Aktiv im Altlastenbereich
Perspektiven nach der Wiedervereinigung: Bernd Krone sah in den Altlasten der DDR eine Möglichkeit, sich eine neue Existenz aufzubauen und hat sich mit seiner Firma IHU Geologie und Analytik erfolgreich selbständig gemacht.
Geologen prüfen, was getan werden muss, um den Standort wieder in einen vertretbaren Zustand zu bringen.
Foto: WillmyCC
Das erfordert auch viele Außeneinsätze und oftmals lange Arbeitszeiten. „Man muss robust sein in diesem Job und auch mit körperlich anstrengenden Tätigkeiten leben können. Zu unserer Unternehmensphilosophie gehört, dass auch Geologen oder Ingenieure bei Bauarbeiten und Probenentnahmen mit anpacken und nicht nur planend daneben stehen“, sagt der 58-Jährige.
Mut zur Selbständigkeit
Bernd Krone hatte 1975 sein Studium der Geowissenschaften an der Universität Greifswald abgeschlossen. Seinen ersten Arbeitsvertrag schloss er bereits während des Studiums ab, so wie es in der Staatswirtschaft üblich war. Bis zur Wiedervereinigung war er in der ehemaligen DDR an der Erkundung von Erdgaslagerstätten beteiligt. Dann kam die Wende und Krones Betrieb wurde aufgelöst.
Der Geologe musste deshalb handeln und tat sich mit anderen Geologen zusammen, die sich nach der Wiedervereinigung eine eigenständige privatwirtschaftliche Existenz aufbauen wollten. Sie gründeten das Ingenieurbüro IHU Geologie und Analytik in Stendal. Die drei großen Buchstaben stehen für Ingenieur-, Hydro- und Umweltgeologie. „Wir wurden geradezu mit der Nase auf die Umweltproblematik gestoßen“, sagt der Geologe, „weil wir schon zu DDR-Zeiten nach Rohstoffen wie Kies oder Ton gesucht hatten.
Viele Böden waren in den neuen Bundesländern mit Schwermetallen und Mineralölen belastet.“ Es gab viele kontaminierte Industriestandorte – die Gelegenheit für Bernd Krone und seine Partner, massiv in den Altlastenbereich einzusteigen. Das hatte neben dem Umweltgedanken natürlich auch wirtschaftliche Gesichtspunkte. Denn sie waren sich sicher, dass man damit Geld verdienen konnte.
Breites Fachwissen und Teamwork
Als kaufmännischer Geschäftsführer steht Bernd Krone zugleich an der Unternehmensspitze, zusammen mit dem Diplom-Physiker Uwe Stahl, der für die technische Leitung zuständig ist. Das Ingenieurbüro mit seinen rund 35 Mitarbeitern beschäftigt Experten in vielen Bereichen, bietet zum Beispiel auch Leistungen wie schalltechnische Gutachten, die mathematische Modellierung von Grundwasserströmungen oder landschaftspflegerische Begleitplanung an. Mit der langjährigen Berufserfahrung der älteren Mitarbeiter verbindet sich aktuelles theoretisches Wissen junger Hochschulabsolventen.
Außerdem haben sie tagtäglich mit Bauingenieuren, Chemikern, Geografen, Kartografen, Landschaftsarchitekten und -planern sowie Ökologen zu tun. „Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist wichtig auf diesem Gebiet“, sagt Bernd Krone. „Wir prüfen zum Beispiel Bauvorhaben und machen Umweltverträglichkeitsprüfungen für Industriestandorte. Dabei muss man auch über den eigenen Tellerrand schauen können, man muss teamfähig und aufgeschlossen gegenüber allen Naturwissenschaften sein. So sind bei bodenmechanischen Untersuchungen auch gute Kenntnisse in Physik erforderlich, beispielsweise was die Durchlässigkeit betrifft und damit die Ausbreitung bestimmter Stoffe.“
Schon im Studium, so rät Bernd Krone, sollte man entsprechende Schwerpunkte setzen und sich durch Fachlektüre auf dem Laufenden halten. „Man muss sich ergänzen und wissen, was in anderen Bereichen passiert. Wissenschafter, die lieber still vor sich hin tüfteln, sind in Forschungsinstituten besser aufgehoben.“





