Kosten, Zuschüsse und Spartipps
Nach dem Abitur beginnt für Ihr Kind ein neuer Lebensabschnitt. Für die Eltern heißt das häufig, tief in die Tasche zu greifen. Auf welche Ausgaben Sie sich einstellen müssen, wo Sie finanzielle Hilfe erwarten und wie Sie sparen können, erfahren Sie hier.
Eltern müssen für die Ausbildung ihrer Kinder häufig viel bezahlen.
Foto: KonzeptQuartier
Als Eltern sind Sie gesetzlich verpflichtet, Ihr Kind - auch wenn es volljährig ist - auf jeden Fall während seiner Erstausbildung finanziell zu unterstützen. 640 Euro pro Monat werden dabei als Richtwert angesehen. Über Kindergeld oder Steuerfreibeträge können Sie einen Teil der Ausgaben wieder reinholen.
Ausgaben für ...
... eine schulische Ausbildung
Während Auszubildende in einem Betrieb ein monatliches Gehalt bekommen, kann es sein, dass eine Ausbildung in einer Berufsfachschule bezahlt werden muss, vor allem wenn es sich um eine private Schule handelt. Fallen weitere Kosten (zum Beispiel für verwendete Materialien) an, unterscheiden sich diese je nach Schule und Ausbildungsgang stark. Schulische Ausbildungen können aber durch BAföG gefördert werden.
... ein Studium
Die meisten Hochschulen verlangen mittlerweile Studiengebühren, in der Regel rund 300 bis 500 Euro pro Semester, - je nach Hochschule. Die Regelstudienzeit im Bachelorstudium beträgt drei bis vier Jahre, im Master etwa zwei Jahre. Doch nicht in allen Bundesländern wird die Campusmaut erhoben. Einen Überblick über Studiengebühren in den einzelnen Bundesländern gibt es unter http://www.studienfinanzierung.abi.de/ und http://www.studentenwerke.de/ (unter Studienfinanzierung). Zusätzlich fallen auch noch Kosten für Bücher, Lehrmittel oder Materialien an, die von Studiengang zu Studiengang unterschiedlich hoch sind. Je nach Einkommen der Eltern ist eine Förderung durch BAföG möglich.
... die Lebenshaltung
Miete, Telefon, Lebensmittel, Kleidung, Fahrtkosten - die Ausgaben während eines Studiums variieren sehr, je nachdem, ob der Studierende zu Hause wohnt, in welcher Stadt er studiert und welche Ansprüche er hat. Bei einem günstigen Zimmer für rund 266 Euro gehen Berechnungen des Studentenwerks davon aus, dass Studierende durchschnittlich rund 700 Euro pro Monat brauchen. Nicht ganz so tief müssen Eltern in die Tasche greifen, deren Kinder eine betriebliche Ausbildung absolvieren und ein Lehrlingsgehalt beziehen. Hier können die Kinder oft einen Teil der Ausgaben selbst übernehmen.
Einnahmequellen wie ...
... Stipendien
Wenn Ihr Kind gute bis sehr gute Leistungen erbringt, sich sozial, politisch oder gesellschaftlich engagiert oder hochbegabt ist, kann es unter Umständen ein Stipendium erhalten. Die Fördermöglichkeiten reichen von der Studien-Vollfinanzierung bis zu Zuschüssen oder einem Büchergeld. Die Höhe der monatlichen Unterstützung wird abhängig vom Einkommen der Eltern berechnet. Stipendien werden unter anderem von sozialen Einrichtungen, Stiftungen, Kirchen, Hochschulen, aber auch von Bundesländern oder Städten vergeben. Ein Überblick über alle deutschen Stiftungen finden Sie unter http://www.stiftungen.org/ (Stiftungssuche > Bildung/Erziehung/Studentenhilfe). Ergänzende Hintergrundinformationen finden Sie auch auf http://www.studienfinanzierung.abi.de/
... BAföG und Bildungskredite
Ist Ihr Kind bei Studien- oder Ausbildungsbeginn jünger als 30 Jahre, hat es mitunter Anspruch auf BAföG-Leistungen. In Ausnahmefällen können auch ältere Auszubildende gefördert werden. Dieser staatliche Zuschuss wird gewährt, wenn das eigene Einkommen sowie das der Eltern und gegebenenfalls des Ehegatten eine gewisse Summe nicht überschreitet. Der Förderhöchstbetrag liegt derzeit bei 643 Euro pro Monat, für ein Auslandsstudium gelten andere Sätze. Die Hälfte der Inlandsförderung muss nach Abschluss der Ausbildung zurückgezahlt werden. Allerdings gibt es verschiedene Möglichkeiten, die Schuld zu reduzieren. Ausführliche Infos gibt es unter http://www.bafoeg.bmbf.de/.
Wer keinen BAföG-Anspruch hat, kann etwa bei der KfW Förderbank einen Bildungskredit beantragen. Ausführliche Informationen gibt es beispielsweise unter http://www.kfw-foerderbank.de/. Auch Banken und private Anbieter gewähren Studienkredite. Das Centrum für Hochschulentwicklung CHE hat dazu einen aktuellen Test auf seiner Internetseite veröffentlicht (http://www.che-studienkredit-test.de/.)
Studierende können auch einen Anspruch auf Wohngeld haben. Ansprechpartner ist die Kommune, über die das Wohngeld beantragt werden muss. In seltenen Fällen können Studierende auch ALG II beantragen. Informationen dazu gibt es bei den zuständigen Agenturen für Arbeit (http://www.arbeitsagentur.de/) beziehungsweise der zuständigen ARGE (Arbeitsgemeinschaft).
... Kindergeld
Während Studium und Ausbildung haben Sie - sofern Ihr Kind unverheiratet ist - bis zu seinem 25. Lebensjahr Anspruch auf Kindergeld (164 Euro). Verdient Ihr Kind allerdings mehr als 7.680 Euro im Jahr (bei Studierenden inklusive 50 Prozent der BAföG-Leistungen), wird das Kindergeld gestrichen. Wird die Schul- oder Berufsausbildung durch den Wehrdienst unterbrochen, so kann das Kindergeld für einen dem Grundwehrdienst entsprechenden Zeitraum über das 25. Lebensjahr des Wehrpflichtigen hinaus gezahlt werden. In der Zeit zwischen Schulabschluss und Ausbildung oder Studium kann auch weiterhin Kindergeld gezahlt werden, sofern sich der Jugendliche um die Fortsetzung der Ausbildung (auch Studium) bemüht und dies der zuständigen Familienkasse durch entsprechende Belege wie Einladungen zu Vorstellungsgesprächen, Bewerbungen bei Hochschulen, Absageschreiben etc. nachweist. (http://www.arbeitsagentur.de/)
... Jobben
Viele Studierende jobben neben ihrem Studium. Um rechtlich und steuerlich keine Probleme zu bekommen oder BAföG-Zahlungen nicht zu gefährden, dürfen Eingeschriebene eine gewisse Verdiensthöhe nicht überschreiten (Details unter http://www.studentenwerke.de/, unter Studienfinanzierung). Mini-, Saison-, Ferien- und Studentenjobs gibt es zum Beispiel in der Jobbörse der Bundesagentur für Arbeit unter http://jobboerse.arbeitsagentur.de/
Im abi>> Portal
Auf abi.de existiert unter den Rubriken „Studium" und „Ausbildung" jeweils ein eigener Punkt zum Thema „Finanzen". Dort finden Sie Tipps zur Finanzierung eines Studiums, Informationen über Ausbildungsvergütungen und hilfreiche Adressen und Links.
In der Elternrubrik gibt es außerdem noch eine Übersicht über die Versicherungen, die Ihr Kind braucht und die weiter über Sie laufen können.
Außerdem im abi>> Portal: ein Studienfinanzierungsflyer zum kostenlosen Download: abi>> Studienfinanzierung




