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Zwischen Studium & Beruf

Warum will mich denn keiner?

Es ist doch echt zum Mäusemelken, schon wieder eine Absage. Ich möchte einen Job, das kann doch nicht so schwer sein, Leute. Weil mich die Absage frustriert, beschließe ich erst einmal eine Runde joggen zu gehen und fühle mich danach auch sehr viel besser. Neues Spiel, neues Glück. Weitersuchen. Selbstverständlich thematisiere ich meine Jobsuche auch häufiger im Bekanntenkreis und einige Tage später weist mich eine Freundin auf eine Firma hin, die noch nach Mitarbeitern sucht. Zwar nicht in einer Branche, die ich eigentlich ins Auge gefasst hatte, aber doch etwas, was ich mir vorstellen könnte. Daher melde ich mich kurzentschlossen dort und bekomme vorerst eine positive Rückmeldung. Endgültig Bescheid bekomme ich zwar noch, aber das macht mir Mut.
Nach dem Vorstellungsgespräch denke ich wieder ernsthaft über meine Zukunft nach: Jobs vor allem im selbstständigen Bereich, sei es als Journalistin, Promoterin, Texterin oder Nachhilfelehrerin könnte ich mir sehr gut vorstellen, weil ich dabei meine Zeit selbst einteilen und meine Arbeitsweise weitestgehend selbst bestimmen kann. Nebenbei würde ich natürlich trotzdem noch gerne promovieren. Gegen eine Vollzeitstelle als Onlineredakteurin oder wissenschaftliche Mitarbeiterin hätte ich natürlich auch nichts einzuwenden, allerdings wie heißt es so schön: Im Leben kommt es immer anders als man denkt.
Manch einer hält mich vielleicht für unentschlossen, dass ich nicht wüsste, was ich will. Das sehe ich anders, denn ich weiß genau, was ich möchte und was ich kann. Meine vielen Interessen und Leidenschaften empfinde ich dabei eher als Vorteile, nur wenn das eine nicht funktioniert, probiere ich eben Plan B aus. Und wenn der auch nicht so läuft wie geplant, hat das Alphabet noch sehr viel weitere Buchstaben. Ich bin flexibel. Ich bin mir sicher, dass ich am Ende einen Job ausüben werde, der mich glücklich macht und bei dem mein Arbeitsumfeld passt. Nette Kollegen sollte man schließlich nicht unterschätzen. Vielleicht muss ich anfangs auch auf eine Übergangslösung ausweichen, aber selbst da werde ich mich bemühen, das Beste aus der Situation zu machen, weil es in meinem Leben nur eine Richtung gibt und die ist vorwärts!

Autor: Nele  |  Rubrik: beruf & karriere  |  Sep 16, 2019
Autor: Nele
Rubrik: beruf & karriere
Sep 16, 2019

Zwischen Studium & Beruf

Ich hab die Stelle!

Als ich am 30. Dezember 2018 ein letztes Mal im alten Jahr in den Briefkasten schaute, blieb mein Herz für einen Moment stehen. Ein Umschlag aus Bayreuth, der Stadt, in der ich kurz zuvor mein Studium beendet hatte und in der ich mich für eine Stelle im Umweltamt beworben hatte. In aller Eile riss ich den Umschlag auf, er schien zu groß, um nur eine Absage zu enthalten. Und tatsächlich: Man hatte sich bei der ausgeschriebenen Stelle für mich entschieden!
Ich habe mich so über diese Zeilen gefreut und erlebte durch diese Mitteilung tags drauf das freudigste Silvester, an das ich mich erinnern kann. Die Monate, die ich erfolglos nach Arbeit gesucht hatte und in denen ich oft sehr unglücklich über meine Situation war, sollten endlich zu Ende sein.
Schon zwei Wochen später startete für mich dann tatsächlich das Berufsleben. Die lange Anfahrt von Nürnberg sah ich gelassen, da es sich um eine Teilzeitstelle handelt und ich mir meine Stunden ganz entspannt einteilen kann. Es fühlt sich gut an, wenn man zur Arbeit fährt und tatsächlich auch Geld damit verdient. Endlich kann ich meiner Tante sagen, dass ich einer Arbeit nachgehe, für die ich Geld bekomme. Diese Tante lag mir nämlich schon seit vielen Jahren immer wieder fragend in den Ohren, wie lang dieses Studieren denn nun noch dauern solle. Für eine akademische Laufbahn bringt sie generell Unverständnis mit. Solche Fragen sind sicher nicht ganz unberechtigt, schließlich haben meine Schulkameraden, die eine Ausbildung gestartet hatten, teilweise schon über fünf Jahre Berufserfahrung sammeln können und ihr eigenes Geld verdient. Aber gut, mein Weg war ein anderer und ich bin sehr dankbar, dass dieser Weg sich nun langsam doch als der richtige für mich abzeichnet.
Meine Zeit als Bloggerin bei abi>> endet nun mit dem Berufsübertritt. Ich würde mich freuen, wenn meine hier geteilten Erfahrungen dem ein oder anderen weiterhelfen.
Euch da draußen, die ihr noch auf der Suche nach dem richtigen Studiengang, oder dem richtigen Job seid, wünsch ich von Herzen alles Gute. Man braucht in vielen Dingen einen langen Atem, das habe ich gelernt. In diesem Sinne: Tief Luft holen und bei Problemen lieber mal Luft rauslassen, statt das Atmen ganz sein zu lassen. Es gibt für jeden einen gangbaren Weg.

 

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Apr 23, 2019
Autor: Mia
Rubrik: studium
Apr 23, 2019

Zwischen Studium und Beruf

Bewerbungszeit geht an die Substanz

Nach meinem Abstecher in die Altenpflege beschloss ich, mein Studium nicht gleich an den Nagel zu hängen. Wenigstens sieben Monate wollte ich nach einem Job in meiner Branche suchen, bevor ich aufgab, um eventuell doch eine alternative Ausbildung zu beginnen.
Ich finde es wirklich schrecklich, seine Zeit nur noch in Bewerbungen zu investieren. Zuerst einmal braucht man ja einen tollen Lebenslauf und Bewerbungsschreiben, das jedem Arbeitgeber klarmachen soll, dass man das Beste ist, was es auf dem Markt gibt. Das allein erinnert ja schon sehr an Viehversteigerung und ist mir deshalb schon zuwider. Wenn man dann noch ein wenig ausgeprägtes Selbstvertrauen hat, macht das die Selbstbeweihräucherung nicht einfacher.
Es ist frustrierend, das Internet nach Stellenanzeigen zu durchkämmen. Da fragt man sich oft: Welche Übermenschen gibt es auf dem Arbeitsmarkt, die sich qualifiziert genug fühlen, diese Stellen auszufüllen? Junge, berufserfahrene, mobile und gesunde Menschen sind gesucht, die mit irgendwelchen flachen Hierarchien gelockt werden, aber bitte keine Festanstellung erwarten sollten. Da ich ja verheiratet bin und mit meinem Mann gerade erst näher zu seiner Arbeit gezogen bin, kommt für mich ein Arbeitsplatz außerhalb der Pendlerreichweite nicht in Frage. Geoökologen sind nun mal oft Globetrotter und eher unstet und flüchtig. Ich kann euch sagen, ich bin regelmäßig verzweifelt auf meiner Jobsuche.
Nach etwa acht Bewerbungen wurde ich erstmals zu einem Bewerbungsgespräch eingeladen. Das freute mich zwar, nur leider lief die Vorstellung dann doch nicht so rosig. Nach einer zweimonatigen Auszeit stand noch eine Rückmeldung aus Bayreuth aus. Ja, ich hatte es tatsächlich gewagt, mich nochmal in Bayreuth zu bewerben, zwar nicht an der Uni, das hätte ich nicht mehr gewollt, aber im Rathaus als Fachkraft für Naturschutz und Landschaftspflege. Ich hatte eigentlich keine Lust mehr auf Bayreuth. Aber meine Freunde motivierten mich sehr, es doch wenigstens zu probieren, absagen könne man ja immer noch. Und als ich dann tatsächlich etwa ein halbes Jahr nach Bewerbungsschluss zu einem Vorstellungsgespräch eigeladen wurde, freute ich mich doch sehr.

Autor: Mia  |  Rubrik: studium  |  Apr 9, 2019
Autor: Mia
Rubrik: studium
Apr 9, 2019