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Bauingenieurin im Bereich energieeffizientes Bauen

Kompetenz statt Kosmetik

Das Thema Energiesparen ist in aller Munde — und sie hat täglich damit zu tun: Als selbstständige Bauingenieurin im Bereich energieeffizientes Bauen berät Karolin Welsow (33) in Bochum Bauherren, wie sie zum Beispiel bei Altbausanierungen wertvolle Ressourcen einsparen können.

Auf dem Bild ist eine Frau mit blonden Haaren. Sie trägt eine Brille.

Karolin Welsow hat Bauingenierwesen studiert und sagt von sich: "Ich wollte auf die Baustelle."

Foto: Privat

Dass auf dem Bau oft raue Sitten herrschen und die Branche männerdominiert ist, weiß Karolin Welsow längst. „Man muss sich schon behaupten“, gibt die junge Frau zu. „Wer sich für den Beruf als Bauingenieurin interessiert, trägt kaum hochhackige Schuhe und viel Make up auf der Baustelle. So wird man nicht ernst genommen.“ Doch für die 33-Jährige spielten solche Überlegungen eigentlich keine Rolle: „Ich habe nie darüber nachgedacht, ob es ein Männer- oder ein Frauenberuf ist“, erklärt die Energieberaterin. „Der Beruf muss einfach Spaß machen! Allein mit seinem Wissen kann man sich durchsetzen.“ Heute verständigt sie sich erfolgreich mit Architekten und Bauherren, hat aber auch die Erfahrung gemacht, dass manche Kunden sich durchaus freuen, einmal mit einer jungen Frau Sachfragen zu diskutieren und eine geeignete Lösung zu finden.

Nach ihrem Studium des Bauingenieurwesens an der Technischen Universität Dortmund arbeitete Karolin Welsow zunächst in einem Großkonzern im Marketing, spezialisierte sich dann aber auf Energieberatung. „Ich wollte auf die Baustelle.“ Schließlich nahm sie 2006 ihren Mut zusammen und machte sich mit einem Ingenieur- und Sachverständigenbüro im Bereich der Gebäudeenergieberatung selbstständig. „Ich bin sehr zufrieden damit“, meint die 33-Jährige – obwohl sie auch mal an Wochenenden arbeitet und selbst im Urlaub Laptop und Telefon immer dabei hat.

Energieberatung bei Modernisierung

Ihre Energieberatung ist vor allem im Wohnungsbau gefragt, wenn etwa Altbauten saniert werden. „Die Energiekosten sind sehr hoch, und Bauherren interessiert daran, diese Kosten zu senken“, erläutert sie. Vor Ort prüft sie also, welche Maßnahmen man ergreifen kann, um Energie zu sparen. „Das beginnt bei der Modernisierung der Gebäudehülle und geht bis zur Sanierung der Anlagentechnik.“ Ob eine Brennwertheizanlage eingebaut oder Fenster erneuert werden sollten – die Bauingenieurin weiß immer Rat. Auch bei Neubauten ist sie beratend tätig, gerade dann, wenn energieeffizient gebaut werden soll.

Um ihre Kunden auch weiterhin kompetent zu beraten, sei eine regelmäßige Weiterbildung sehr wichtig. Die Qualifizierung zur „staatlich anerkannten Sachverständigen für Schall- und Wärmeschutz“ hat sie bereits hinter sich, nun kann Karolin Welsow sich weiterqualifizieren, indem sie sich bei der Ingenieurkammer-Bau in einer weiteren Fachprüfung als Sachverständige „öffentlich bestellen und vereidigen“ lässt. Die Option zu promovieren hält sie sich ebenfalls offen: „Mit einer Promotion kann man sein Wissen nochmals in einem Fachgebiet vertiefen. Außerdem ist der Titel sehr angesehen.“

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