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Was tun nach dem Abi?

Mein letzter Tag in Nepal

Als ich an meinem letzten Tag ins Shanti-Zentrum kam, hatte ich ein flaues Gefühl im Bauch. Ich bin normalerweise kein sehr emotionaler Mensch, aber ich wusste nicht so recht, wie ich mit dieser Situation umgehen sollte. Das Wissen, all diese Menschen gerade zum letzten Mal für eine lange Zeit zu sehen, beschäftigte mich schon sehr. Viele der Shanti-Mitglieder hatten gar nicht auf dem Schirm, dass es mein letzter Tag war. Alle fragten, wann ich wiederkommen würde. Die Arbeiter aus den verschiedenen handwerklichen Abteilungen überreichten mir spontan ein kleines Abschiedsgeschenk und wünschten mir eine gute Reise. Manche Hostel-Kinder fingen beim Abschied plötzlich an zu weinen. Da war ich auf einmal selbst den Tränen nahe.
Dann ging alles ganz schnell und ich wurde zum Flughafen gebracht. Dort hieß es dann schließlich, den anderen Freiwilligen Tschüss zu sagen. Am schwersten fiel mir der Abschied von Deepak, dem nepalesischen Volontär, der mir wirklich sehr ans Herz gewachsen ist.
Am Gate schloss ich langsam mit der zurückliegenden Zeit ab. Als ich in den Flieger stieg, konnte ich mich auch zum ersten Mal wieder richtig auf das neue Kapitel freuen, das ich jetzt begann. 209 Tage Nepal lagen hinter mir, jetzt würden 39 in China folgen.
Was ich vermissen werde:
Den Nervenkitzel, wenn man eine Straße überquert.
Dass sich niemand beschwert, wenn man zu spät kommt.
Das Dal Bhat meiner Gastmutter Mira.
Die Abende mit Kartenspielen und Henna malen.
Die spirituelle Stimmung in den buddhistischen und hinduistischen Tempelanlagen.
Krabbenchips.
Die Freiheit, kaum Verpflichtungen zu haben.
Die geselligen Nächte auf dem Dach.
Momos, die nepalesischen Maultaschen.
Die durch den Smog in leuchtendes Rot getauchte Abendsonne.
Die süßen Kinder im Center, die mir alle ans Herz gewachsen waren.
Die lieben Volontäre und neu gewonnenen Freunde.
Danke Shanti, danke Nepal, für diese unvergessliche Zeit.

Autor: Max  |  Rubrik: orientieren  |  May 15, 2019
Autor: Max
Rubrik: orientieren
May 15, 2019

Was tun nach dem Abi?

Angst

Meine Erfahrungen in Nepal haben mir dabei geholfen, herauszufinden, mit was für einer Einstellung ich durchs Leben gehen will.
Eine wichtige Rolle spielt dabei die Angst. Egal ob durch Eltern, Medien oder eigene Erfahrungen – in Deutschland wurde ich häufig mit ihr konfrontiert. Tu dies nicht, vermeide diesen Ort, dies oder jenes könnte gefährlich sein. Nun ja, ich habe hier bereits einiges gemacht, was aus deutscher Sicht eher unvernünftig und riskant war. Zum Beispiel auf einem Busdach zu fahren. Oder generell mit dem Bus in Nepal zu fahren. Oder im Himalaya auf glitschigen Pfaden an einem steilen Hang zu wandern. Oder Rückenmark von irgendwelchen Tieren zu probieren. Am Ende ist alles gut gegangen, und ich habe gelernt, meine übertriebene Vorsicht abzulegen, die ich durch die deutsche Mentalität und Erziehung in mir trug. Natürlich habe ich immer noch Ängste, die sich schwer ablegen lassen. Aber ich habe hier ein gewisses Vertrauen entwickelt, dass alles schon irgendwie gut gehen wird. Als grundsätzlicher Kontrollmensch sein Leben in die Hände eines nepalesischen Busfahrers zu legen (der während der Fahrt am Abgrund entlang auch noch telefoniert) geht nicht von jetzt auf gleich, doch inzwischen fällt es mir um einiges leichter.
Ich möchte ein Leben führen, in dem ich Menschen vertrauen kann, ohne jedoch naiv zu sein. Ich möchte mir nicht mehr anhören, was ich lieber vermeiden sollte, weil dahinter Gefahr stecken könnte. Ich möchte nicht jeden Tag von negativen Schlagzeilen verunsichert werden.
Ich möchte mich auf neue Sachen einlassen, die mich bereichern – selbst wenn sie ein gewisses Risiko bergen. Ich möchte Orte besuchen, auch wenn sie nicht die sichersten sind. Ich möchte die Welt sehen und dabei positive Lebensenergie ausstrahlen.
Vielleicht ändere ich meine Meinung in zehn Jahren wieder, wenn ich Familie habe. Das ist dann auch okay. Aber vielleicht kann ich dafür meinen Enkeln Geschichten aus einer aufregenden Jugend erzählen.

 

Autor: Max  |  Rubrik: orientieren  |  May 7, 2019
Autor: Max
Rubrik: orientieren
May 7, 2019

Was tun nach dem Abi?

Ab nach Sevilla

Während meines Praktikums in Madrid bekam meine Chefin eine Einladung zum Welttourismuskongress in Sevilla und ich durfte sie als Fotograf begleiten. Wir machten uns frühmorgens auf den Weg und kamen nach zweieinhalb Stunden Fahrt mit dem Schnellzug in Sevilla an.
Die Konferenz war sehr groß – es kamen mehr als 10.000 Menschen. Insgesamt ging die Veranstaltung über zwei Tage. Schon bei der Ankunft im Messezentrum erwartete uns eine große Traube an Presseleuten, da Spaniens Ministerpräsident Pedro Sánchez morgens die Messe eröffnete. Während meine Kollegin bereits in den Saal gehen konnte, musste ich mich noch ein bisschen gedulden und konnte seine Rede nur vom Bildschirm aus verfolgen, da es Probleme mit meiner Akkreditierung zum Kongress gab. Zum größten Teil kamen die Redner auf der Messe von großen Tourismuskonzernen und Kreuzfahrtgesellschaften. Leider konnten die Besucher keine Fragen an die Gäste stellen, sodass die Veranstaltung sehr träge verlief.
Doch gegen Mittag stieg die Spannung, da Barack Obama für seinen Vortrag eingetroffen war. Es waren sehr viele Kamerateams vor Ort. Die Rede an sich fand ich allerdings eher weniger spannend – es ging vor allem um Obamas persönliche Verbindung zu Spanien und seine ersten Reisen als junger Mann auf die iberische Halbinsel. Ich konnte sogar ein Foto von ihm machen – allerdings aus einigen hundert Metern Entfernung.
Um 17 Uhr Uhr ging der erste Tag der Messe vorbei und wir fuhren mit einem Shuttlebus ins Hotel. Die Hotelübernachtung wurde wie die Anfahrt von der PR-Firma bezahlt. Der zweite Kongresstag war ziemlich langweilig und leider nicht sehr spektakulär.

 

Autor: Tobias  |  Rubrik: orientieren  |  May 2, 2019
Autor: Tobias
Rubrik: orientieren
May 2, 2019