Organisationstalent beweisen
Die gelernte Hotelfachfrau Miriam Kollek (34) wollte Aufgaben im Marketingbereich übernehmen und absolvierte deshalb eine Weiterbildung zur Tourismusfachwirtin (IHK). Heute arbeitet sie als Direktionssekretärin im Europäischen Hof in Hamburg.
Fachwirte für Tourimus arbeiten in leitenden Postitionen bei Reiseveranstaltern, in Hotels oder in Reisebüros.
Foto: WillmyCC Studios
Miriam Kollek (34) schrieb sich beim Hamburger Institut für Lernsysteme (ILS) für eine Weiterbildung zur Tourismusfachwirtin (IHK) im Fernlehrgang ein. Zu diesem Schritt hatte sich die Abiturientin entschlossen, da sie mit den Nacht- und Wochenendschichten, die in ihrem Beruf üblich sind, nicht so glücklich war und außerdem strebte sie einen anderen Aufgabenbereich an. „Ich wollte touristische Veranstaltungen in Zusammenarbeit mit Reiseverbänden und Veranstaltern organisieren können“, erläutert die ausgebildete Hotelfachfrau ihr Hauptmotiv.
Miriam Kollek arbeitete neben der Weiterbildung weiterhin bei ihrem damaligen Arbeitgeber, einem Hotel in Gütersloh. „Ich konnte mir die Zeit gut einteilen und mich so lange vorbereiten, bis ich mich für die Prüfung bereit fühlte“, erzählt die 34-Jährige.
Reiseangebote marktgerecht platzieren
Nach einem Jahr legte sie beide Teilprüfungen erfolgreich ab und erstellte die nötige Hausarbeit, die sie über „Werbestrategien für Hotels im Hinterland“ schrieb. Prinzipiell gibt es die Möglichkeit, die Weiterbildung in Vollzeit oder berufsbegleitend in Teilzeit oder als Fernunterricht zu absolvieren. Die Dauer variiert dabei von vier bis 24 Monaten. Als frisch gebackene Tourismusfachwirtin wollte Miriam Kolleck ihre neu erworbenen Kenntnisse natürlich auch einsetzen und wechselte aus diesem Grund den Arbeitsplatz. Sie fand schließlich einen Job als Empfangschefin eines Aldiana-Hotels im österreichischen Hochkönig. Dort konnte sie das Wissen ihres Fachgebiets, Marketing im touristischen Hinterland, anwenden. „Als Tourismusfachwirtin hatte ich in dieser Position einen besseren Einblick, wie eine Hotelkette mit Reiseveranstaltern und Verbänden zusammen arbeitet“, sagt Miriam Kollek.
Tourismusfachwirte wie Miriam Kollek arbeiten in leitenden Positionen in Reisebüros, bei Reiseveranstaltern oder bei Kur- und Bäderbetrieben. Auch Verkehrsämter und -vereine, Kongresszentren sowie größere Hotelbetriebe sind potenzielle Arbeitgeber. In diesem Beruf entwickelt man eigene Ideen und Konzepte, durch die man fremdenverkehrspolitische Impulse gibt. Außerdem platziert man touristische Angebote marktgerecht.
Geregelte Arbeitszeiten
Am Anfang der Arbeit von Tourismusfachwirten steht dabei immer die Analyse des Vorjahrs, beziehungsweise des Ist-Zustands: Wie war die Auslastung des Hotels? Was fand bei den Gästen besonders großen Anklang? Die Ergebnisse und Auswertungen dieser Fragestellungen bilden das neue Konzept. „Bei meiner Anstellung in Österreich habe ich zum Beispiel ein Almabtriebsfest auf die Beine gestellt und dafür mit Flyern geworben“, sagt Miriam Kollek. Dabei arbeitete sie eng mit dem örtlichen Fremdenverkehrsamt zusammen. „Die Kollegen dort sind ja, genauso wie wir Hotelleute, daran interessiert, möglichst viele Gäste anzusprechen“, erklärt die Tourismusfachwirtin.
Da sie weiter aufsteigen wollte, nahm sie eine Stelle als Direktionssekretärin in dem privat geführten „Europäischen Hof“ in ihrer Geburtsstadt Hamburg an. Dort arbeitet sie dem Hotelchef direkt zu. „Gemeinsam mit meiner Kollegin bin ich hier quasi der Dreh- und Angelpunkt. Der Ansprechpartner für alles, was im Haus anfällt“, berichtet sie. Personal- und Auszubildendensuche, Reklamationen, Kontakt zu externen Dienstleistern und Handwerkern, alles läuft über Miriam Kolleks Arbeitstisch. Auch mit Reisebüros oder kulturellen Einrichtungen wie dem Deutschen Schauspielhaus in Hamburg, deren Inszenierungen sie an die Hotelgäste weiterverkauft, arbeitet sie eng zusammen. „Jeder Tag ist anders und das macht gerade den Reiz meiner Arbeit aus“, freut sie sich – mindestens genauso wie darüber, dass sie keine Wochenend- und Nachtschichten mehr machen muss.




