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Master live

Time to say goodbye

Irgendwie schon komisch. Ich glaube ich bin alt geworden. Oder die Zeit wurde mir von den grauen Herren aus Momo gestohlen. Die fand ich schon immer sehr unsympathisch. Wahrscheinlich habe ich die letzten beiden Jahre aber einfach nur viel erlebt, da kommt es einem vor, als hätte man sich erst gestern für das Masterstudium eingeschrieben. Heute bin ich mit Erstaunen an Erstsemestern vorbeigelaufen, die neu in der Stadt sind und gerade von der Einschreibung kommen. Und ich realisiere, dass das ganze bei mir schon zwei Jahre her ist. Zwei Jahre. Eine verdammt lange Zeit. Da kann viel passieren. Ich habe geliebt, gelernt, gestritten, gesungen und schlichtweg gelebt.
Noch gehe ich jeden Tag in die Bibliothek, selbst bei der Hitze und Schwüle fühle ich mich auf einmal in der Abteilungsbibliothek im dritten Stock wohl. Witzig, wie schnell einem Dinge doch vertraut werden. Meine Masterarbeit macht mir erstaunlich viel Spaß und wenn ich ehrlich bin, würde ich das Thema gerne zu einem Dissertationsprojekt ausbauen. In zwei Wochen wird aber auch diese Phase vorbei sein und ich kann jetzt schon den Tag visualisieren, an dem ich das Institutsgebäude zum letzten Mal verlassen werde. Ein bisschen Wehmut schwingt schon mit. Zugleich empfinde ich große Vorfreude auf das, was kommen wird. Bereits jetzt habe ich schon unendlich viele Ideen für Projekte. Eines davon ist, mit einer Freundin einen eigenen Blog zu starten. Ein anderes, meinen lang ersehnten Roman fertig zu schreiben. Dann wäre da noch die Sehnsucht, mich endlich mal wieder beim Tanzkurs anzumelden. Viele Bücher zu lesen. Die Welt zu sehen. Selbstverständlich freue ich mich auch auf die „ganz normalen“ Dinge, die leider nicht immer so wertgeschätzt werden, wie man das sollte: Geburtstage feiern, ins Kino gehen und lachen.
Meine Studienzeit war wunderbar, aber jetzt beginnt ein neuer Abschnitt, der mir noch völlig unbekannt ist. Und diese Ungewissheit fühlt sich gar nicht mal so schlimm an. Wie gesagt, eigentlich freue ich mich einfach nur auf das Leben und versuche den Glauben zu kultivieren, dass immer alles gut wird. Trotz Brexit, unsicherer Arbeitslage und was in der Welt sonst noch so alles schief läuft. Meditation hilft dabei ungemein, vor allem in Verbindung mit Yoga.

Autor: Nele  |  Rubrik: studium  |  Sep 6, 2019

Master live

Kolloquium

Während ich meine Masterarbeit schreibe, muss ich noch einen Kurs aus dem sogenannten Projektmodul belegen: Das Kolloquium, welches mich während der „heißen Phase“ unterstützen und begleiten soll. Bestandteil dieses Kurses war auch eine Vorstellung unseres Masterarbeitsprojekts, dem aktuellen Stand und auch die Thematisierung von Problemen, die während unserer Forschungen aufgetreten sind oder auftreten könnten.
Bei der Präsentation und der anschließenden Besprechung für mein Thema „Mittelaltermärkte und gelebte Geschichte“ schlug ich mich richtig gut. Die anschließende Besprechung war dann für mich gerade wegen der unterschiedlichen Wissensstände und Fachgebiete im Raum sehr gewinnbringend, weil ich neue Perspektiven ins Auge fassen konnte oder sich für mich neue Herangehensweisen eröffnet haben. Das kann jedoch nicht über die Tatsache hinweg täuschen, dass ich mit meinem Zeitplan sehr weit hinterher hinke, was mich sehr nervös macht.
Momentan verbringe ich gefühlt Tag und Nacht in der Bibliothek, allerdings habe ich mir auferlegt, täglich Sport zu machen und mich gesund zu ernähren. Außerdem nehme ich mir Zeit für meine tägliche Meditation, um meinen Stresspegel einigermaßen unter Kontrolle zu halten. Wenn mein Perfektionismus zuschlägt, kann das Schreiben der Masterarbeit nämlich noch stressiger werden, als es ohnehin schon ist und ich versuche, mir den Spaß an der Sache zu erhalten, da mir das Thema an sich so gut gefällt. Die nächsten Wochen werde ich zwar noch hauptsächlich in der Bibliothek verbringen, aber ab und zu nehme ich mir die Freiheit eines Soziallebens heraus – Freunde sind schließlich wichtig und nach einem tollen Nachmittag oder Abend kann ich gleich wieder motivierter an meine Masterarbeit gehen.

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  Aug 15, 2019
Autor: Nele
Rubrik: orientieren
Aug 15, 2019

Master live

Beim Auswahlverfahren

Als ich die Einladung zum schriftlichen Auswahlverfahren des Auswärtigen Amts erhielt, konnte ich vor Freude kaum an mich halten. Es ist schlicht und ergreifend ein Kindheitstraum von mir, für das Auswärtige Amt zu arbeiten. Und ich hätte nicht damit gerechnet, so schnell Rückmeldung zu erhalten.
Am nächsten Tag habe ich mir den Zeitplan für das Auswahlverfahren angesehen und musste erst einmal schlucken. Ich habe einiges an Vorbereitungsarbeit vor mir. Mein Tag beginnt um 8 Uhr und endet um 17 Uhr. Den Anfang macht eine einstündige politische Analyse, danach folgen zwei Sprachtests, in meinem Fall Englisch und Französisch. Dort muss ich mindestens ein Niveau von C1 und B2/C1 vorweisen. Also frische ich mein Französisch momentan etwas auf, weil ich damit ein wenig aus der Übung bin. Weiterhin muss ich noch einmal einen 90-minütigen psychologischen Eignungstest ablegen, der wahrscheinlich dem ähneln wird, den ich im Vorfeld absolvieren musste, daher mache ich mir darüber keinerlei Gedanken, den ersten habe ich schließlich auch bestanden. Was mir allerdings erhebliche Sorgen bereitet, sind die vier Wissenstests am Ende: Allgemeinwissen, Politik und Geschichte, Jura und Volkswirtschaftslehre. Vor allem die letzten beiden Themengebiete sind mir immer vergleichsweise schwer gefallen. Dementsprechend werde ich meine Vorbereitungen überwiegend auf sie konzentrieren und darauf, meine Grundkenntnisse in diesen Bereichen aufzufrischen. Zum Glück handelt es sich „nur“ um Grundkenntnisse. Der Test ist in einem Monat, und ich schreibe außerdem noch meine Masterarbeit. Das wird sportlich. Ach ja, und eventuell sollte ich noch etwas zur Geschichte der DDR wiederholen. Ich bin dann mal lernen.

 

Autor: Nele  |  Rubrik: orientieren  |  Jul 25, 2019