Mit Herzblut dabei
"Etwas Sinnvolles" wollte Simone Sellner (29) nach ihrem Studium machen. Jetzt arbeitet sie bei der Panda Fördergesellschaft für Umwelt, der Marketinggesellschaft des World Wide Fund for Nature (WWF) in Frankfurt, und betreut dort Unternehmen, die mit der Naturschutzorganisation kooperieren wollen.
Im Jahr des Tigers 2010 wurde der WWF beispielsweise durch eine Sonderbriefmarke der Deutschen Post unterstützt.
Foto: Rehm/WillmyCC
Nach ihrem dualen Studium „Dienstleistungsmanagement/Medienwirtschaft“ an der Dualen Hochschule Baden-Württemberg in Heidenheim und dem MüllerVerlag in Nürnberg war Simone Sellner bei einer Werbeagentur angestellt. „Nach vier Jahren wollte ich dann etwas anderes machen“, erinnert sich die 29-Jährige. Als sie eine Stellenanzeige vom WWF in Frankfurt entdeckte, zögerte sie nicht, bewarb sich und wurde genommen.
Seit September 2009 ist sie nun in der Abteilung Corporate Relations tätig und betreut die Partnerunternehmen. „Wir werden von vielen Stellen unterstützt“, erklärt sie, „in der Mehrheit von privaten Spenden, Stiftungen und eben auch von Unternehmen.“ Aber nicht jedes Unternehmen ist für eine Kooperation mit dem WWF geeignet. „Es gibt Ausschlussbranchen wie beispielsweise die Atom- oder die Waffenindustrie“, erklärt Simone Sellner. Und die, die von der Branche her passen, müssen zuerst einmal beweisen, dass sie auch den strengen Anforderungen des WWF standhalten. Hier kommt das Team Corporate Relations ins Spiel: „Wir gehen einen Maßnahmenkatalog durch und schauen, wie das Unternehmen im Bereich Umwelt aufgestellt ist“, erklärt sie. Welche Zertifikate hat das Unternehmen? Wo sind Standorte? Was wird wie produziert? Ein Hersteller von Druckerzeugnissen beispielsweise muss nachweisen, dass er Papier mit FSC-Siegel verwendet. Ist das noch nicht der Fall, aber das Interesse von Unternehmerseite, hier nachzubessern, ist vorhanden, hilft der WWF bei der Organisation und der Umstellung.
Briefmarken oder Adventskalender?
Wenn das Unternehmen so aufgestellt ist, dass es den Anforderungen gerecht wird, gilt es, eine passende Kooperation auszuhandeln. „Oft haben die Unternehmen schon ganz genaue Vorstellungen“, weiß Simone Sellner. Die „Deutsche Post“ beispielsweise hat 2010 im „Jahr des Tigers“ eine Sonderbriefmarke mit Tigermotiv herausgebracht. Von jeder verkauften Marke gingen 20 Cent direkt an den WWF. Die Confiserien Hussel haben im gleichen Jahr einen eigens kreierten Schokoladen-Adventskalender mit Tiger-Motiv verkauft und jeweils mit einem Euro pro Kalender den WWF unterstützt. Die Umweltbank gibt für jeden Neukunden 5 Euro an die Naturschutzorganisation, zur Pflanzung und Pflege von Setzlingen im Regenwald von Borneo. „Das ist eine Win-Win-Situation“, weiß die Nürnbergerin. „Der WWF erhält finanzielle Unterstützung, und die Unternehmen können ihr Engagement mit dem Panda-Siegel vom WWF auch nach außen kommunizieren.“
Für ihre Arbeit ist die WWF-Mitarbeiterin etwa zwei Tage pro Woche in ganz Deutschland unterwegs. Sie führt persönliche Gespräche mit den kooperierenden Firmen oder schaut sich die Produktion der Unternehmen an, die an einer Kooperation interessiert sind. Bei all dem ist natürlich Teamarbeit gefragt. „Die natur- oder ingenieurwissenschaftlichen Kenntnisse, die man für manche Branchen braucht, habe ich nicht. Aber wir sind in unserem Team sehr gut vernetzt und haben innerhalb des WWF eigentlich für jede Frage einen kompetenten Ansprechpartner“, erklärt sie.
An ihrer Arbeit gefällt ihr nicht nur der sinnvolle Hintergrund, sondern vor allem die Abwechslung. „Man hat immer wieder mit anderen Produkten und anderen Branchen zu tun und lernt dadurch sehr viel“, schwärmt sie. „Und besonders schön ist es auch zu sehen, mit wie viel Herzblut die Ansprechpartner bei den Unternehmen die Kooperation angehen.“





