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Professorin

Zwischen Lehre und Forschung

Seit zwei Jahren ist Cristina Tarin Professorin am Institut für Systemdynamik der Universität Stuttgart, wo sie an medizintechnischen Anwendungen forscht. Die Stelle der 38-Jährigen war im Rahmen des Professorinnenprogramms von Bund und Ländern ausgeschrieben worden.

Auf dem Foto ist ein gut gefüllter Hörsaal einer Hochschule zu sehen. Vorne steht eine Professorin hinter einem Rednerpult.

Professoren teilen ihre Zeit zwischen Lehre im Hörsaal und Forschung auf.

Foto: WillmyCC

Cristina Tarins Professorenstelle am Institut für Systemdynamik ist unbefristet, da sie die Nachfolge eines ausscheidenden Kollegen übernehmen konnte. Zuvor musste die Wissenschaftlerin allerdings mit zeitlich befristeten Stellen leben: „Das ist die Unsicherheit an einer Hochschulkarriere, und der Druck, eine neue Stelle zu finden, ist vielen zu groß.“ Die 38-Jährige ist das Risiko aber bewusst eingegangen, obwohl sie schon häufiger auch Stellenangebote aus der Industrie erhalten hat. „Ich fand die Themen, mit denen ich mich an der Hochschule beschäftige, aber immer spannender als die Aufgaben in einem Unternehmen.“ Sie schätzt es, dass sie als Professorin ihre Arbeitszeit selbst einteilen und ihre Lehrveranstaltungen so strukturieren kann, wie sie es für sinnvoll erachtet.

Zwischen Deutschland und Spanien

Nach ihrem Abitur hat sich Cristina Tarin, die eine deutsche Mutter und einen spanischen Vater hat, entschieden, Elektrotechnik an der Universität ihrer Geburtsstadt Valencia, der Universidad Politécnica de Valencia, zu studieren. Ihre

Das Foto zeigt Cristina Tarin. Sie hat lange dunkle Haare und trägt einen schwarz-gemusterten Blazer über einem weißen Oberteil.

Cristina Tarin

Foto: Privat

Diplomarbeit verfasste sie in Deutschland, an der Universität Ulm. Dort gefiel es ihr so gut, dass sie auch zur Promotion in Ulm blieb und sich dort mit autonomen, mobilen Robotern beschäftigte, „damals noch ein ganz modernes Forschungsgebiet“. Nach ihrer Promotion ging sie zwei Jahre als Fakultätsdozentin nach Madrid an die Universität Carlos III, „um mehr Praxis in der Lehre zu bekommen. Als Doktorandin steht ja eher die Forschung im Vordergrund.“ Mit einem Auslandsstipendium der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) forschte sie anschließend in Spanien zwei Jahre lang an Insulinpumpen zur Glukoseregelung bei Diabetespatienten und baute anschließend an der Uni Valencia eine Nachwuchsgruppe mit fünf Doktoranden auf, die sich mit medizintechnischen Forschungsfragen beschäftigte.

Schließlich wurde sie auf die durch das Professorinnenprogramm geförderte Stelle an der Uni Stuttgart aufmerksam. „Seit meiner Berufung bin ich am Institut für Systemdynamik, wo ich sowohl Seminare und Vorlesungen halte als auch Forschung betreibe“, erzählt Cristina Tarin. Derzeit bearbeitet sie ein Auftragsprojekt aus der Industrie und ein öffentlich gefördertes Projekt, die sich beide mit medizintechnischen Anwendungen befassen. „Es geht um die nicht-invasive, also verletzungsfreie Blutzuckermessung bei Diabetespatienten.“ Daneben bemüht sie sich gerade um weitere Projekte, „um mein Forschungsteam auf vier bis fünf Doktoranden ausbauen zu können“.

Wissenschaftliche Texte publizieren

Während ihrer Hochschulkarriere hat Cristina Tarin schon zahlreiche Bücher und Aufsätze über ihre Forschungen veröffentlicht. Einige Aufsätze werden in Fachzeitschriften abgedruckt, andere hält sie mündlich auf Konferenzen, anschließend werden die Texte in einem Konferenzband veröffentlicht. „Die Konferenzen sind sehr nützlich, um Netzwerke mit anderen Wissenschaftlern zu knüpfen. Aber auch durch die Zeitschriftenveröffentlichungen haben sich schon Kooperationen entwickelt.“ Auch auf das Professorinnenprogramm hat sie ein Kollege aufmerksam gemacht.

„Als Frau in den Ingenieurwissenschaften hatte ich nie das Gefühl, benachteiligt zu werden. Meine wissenschaftliche Karriere lief bisher ziemlich problemlos, meine Kollegen sind sehr offen.“ Sie führt das auf ihr Selbstvertrauen zurück – sie schafft, was sie sich vorgenommen hat. Am meisten Spaß macht es der 38-Jährigen, mit jungen Wissenschaftlern zusammenzuarbeiten, die kreativ sind und immer wieder neue Ideen haben. „Und auch die Lehre macht mir viel Freude, wenn ich merke, dass ich den Studenten erfolgreich Wissen vermitteln kann.“

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