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Fokus auf Abinote in der Kritik

Studienplatzvergabe für Medizin

Fokus auf Abinote in der Kritik

Nur jeder Fünfte, der sich in Deutschland auf einen der 11.000 Studienplätze im Fach Medizin bewirbt, erhält eine Zusage. Nun beschäftigt sich das Bundesverfassungsgericht mit der Frage, ob die starke Gewichtung der Abiturnote für die Studienplatzvergabe noch zeitgemäß und mit dem Grundgesetz vereinbar ist.

Mit der Klage zweier Studienbewerber, die trotz Wartesemester und praktischer Erfahrungen im Medizin- und Pflegebereich keinen Studienplatz erhielten, beschäftigt sich derzeit das Bundesverfassungsgericht. Womöglich verstößt zum Beispiel gegen das Grundgesetz, dass die Wartezeit derzeit 15 Semester beträgt. Im Jahr 1977 hatte das Gericht festgelegt, dass die Wartezeit nicht länger als die Regelstudienzeit sein darf – die beträgt im Medizinstudium allerdings zwölf Semester. Eine Entscheidung wird in mehreren Wochen erwartet.

Das Medizinstudium zählt zu den bundesweit zulassungsbeschränkten Studiengängen wie auch Tiermedizin, Zahnmedizin und Pharmazie. Im Auftrag der Bundesländer vergibt die Stiftung für Hochschulzulassung für diese die Studienplätze in einem mehrschrittigen Verfahren. Der Zugang erfolgt über drei Quoten: 20 Prozent der Plätze werden an die Abiturienten mit dem besten Notenschnitt vergeben – in der vergangenen Runde gelang dies nur jenen mit einer Note von 1,0 oder 1,1 –, 20 Prozent an die mit den meisten Wartesemestern. Weitere 60 Prozent der Plätze besetzen die Hochschulen nach eigenen Kriterien, etwa dem Test für medizinische Studiengänge oder Auswahlgesprächen.

Gerade in letzterer Quote können sich einschlägige Ausbildungen, Berufserfahrungen oder Freiwilligendienste positiv auf die Bewerbung auswirken. Jedoch ist auch hier die Abiturnote maßgebend und längst nicht alle deutschen Hochschulen beziehen Praxiserfahrung in ihre Bewertung ein.

Mehr Infos

Centrum für Hochschulentwicklung (CHE)
www.che.de/cms/?getObject=5&getNewsID=2084&getCB=398&getLang=de

abi>> 10.10.2017

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