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Duales Studium und Sonderausbildung

Doppelt gut bewerben

Duale Studiengänge und Sonderausbildungen sind begehrt. Viele Abiturienten schätzen die Kombination aus Praxis und Theorie. Entsprechend groß ist der Stapel an Bewerbungsmappen, der sich auf den Schreibtischen der Personalverantwortlichen türmt: Laut dem Portal "AusbildungPlus" konkurrieren durchschnittlich rund 50 Schulabgänger um eine Stelle im Unternehmen. abi>> erklärt, wie du deine Chancen steigerst und worauf du achten solltest.

Bewerbungsmappe

Zweimal muss man sich für ein duales Studium in der Regel bewerben: Für den Studienplatz und beim Ausbildungsbetrieb.

Foto: Hoenninger

„Die Unternehmen suchen Bewerber mit guten Abiturnoten, die meist ein mehrstufiges Bewerbungsverfahren durchlaufen, das etwa Eignungstest, Assessment-Center und Vorstellungsgespräch umfassen kann.“ Torsten Lentz, Berater für akademische Berufe bei der Arbeitsagentur Wolfsburg, weiß, wie anspruchsvoll der Einstieg in ein duales Studium ist. Doch auch dieser beginnt mit einem ersten Schritt – in der Regel beim Webportal „AusbildungPlus“. Die Datenbank des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) bietet die Möglichkeit, gezielt nach Studiengängen zu suchen. Darüber hinaus lassen sich schnell und unkompliziert Unternehmen finden, die mit dualen Hochschulangeboten kooperieren.

Alternativ können Abiturienten auch direkt an ihre Wunschfirma heran treten und anfragen, ob diese ein duales Studium anbietet. Ist die Vorauswahl getroffen, lohnt sich ein Blick auf die Websites der relevanten Hochschulen. Dort finden sich die unterschiedlichen Bewerbungsmodalitäten. Auch ein Anruf bei der jeweiligen Studienberatung kann Klarheit schaffen. Unverzichtbar für ein duales Studium ist in jedem Fall ein Vertrag mit einem kooperierenden Unternehmen oder einer öffentlichen Einrichtung.

Frühzeitig bewerben

Für die Bewerbung beim Betrieb sollte auf jeden Fall eine Vorlaufzeit von zwölf bis 15 Monaten vor dem geplanten Studienbeginn einkalkuliert werden. „Je eher man sich bewirbt, desto besser. Die Stellen sind sehr gefragt“, weiß Dominique Albrecht von der Daimler AG, die mit der Dualen Hochschule Baden-Württemberg (DHBW) kooperiert. Beim Stuttgarter Fahrzeugbauer startete die Bewerbungsphase für ein duales Studium zum Wintersemester 2012/13 bereits fast eineinhalb Jahre früher. Mit welchen Verfahren geeignete Bewerber ausgewählt werden, unterscheidet sich von Firma zu Firma. Bei Daimler ist der Prozess in drei Stufen gegliedert: Online-Bewerbung, Online-Assessment-Center und im letzten Schritt ein Vorstellungsgespräch - an manchen Standorten in Kombination mit einem persönlichen Assessment-Center. Hier können die Teilnehmer beispielsweise in Gruppendiskussionen oder bei Einzelpräsentationen ihre Teamfähigkeit und Leistungsfähigkeit beweisen. Wer unter den zahlreichen Bewerbern die Nase vorne haben will, sollte sich gewissenhaft vorbereiten: „Wichtig ist, sich vorab mit dem Unternehmen auseinanderzusetzen. Begeisterung fürs Automobil ist da natürlich wichtig“, so Dominique Albrecht.

Bei der Bewerberauswahl achten die Personalverantwortlichen bei Daimler nicht nur auf Zensuren. Dominique Albrecht: „Im ersten Schritt des Bewerbungsprozesses sind Noten natürlich wichtig. Später spielen jedoch auch Faktoren wie Motivation oder Soft-Skills wie Team- und Konfliktfähigkeit eine große Rolle.“ Was im Klartext heißt: Chancen haben nicht nur Einser-Kandidaten.

Einschreibung bei der Hochschule

Wer sich am Ende durchsetzt, darf sich auf das duale Studium freuen: „Nach dem Abschluss des Studienvertrags mit einem Unternehmen ist auch der Studienplatz an der DHBW sicher“, erklärt Andrea Rohrer, Leiterin der Zentralen Studienberatung in Stuttgart. Vorausgesetzt er bringt die allgemeine oder die dem gewählten Studiengang entsprechende fachgebundene Hochschulreife mit. Allgemein gilt: An einigen Hochschulen im Bundesgebiet muss außerdem die Hürde eines Numerus clausus genommen werden. Um die Immatrikulation der Bewerber an der Hochschule kümmern sich in einigen Fällen die kooperierenden Praxisunternehmen. Oft müssen die angehenden Studierenden allerdings auch selbst aktiv werden. Die für die Einschreibung notwendigen Formulare finden sich meist auf den Hochschul-Websites. Studienbeginn ist in der Regel zum Wintersemester; einige duale Studiengänge starten allerdings auch im Sommersemester. 

Eine Alternative zum dualen Studium ist die Sonderausbildung, die in der Regel zwischen zwei und drei Jahren dauert. Hier erfolgt die Bewerbung gewöhnlich bei den Unternehmen, wobei sich die Modalitäten und Zugangsvoraussetzungen oft unterscheiden. Während einige Betriebe besonders auf den Notendurchschnitt achten, ist bei anderen das Ergebnis von Eignungstests ausschlaggebend. Generell unverzichtbar sind natürlich in jedem Fall sorgfältig erstellte Bewerbungsunterlagen. Ein Anruf bei der jeweiligen Firma kann offene Fragen klären.

Für einige Berufe erfolgt die Sonderausbildung auch an Akademien, zum Beispiel für angehende Fluglotsen bei der Deutschen Flugsicherung GmbH in Langen. Hier müssen sich die Bewerber auf ein umfassendes Auswahlverfahren inklusive verschiedener Tests zu räumlichem Vorstellungsvermögen und Konzentrationsfähigkeit gefasst machen. Die meisten Sonderausbildungen starten am 1. Oktober. Manchmal können Abiturienten allerdings auch zu anderen Terminen ins Unternehmen einsteigen. Definitiv gilt: Wer sich frühzeitig informiert, steigert seine Chancen. Mindestens ein halbes Jahr vor Ausbildungsbeginn sollte die Bewerbungsmappe schließlich dem Personalentscheider vorliegen.

Eine gute Anlaufstelle, egal ob Sonderausbildung oder duales Studium, ist die Berufsberatung der Agenturen für Arbeit. Sie hilft nicht nur bei der Orientierung, sondern auch bei der Bewerbung und Vermittlung. 

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