Vom Geoökologen bis zum Umweltschutzfachwirt
Viele Umweltberufe haben mit Forschung zu tun, deshalb bietet ein Studium oft eine gute Basis für den Einstieg. Aber auch einige Ausbildungsberufe, Weiterbildungen und Spezialisierungen bieten interessante Perspektiven.
Ein Studium bietet gute Chancen im Umweltbereich zu arbeiten.
Foto: Rainer Möller
Studienberufe
In der Geoökologie steht die Betrachtung und das Verständnis natürlicher Umweltsysteme im Vordergrund. Probleme im Zusammenhang mit der menschlichen Nutzung sollen erkannt und gelöst werden. Der Bachelor-Studiengang Geoökologie ist auf sechs Semester angelegt und wird in Deutschland an verschiedenen Universitäten wie beispielsweise Potsdam, Tübingen und Karlsruhe angeboten. Daneben gibt es eine Reihe von Studiengängen mit ähnlichen Inhalten, wie die Bachelor-Studiengänge Technischer Umweltschutz, Umwelttechnik, Umwelt- und Ressourcenmanagement oder Landschaftsnutzung und Naturschutz.
Hydrologen erforschen das Wasser, das heißt, sie beschäftigen sich mit seiner Verteilung in Raum und Zeit, mit seiner Zirkulation, seinen Eigenschaften und Wirkungen. Sie analysieren die Auswirkungen der Wasserverknappung, die Verschlechterung der Qualität auf die Umwelt und Wirtschaft sowie die Bevölkerung. Sie stellen Maßnahmen zur Eindämmung des zunehmenden Wasserverbrauchs dar. Auch die Vorhersage von Hochwasser gehört zu ihren Aufgaben, ebenso wie die Meerwasserentsalzung und die Erforschung und Aufzeichnung der Wasserstände von fließenden Gewässern oder Seen.
Wer im Bereich Umwelt arbeiten möchte, kann sich als Ingenieur mit verschiedenen Schwerpunkten wie zum Beispiel Maschinenbau (Regenerative Energietechnik) spezialisieren. Daneben gibt es Spezialisierungen wie Landschaftsökologie/Naturschutz, Umweltschutz- und -technik.
Auch einige duale Studiengänge werden angeboten: Umwelttechnik kann zum Beispiel an der Hochschule Amberg-Weiden studiert werden. Bei solchen dualen Studiengängen kooperieren die Hochschulen mit Unternehmen, die Ausbildungsverträge mit den Studierenden abschließen. Darauf aufbauend kann man in drei Semestern einen Masterabschluss in Environmental Engineering erhalten.
Umweltwissenschaftler analysieren Ursachen von Umweltproblemen, entwickeln Lösungen in der Umweltplanung, im Umwelt-, Natur- und Gesundheitsschutz. Außerdem beraten sie Unternehmen und Verbraucher. Sie arbeiten vor allem in der öffentlichen Verwaltung, in Einrichtungen der Abfall- und Abwasserentsorgung, der Wasserwirtschaft, des Gewässer- und Umweltschutzes, im Tief- und Straßenbau sowie in Behörden, die Umweltkriminalität verfolgen oder Umweltschäden auf militärisch genutztem Gelände beseitigen.
In diesem Studiengang lernt man, Abfall zu verringern, zu vermeiden und zu verwerten. Dazu planen, bauen und führen Kreislaufwirtschaftler Apparate und Anlagen der Abfallwirtschaft. Behörden, Abfall- und Entsorgungsverbände sowie Ingenieurbüros sind potenzielle Arbeitgeber. Sie können aber auch in der Forschung und Lehre tätig sein. Diesen Studiengang kann man zum Beispiel an der Fachhochschule Magdeburg/Stendal absolvieren.
Ausbildungsberufe
Da Unternehmen heutzutage auch ökologische Aspekte bei betrieblichen Entscheidungen einbeziehen, helfen ihnen kaufmännische Assistenten, diese Gesichtspunkte zu berücksichtigen. Die Ausbildung zu Kaufmännischen Assistenten der Fachrichtung Umweltschutz wird an Berufsfachschulen durchgeführt.
Experimente und Testreihen durchführen, diese im Labor oder im Feldversuch auswerten, sind unter anderem ihre Aufgaben. Sie unterstützen mit ihrer Arbeit Naturwissenschaftler, indem sie Proben nehmen und diese aufbereiten. Biochemie, Mikrobiologie, Botanik, Zoologie oder Medizin sind Bereiche, in denen sie tätig sind.
Weiterbildung
Techniker der Fachrichtung Umweltschutztechnik führen Maßnahmen durch, die Luft, Gewässer und Böden vor Schadstoffen schützen sollen. Sie messen und berechnen Belastungen durch Abgase und Feinstaub, Lärm sowie Radioaktivität, überwachen und warten umwelttechnische Anlagen oder entwickeln umweltfreundliche Verfahren und Produkte. Verschiedene Weiterbildungen mit Schwerpunkten wie Landschaftsökologie, Wasserver- und Entsorgung oder Erneuerbare Energien werden an Fachschulen angeboten. Voraussetzung ist hier die Abschlussprüfung in einem anerkannten und für die Zielsetzung der Fachrichtung einschlägigen Ausbildungsberuf sowie entsprechende Berufspraxis.
Umweltschutzlaboranten untersuchen Proben aus Wasser, Abwasser, Boden und Luft, um chemische und mikrobiologische Belastungen herauszufinden. Folgewirkungen bei Nutzböden durch Dünge- und Pflanzenschutzmittel oder Auswirkungen von Abgasen auf Luft, Pflanzen, Menschen und Tiere sollen dabei geklärt werden. Eine Ausbildung in den Bereichen Chemie oder Biologie oder eine labortechnische Ausbildung in den Bereichen Umweltschutz oder Landwirtschaft ist für diese Weiterbildung notwendig.
Diese Spezialisten kommen ins Spiel, wenn zum Beispiel Abfall- und Gewässerschutzbestimmungen in einem Betrieb umgesetzt werden müssen. Sie deklarieren Gefahrgut und veranlassen dessen sachgerechte Entsorgung, wirken bei der Einführung umweltfreundlicher Produktionsmethoden mit und bringen ihre Vorschläge bei Umstrukturierungen ein, beispielsweise zu innovativen Energietechniken. Um diese Weiterbildung machen zu können, muss man zunächst eine dreijährige kaufmännische oder technische Ausbildung absolviert und mindestens zwei Jahre Berufspraxis haben.




