Manche Aufgaben können Fachinformatiker innerhalb weniger Tage selbst erledigen, andere, große Projekte, dauern länger und werden im Team bearbeitet.
Foto: Martin Rehm
„Mir gefällt meine Arbeit. Ich arbeite an verschiedenen Projekten, kann viel programmieren, habe aber auch Kundenkontakt und eine Menge nette Kollegen“, erzählt sie begeistert. Heute ist sich Simone Scheumann sicher, dass die Ausbildung zur Fachinformatikerin die richtige für sie ist. Doch der Weg dahin war sehr verschlungen. Simone Scheumann hat die fachgebundene Hochschulreife im Wirtschaftszweig abgelegt und schon während der Schulzeit einige Praktika im kaufmännischen Bereich gemacht. Daneben hat sie aber auch Spaß an Mathe und hat in der Schule schon Informatik als Fach belegt. „Ich habe dann ein Praktikum bei der AOK gemacht. Die Tätigkeit als Sozialversicherungsfachangestellte hat mir gut gefallen“, erinnert sich die 25-Jährige. Da sie auf ihre Bewerbungen nur Absagen erhielt, hat sie einen Plan B gebraucht und Informatik an der Ohm Hochschule in Nürnberg studiert. Nach dem fünften Semester war dann Schluss: „Ich habe gemerkt, dass mir das Studium zu theoretisch ist, ich wollte mehr programmieren.“ Acht Bewerbungen hat sie geschrieben und fünf Zusagen erhalten. Simone Scheumann hat sich dann für die Ingentis Softwareentwicklung GmbH in Nürnberg entschieden.
Viel Kundenkontakt
Vor zwei Monaten hat sie die Ausbildung abgeschlossen und das Jobangebot ihres Ausbildungsbetriebs gerne angenommen. Nun realisiert die 25-Jährige zusammen mit ihren Kollegen individuelle Softwareprodukte für ihre Kunden. Einer davon ist beispielsweise die Datev, ein IT-Dienstleister für Steuerberater, Wirtschaftsprüfer und Rechtsanwälte.
Um ihre Arbeit gut zu erledigen, muss Simone Scheumann flexibel auf Kundenwünsche reagieren: Wenn die Datev etwa ein neues Tool zur Datenstrukturierung braucht, wendet sie sich an die Fachinformatikerin. Dann stimmt sich die 25-Jährige mit dem Kunden ab, schreibt ein Angebot und beginnt mit der Programmierarbeit. Manche Aufgaben kann sie innerhalb weniger Tage selbst erledigen, andere, große Projekte, dauern länger und werden im Team bearbeitet. „Viele unterschätzen den Kundenkontakt. Dabei ist es ein großer Teil meiner Arbeit, mit ihnen zu klären, was genau sie wollen und wie wir das realisieren können. Auch die Betreuung nach Abschluss des Projekts ist sehr wichtig“, weiß Simone Scheumann, denn Programmierfehler kommen immer wieder vor. „Ein Programm auf Anhieb fehlerlos zu gestalten, ist praktisch unmöglich“, schildert sie. Deshalb habe man auch nach Auslieferung des Produkts immer mal wieder mit den Kunden zu tun, wenn sie Fehler melden.
Ein weiterer Punkt ihrer Arbeit: Immer up to date bleiben, gerade was Programmiersprachen angeht. „Während meiner Ausbildung habe ich einen Schwerpunkt auf die Datenbanksprache SQL gelegt, mit der man Daten aus einer Datenbank auslesen oder manipulieren kann, und bin mittlerweile ziemlich fit“, erzählt die 25-Jährige. Das reiche aber noch lange nicht aus, um im Beruf auch alt zu werden. Man müsse sich ständig weiterbilden und sich auch mit anderen Sprachen, wie C# oder verschiedenen Skriptsprachen, auseinandersetzen: „Dann ist Learning by doing angesagt, aber das klappt eigentlich ganz gut.“





