Auf dem Weg zur Professur
Katrin Berndt strebt eine Karriere in der Wissenschaft an. Um sich später auf eine Professorenstelle bewerben zu können, habilitiert die 37-jährige Literaturwissenschaftlerin aktuell an der Universität Bremen, wo sie auch als wissenschaftliche Mitarbeiterin beschäftigt ist.
Katrin Berndt
Foto: Privat
Wer in der Wissenschaft Karriere machen will, muss flexibel sein. Das zeigt das Beispiel von Katrin Berndt: Die Anglistin war bereits an verschiedenen Universitäten in ganz Deutschland tätig. An der Universität Leipzig studierte sie Anglistik und Ethnologie, ihre Promotion zum Thema simbabwische Literatur fertigte sie an der Uni Bayreuth an. Danach arbeitete sie zunächst zwei Jahre lang als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl für Transcultural Anglophone Studies an der Universität des Saarlandes, bevor sie sich schließlich an der Bremer Uni bewarb und dort im April 2007 ihre Habilitation begann. Spätestens beim Verfassen ihrer Doktorarbeit war der Akademikerin klar, dass sie im Unibetrieb bleiben und eine wissenschaftliche Karriere anstreben möchte: „Ich fand die Forschungsarbeit sehr spannend, und auch die Einbindung in die Lehre und in Verwaltungsaufgaben der Hochschule haben mir gut gefallen“, erklärt sie.
Ihr Arbeitsvertrag mit der Uni Bremen ist auf sechs Jahre befristet – so viel Zeit wird sie voraussichtlich auch für ihre Habilitation benötigen. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin im akademischen Mittelbau hat Katrin Berndt die verschiedensten Aufgaben: „Ich plane Lehrveranstaltungen, halte Seminare, nehme Prüfungen und Abschlussarbeiten ab. Außerdem bin ich als Frauenbeauftragte tätig und berate Frauen zu ihrer Hochschulkarriere.“ Ihre Wochen sind gut gefüllt: Während der Vorlesungszeit ist Katrin Berndt überwiegend in Lehrveranstaltungen und Verwaltungsaufgaben eingebunden, sodass die Forschung ein wenig in den Hintergrund tritt. In der vorlesungsfreien Zeit kann sie sich dann wieder vorrangig mit ihrem Forschungsthema, der Bedeutung von Freundschaft im britischen Roman des 18. Jahrhunderts, auseinandersetzen. „Mir gefällt es, dass ich neue Erkenntnisse direkt meinen Studenten in den Seminaren vermitteln kann“, sagt sie. Zu diesem und anderen Themen – etwa aus der kanadischen und verschiedenen afrikanischen Literaturen – hält sie zudem Vorträge auf Kongressen und veröffentlicht Aufsätze und Bücher – wie zum Beispiel den gemeinsam mit einer Kollegin herausgegebenen Band über Heldenvorstellungen in den Harry-Potter-Romanen.
Gut vernetzt zu sein hält Katrin Berndt, die im In- und Ausland Kontakte zu Kollegen an Hochschulen und in Forschungseinrichtungen hält, für unabdingbar, wenn man gute Forschung betreiben und im Wissenschaftssystem weiterkommen möchte.
Langfristiges Ziel: Professur
Katrin Berndts Arbeitsvertrag endet im Frühjahr 2013. Ihr langfristiges Ziel nach erfolgreich abgeschlossener Habilitation ist eine Professorenstelle. Ihre Chancen schätzt sie, nicht zuletzt aufgrund ihrer Kontakte, als gut ein. Und sollte es mit der Professur nicht sofort klappen, „kann ich erst einmal weiterhin als Beamtin auf Zeit oder über Drittmittelprojekte beschäftigt werden“, erklärt sie. Sollte sie in Deutschland auf keine Professur berufen werden, „dann steht mir der gesamte Arbeitsmarkt der Erwachsenenbildung der englischsprachigen Welt offen. Es gibt zahlreiche attraktive Möglichkeiten, meine Ziele im Ausland zu realisieren.“




