Innovation als Tagesgeschäft
"Gute Ideen haben, das ist ganz wichtig in meinem Job", sagt Christine Barth (38). Seit 2006 arbeitet sie als Business Development Managerin (BDM) bei der Interactive Digital Media GmbH in Lübeck und ist hauptsächlich dafür zuständig, Neukunden zu gewinnen.
Ein Business Development Manager muss auch persönliche Präsenz zeigen
Foto: Rehm
Immer mehr Unternehmen verschicken Kurznachrichten vom Computer aus, um ihre Kunden zu erreichen: Ob Promotion Codes für Angebote in der Modebranche oder Gutscheine in der Gastronomie. „SMS sind schneller, direkter und aufmerksamkeitsstärker als E-Mails, die oft mal liegen gelassen werden“, weiß Christine Barth. Die Firma ist auf mobile Unternehmenskommunikation und alternative Versandmöglichkeiten von Kurzmitteilungen spezialisiert. „Wir sind ein Mobile Messaging Spezialist, das heißt, wir haben uns auf alternative Versandmöglichkeiten von Kurzmitteilungen und mobile
Unternehmenskommunikation spezialisiert“ erklärt die 38-Jährige. „Unsere Kunden aus der ganzen Welt können vom Computer aus SMS kostengünstig und sicher an ihren eigenen Kundenstamm versenden.“ Um das zu erreichen, stellt die Firma der Diplom-Kauffrau ihren Auftraggebern eine spezielle Software zur Verfügung.
Für diese Software muss die Business Development Managerin Kunden finden – und damit neue Geschäftsfelder für ihr Unternehmen auftun. „Wir bewegen uns da natürlich in einem Geschäft in dem starke Konkurrenz herrscht und in dem immer wieder Innovationen gefragt sind“, macht Christine Barth deutlich. Deshalb ist es wichtig, dass sie stets darauf bedacht ist, Marketingchancen zu erkennen, wirtschaftlich zu denken und kreative Lösungen zu finden.
Gute Ideen haben
Beispiel Computerhersteller: Christine Barth hatte die Idee, „ihre“ Software auf den Geräten zu installieren – und zwar bevor diese ausgeliefert werden, sozusagen als Inklusiv-Angebot. Dafür hat sie zunächst überlegt, welche Hersteller in Frage kommen und dann einfach angerufen und gefragt, was sie tun müsse, um ihr Ziel zu erreichen. Anzeigen im Internet wären aufwendig und teuer gewesen. Mit einem Anruf allein ist es aber meist nicht getan: „Ich bin ständig im Gespräch mit Telekommunikationsanbietern, muss Verträge abschließen und auch persönlich Präsenz zeigen, um neue Auftraggeber zu gewinnen“, beschreibt die 38-Jährige ihre Aufgaben. Außerdem ist sie viel auf Messen und Fachseminaren, auch im Ausland, unterwegs, schaltet Anzeigen in Fachpublikationen und macht so auf ihr Unternehmen aufmerksam. „So gewinne ich neue Kunden, die vielleicht eine Anfrage senden“, sagt Christina Barth. Nach solchen Aktionen wertet die BDM aus: Wie ist der Rücklauf? Hat sie neue Kunden oder Partner gewonnen? Hat sich die Aktion auch finanziell gelohnt? „Wenn eine Anfrage bezüglich eines Angebots kommt, überlegen wir, wie wir das realisieren können“, schildert die 38-Jährige das Vorgehen. So auch bei Auftraggebern, aus dem Bankwesen, die aus Sicherheitsgründen auf den SMS Versand setzen, beispielsweise, um mobile TAN zu versenden.
Berufschancen im Ausland
Schon während ihres Studiums der Betriebswirtschaft an der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel hat sich Christine Barth auf die Gebiete Marketing und Innovationsmanagement spezialisiert. „Danach war ich unter anderem als Marketing Director und Vertriebsleiterin beschäftigt“, erklärt Christine Barth. „Bereiche, die man im Business Development beherrschen sollte“. Ihren ersten Job als BDM fand sie in den USA. „Ich habe für einen Handy- und Walkie-Talkie-Konzern den kalifornischen Markt erschlossen und Kundenbedarfsanalysen erstellt“, summiert sie ihre Aufgaben dort. Heute beschäftigen auch in Deutschland viele, vor allem kleine und mittelständische Unternehmen Business Development Manager, genau wie die Interactive Digital Media GmbH. Mittlerweile nutzen übrigens auch Ärzte die Software, um beispielsweise Terminbestätigungen per SMS zu versenden. „Innovation heißt eben, immer neu, immer anders, immer besser.“





