Beim Bundeswettbewerb Fremdsprachen 2010 hat Julia Göpfert (23) gemeinsam mit ihrem Azubiteam der ZF Sachs AG einen von vier ersten Preisen erhalten. Mit dem Videobeitrag "I bet I will?!", einem Äquivalent zur deutschen Sendung "Wetten, dass??", haben sie überzeugt.

Julia Göpfert und ihre Teamkollegin sitzen auf einem Sofa und lächeln und winken in die Kamera.

Julia Göpfert (re), alias Penélope Cruz, zusammen mit ihrer Teamkollegin, die im Beitrag Heidi Klum verkörperte.

Foto: Privat

Die angehende Industriekauffrau war eine von insgesamt zwölf Auszubildenden im ersten Lehrjahr beim Automobilzulieferer ZF Sachs in Schweinfurt, die 2010 in zwei Gruppen am Bundeswettbewerb Fremdsprachen in der Sparte „Team Beruf“ teilgenommen haben. Die Aufgabe bestand darin, in Teamarbeit einen siebenminütigen Video- oder Audiobeitrag in einer oder mehreren Fremdsprachen zu erstellen, der bis zum 1. Juni 2010 eingereicht werden sollte. Das Thema war frei gestellt, allerdings sollte der berufliche Hintergrund klar erkennbar sein.

„Für unseren Film mit dem Titel ‚I bet I will …!’ dachten wir uns eine Innen- und Außenwette aus, die mit Produkten unseres Arbeitgebers zu tun hatten.“ In der Innenwette musste der Kandidat mit verbundenen Augen zwei von drei Stoßdämpfern erkennen. In der Außenwette wettete die Kandidatin, dass sie mit dem Auto, in das ein ganz neues Antriebssystem eingebaut war, eine Strecke von 9.000 Kilometern fahren könne und dabei pro 100 Kilometer lediglich vier Liter Benzin verbrauchen würde, anstatt der von Händlern angegebenen fünf.

Für den Beitrag schlüpften die Azubis in die Rolle der Kandidaten, der Moderatoren Thomas Gottschalk und Michelle Hunziker sowie der Studiogäste Heidi Klum und Penélope Cruz. „Ich spielte im Film Penélope Cruz und konnte so meine Spanischkenntnisse einbringen“, sagt Julia Göpfert, die vor ihrer Ausbildung zur Industriekauffrau bereits eine zweijährige Ausbildung zur Fremdsprachenkorrespondentin für Englisch und Spanisch abgeschlossen hat.

In Teamarbeit zum Sieg

Um die Idee für ihren eigenen Wettbewerbsbeitrag zu entwickeln, das Drehbuch zu schreiben, die Kostüme und Requisiten auszuwählen und den Film schließlich zu drehen, traf sich Julia Göpferts Gruppe insgesamt zehn Mal. „Zudem sollte jede Gruppe eine Broschüre erstellen, in der die Schauspieler und der Inhalt des Films vorgestellt werden. Auch das Drehbuch sollte darin nochmals abgedruckt werden, alles in Englisch und Spanisch.“ Innerhalb der Gruppe kümmerte sich Julia Göpfert hauptsächlich um die Ausarbeitung und die Übersetzung aller Texte, „da ich das größte Englischwissen habe und auch als einzige Spanisch spreche.“ Betreut wurden die zwei Gruppen von der Assistentin der Ausbildungsabteilung, Christine Lueger, die alle Texte redigierte und auch während der Dreharbeiten mit Rat und Tat zur Seite stand.

Der Bundeswettbewerb Fremdsprachen, ausgerichtet vom Verein Bildung und Begabung, ist in sieben Einzelwettbewerbe unterteilt – darunter Einsprachenwettbewerbe, aber auch ein Mehrsprachenwettbewerb oder ein Spezial-Wettbewerb für Japanisch und Chinesisch. Neben diesen Wettbewerben für Schüler gibt es auch den Gruppenwettbewerb für Azubis. Der Auszubildenden Julia Göpfert machte die Teilnahme am Wettbewerb großen Spaß: „Die Teamarbeit gefiel mir sehr, denn ich finde, dass ein besseres Ergebnis herauskommt, wenn mehrere Köpfe ihre Ideen einbringen. Zusätzlich konnte ich meine Sprachkenntnisse vertiefen.“

Das Beste zum Schluss

Die 23-Jährige und ihre fünf Teamkollegen wurden für die harte Arbeit belohnt: Unter mehr als 160 teilnehmenden Gruppen gehörten sie zu den 15 besten, die im Dezember nach Bremen zum Azubiturnier eingeladen wurden. Auf dem Azubiturnier erfuhren die Teams nicht nur, welchen der Plätze sie belegt hatten, sondern nahmen an einem zusätzlichen Wettbewerb teil, wofür die Gruppen neu gemischt wurden. In neuer Konstellation sollten sie „live on stage“ ein kurzes Stück aufführen und zeigen, wie ein Firmenmitarbeiter bei seinem Arbeitsbeginn im Ausland mit Situationen wie Behördengängen, Wohnungssuche oder ersten Begegnungen mit neuen Kollegen oder dem Chef umgeht. Vorbereiten konnte sich Julia Göpfert auf diese Aufgabe nicht, da das Thema vorher nicht bekannt gegeben wurde. Allerdings schlugen sie und ihre neue Gruppe sich vor Ort sehr gut: Am Ende sicherten sie sich den zweiten Platz. In der Gesamtwertung der Siegergruppen des „Team Beruf“ erhielten Julia Göpfert und ihre Mitstreiter sogar einen von insgesamt vier ersten Preisen, die je mit 1.000 Euro dotiert waren.

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