Die technische Umsetzbarkeit prüfen
Wo alles vom Feinsten ist, sind auch die Ansprüche an das Interieur hoch. Roman Hagen (31) hat sich auf den Innenausbau von Prestigeobjekten spezialisiert. Als Ingenieur für Holztechnik bildet er die Schnittstelle zwischen Kunde, Designer und seinem Arbeitgeber, der Firma Metrica Interior.
Nicht nur betriebswirtschaftliche Aspekte spielen eine Rolle, auch der fachliche Hintergrund ist wichtig.
Foto: möller medien
Jachten von mehr als 60 Metern Länge, Luxus-Fincas auf Mallorca oder die Innenausstattung eines Privatjets ‒ Roman Hagen hat einen exklusiven Job. Für seinen Arbeitgeber, die Firma Metrica Interior in Senden, beweist er sich täglich in Perfektion. „Die Kommunikation muss von Anfang an bis ins Detail stimmen“, erklärt der Diplom-Ingenieur für Holztechnik. „Wenn wir zum Beispiel eine Jacht ausstatten, gibt es zunächst ein Meeting mit der Werft, bei dem genau besprochen wird, was der Kunde wünscht. Daran ist auch der Designer beteiligt, der schließlich für die Gestaltung zuständig ist. Wir bemühen uns, die Preise erst zu kalkulieren, wenn das Wesentliche geklärt ist.“
Vertrieb und Marketing
Als Assistent der Geschäftsführung ist Roman Hagen für interne Sonderprojekte mit Schwerpunkt Vertrieb und Marketing zuständig. Sein Aufgabenfeld bezeichnet er auch als Technischen Vertrieb. „Damit das Ergebnis genau den Vorstellungen entspricht, sind Sensibilität und eine vielschichtige Betrachtungsweise erforderlich“, ergänzt der Experte. „Man muss förmlich die Gedanken des Kunden lesen können, aber auch die wirtschaftlichen Aspekte der Firma im Hinterkopf haben und laufend abwägen: Ist das überhaupt machbar? Kann unsere Fertigung diese Aufgaben übernehmen, oder müssen sie outgesourced werden? Das während des Studiums erworbene technische Wissen nutzt er nun täglich. „Neben den betriebswirtschaftlichen Aspekten spielt der fachliche Background eine entscheidende Rolle, wenn es zum Beispiel darum geht, die technischen Zeichnungen zu lesen oder abzuschätzen, was die Materialien kosten. Wenn der Kunde eine spezielle Brandschutzklasse oder besonders leichtes Material haben möchte, kann es teurer werden. Dies müssen wir von vornherein berücksichtigen. Hier profitiere ich von dem, was ich als Ingenieur gelernt habe und sogar noch von meiner Erstausbildung.“
Nach seinem Abitur im Jahr 1998 und der anschließenden Wehrdienstzeit hatte Roman Hagen sich nämlich zunächst für die dreijährige Berufsausbildung zum Tischler entschieden. „Ich mochte den Umgang mit Holz und Technik schon als Kind und hatte auch ein Praktikum in einer Tischlerei gemacht. Zugleich wusste ich aber schon immer, dass ich noch einen akademischen Abschluss erwerben wollte. Eine Weiterbildung wie Tischlermeister hätte meinen Zielen dagegen nicht entsprochen.“ Also schrieb er sich an der Fachhochschule Lippe und Höxter, die heute Hochschule Ostwestfalen-Lippe heißt, für das Studium der Holztechnik ein. Nach seinem Diplom im Jahr 2006 fand er gleich eine Festanstellung. „Damals war ich als Projektleiter für eine andere Firma im exklusiven Ladenbau tätig, aber mehr im technisch-operativen Bereich.“ Das heißt, er übernahm Aufgaben wie die Montageplanung und -leitung, Qualitäts-, Termin- und Budgetkontrolle sowie die Betreuung der Lieferanten. „Das, was ich heute mache, geht dagegen noch viel mehr in die kaufmännische und strategische Richtung“, verdeutlicht er den Unterschied. Um sich für den neuen Einsatzbereich zusätzlich zu qualifizieren, erwirbt er derzeit noch durch ein weiterführendes Fernstudium den Titel „Master of Business Administration (MBA) mit Schwerpunkt „General Management“.




