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Medizin studieren

Zeit für mich

Drei Wochen früher als geplant war ich nun also wieder in Deutschland. Zu tun gab es vor allem eines: Entspannen. Der ursprünglich für Ende Juli geplante Termin der Verteidigung meiner Doktorarbeit fiel ins Wasser, sodass ich knapp vier Wochen Zeit hatte, in Münster die Seele baumeln zu lassen. Morgens aufzustehen und nicht zu wissen, was der Tag bringt – ein Zustand, den ich seit Studienbeginn nie mehr hatte. Nicht, weil es nicht möglich gewesen wäre, sondern, weil ich es nicht wollte. Jetzt allerdings genoss ich diese Abwesenheit von Verpflichtungen in vollsten Zügen, besuchte Freunde, auch außerhalb Münsters und NRWs, machte Sport, wenn ich dazu Lust hatte und nicht, wenn ein zweistündiges Zeitfenster es erlaubte. Morgens blieb ich nach dem Aufwachen erst mal im Bett und las, bevor ich mich langsam in den Tag gleiten ließ. Und mittags überlegte ich spontan, ob ich mit Freunden in die Mensa, mir lieber selbst etwas kochen oder auf den Markt zum Essen gehen wollte.
Alles in allem eine wirklich erholsame Zeit.
Meinem Naturell entspricht dieses Verhalten eigentlich nicht. Ich plane gerne meine Tage durch, um alles machen zu können, worauf ich Lust habe. Entsprechend froh war ich auch, als Ende Juli ein sogenanntes „gruppendynamischen Training“, ein freiwilliges Angebot der Medizinischen Fakultät, anstand. Dadurch war ich eine Woche lang von 9 bis 19 Uhr beschäftigt. Dabei beschäftigten wir uns in einer Gruppe von acht Leuten während der ganzen Zeit nur mit uns selbst und der Gruppe. Eine intensive Erfahrung, da man gezwungenermaßen viel über eigene Handlungsweisen, Denkweisen und Marotten reflektiert. Aber auch eine super lehrreiche Zeit, die einem im Alltag, aber auch später im Beruf, eigentlich in allen Situationen, in denen man in einer Gruppe funktionieren muss, von Vorteil sein kann. Nach dem Ende dieses Trainings stand dann ein kleiner Zwischenurlaub in den Alpen an.

Autor: Johannes  |  Rubrik: orientieren  |  Sep 20, 2019

Medizin studieren

Fern und doch ganz nah

Zwei Monate, bevor es nach Riga ging, habe ich mich neu verliebt. Und das klingt vielleicht etwas naiv, aber in den zwei Monaten sind wir eng zusammengewachsen, sodass mein Auslandssemester für uns zur Herausforderung wurde. Nun lebten wir für fünf Monate weit voneinander entfernt – sie in Münster, ich in Riga.
Ich mag keine Fernbeziehungen. Ich bin jemand, der gerne viel Zeit mit seinem Partner verbringt und die Nähe sucht. Aber nun mussten wir mit der Situation umgehen. Sich zu vermissen ist kräftezerrend. Manchmal hat man das Gefühl, es sei kein Ende in Sicht, aber es lohnt sich. Besonders im Nachhinein finde ich unsere Entwicklung während des Auslandssemesters spannend und spüre, wie sie nachhaltig unseren Umgang miteinander und unsere Beziehung prägt. Anfangs haben wir noch recht wenig Kontakt gehabt, haben ab und zu miteinander geschrieben und alle paar Tage telefoniert. Wir merkten aber beide, dass wir uns nach einer gewissen Regelmäßigkeit sehnten. So entstanden kleine Rituale. Ich fing an, morgens nach dem Aufstehen einen kleinen Text zu schreiben, griff dabei Themen vom Vortag auf, wünschte ihr gute Dinge für den Tag und verabredete mich für später. Abends wünschten wir uns dann „Gute Nacht“, so beendete man den Tag zusammen und hörte nochmal, wie es dem anderen ging. Sonntags nahmen wir uns mehr Zeit und chatteten miteinander. Wir nutzten die Zeit, die wir hatten.
Dazu bemühten wir uns, uns in nicht allzu großen Abständen zu sehen und etwas miteinander zu erleben. Zum Beispiel fuhren wir an die Küste Lettlands, haben Nationalparks besucht und uns gegenseitig noch mehr in das jeweilige Umfeld mit einbezogen. Sie lernte alle meine Leute in Riga kennen, ich noch mehr ihrer Freundinnen und Freunde in Münster, sodass wir uns in der Ferne immer gut vorstellen konnten, was der andere gerade macht. Es geht nicht um Kontrolle, sondern um Teilhabe, wonach wir beide uns gleichermaßen sehnten.
Wir wuchsen dadurch enorm, gaben uns viel Halt in einer unsicheren Zeit, denn keiner von uns konnte Garantie geben, dass das alles funktioniert. Doch das tat, unsere Beziehung blühte so richtig auf.
Die nächste Herausforderung wird sein, wieder in einen gemeinsamen Alltag einzutauchen. Aber auch das werden wir ehrlich und aufrichtig miteinander angehen, denn das ist das Wichtigste.

Autor: Thilo  |  Rubrik: studium  |  Sep 18, 2019
Autor: Thilo
Rubrik: studium
Sep 18, 2019

Medizin studieren

Zwei Monate Surfen

Viele Examensabsolventen starten nach dem zweiten Staatsexamen direkt in das Praktische Jahr (PJ). Da arbeitet man sozusagen als „Arzt light“, muss schon im Stationsalltag mitarbeiten, lernt allerdings noch sehr viel und verdient wenig.
Ich hatte mich jedoch dafür entschieden, zwischen mein Examen und dem PJ ein halbes Jahr Pause einzuschieben, bevor der Berufsalltag beginnt.
Dabei verschlug es mich für zwei Monate nach Indonesien, einem beliebten Ziel für Backpacker, aber auch für wellenhungrige Surfer. Dabei bemühte ich mich, Orte mit möglichst wenig Tourismus zu finden. Am Ende war ich an einem Ort meiner Träume: Ich wohnte in einer kleinen Strandhütte mit Hängematte und den Wellen direkt vor der Nase. Mein Tagesablauf sah für ganze sechs Wochen so aus:
Aufstehen um 5.30 Uhr, Sonnenaufgang beobachten um 5.45 Uhr und ab sechs Uhr morgens Surfen. Um halb neun ging es dann langsam zurück an Land, gefolgt von einem ausgiebigen Frühstück, um schließlich in der Hängematte zu liegen und zu lesen. Um kurz vor zwölf ging es dann wieder an den Strand. Den Nachmittag verbrachte ich dann im nächstgelegenen indonesischen Imbiss und in der Hängematte, um Energie für die abendliche Surfsession von vier bis sechs zu tanken. Anschließend Abendessen und Lesen, um dann gegen zehn Uhr die Augen zuzumachen und von perfekten Wellen zu träumen!
Von einem „Kulturtrip“ kann also nicht wirklich die Rede sein, vielmehr hatte dieser Urlaub enorme Ähnlichkeiten mit einem sehr langen und deutlich günstigeren Skiurlaub. Alles in allem nicht die schlechteste Art und Weise, sich von einem Staatsexamen zu erholen. Nach zwei Monaten wurde das dann jedoch ein bisschen eintönig. Als ich erfuhr, dass meine Dissertation angenommen, und nun zu verteidigen wäre, entschloss ich kurzerhand, drei Wochen früher als geplant zurück nach Deutschland zu fliegen. Eine Entscheidung, die ich nie bereute.

Autor: Johannes  |  Rubrik: studium  |  Sep 16, 2019
Autor: Johannes
Rubrik: studium
Sep 16, 2019