Neues gestalten
Im Auftrag ihrer Kunden entwickelt Katja Becker (34) immer wieder Neues. Die selbstständige Kommunikationsdesignerin aus Köln hat sich auf die Designberatung in den Bereichen Markenentwicklung, Corporate Design und Unternehmenskommunikation spezialisiert.
Die freiberufliche Kommunikationsdesignerin Katja Becker an ihrem Arbeitsplatz.
Foto: Privat
Zu ihren Kunden zählen Hilfsorganisationen und Bildungseinrichtungen ebenso wie Bestattungsunternehmen oder Airlines. Ein wichtiger Aufgabenbereich in ihrem Berufsalltag ist die Konzeptentwicklung. Die 34-Jährige entwirft beispielsweise neue Corporate Designs für Unternehmen und Organisationen und beschreibt, wie und in welchen Schritten sie eingeführt werden können.
Abstimmung mit dem Kunden
„Als Corporate Design wird das gesamte visuelle Erscheinungsbild eines Unternehmens oder einer Organisation bezeichnet – angefangen beim Logo über das Kundenmagazin bis hin zum Layout des E-Mail-Newsletters“, erklärt Katja Becker. Passend zu den Vorstellungen ihrer Auftraggeber wählt sie Schriften, Bilder und Motive aus und legt ein bestimmtes Farbkonzept fest. „Die Entwürfe, die ich am Rechner gestalte, präsentiere ich dem Kunden und stelle sie in enger Abstimmung mit meinen Auftraggebern fertig.“
Als Selbstständige muss sich die Designerin nicht nur um die gestalterische Arbeit kümmern, sondern auch um die Kunden-Akquise. Angebote für Kunden und die Rechnungen schreibt sie selbst, die Buchführung hat Katja Becker ausgelagert. Außerdem berät sie sich gelegentlich mit einem Rechtsanwalt. Wenn es zum Beispiel darum geht, einen Vertrag für einen größeren Auftrag zu unterschreiben, müssen alle Bedingungen vorab geklärt sein: Wie viele Korrekturphasen darf der Kunde verlangen? Wie lange darf er das Logo nutzen? Wer wird haftbar gemacht, wenn es etwa beim Druck einer Broschüre Probleme gibt, hohe Kosten entstehen, das Produkt jedoch nicht zu gebrauchen ist?
Spaß am selbstständigen Arbeiten
Katja Becker hat sich an der privaten, kostenpflichtigen „ecosign Akademie für Gestaltung“ in Köln zur Kommunikationsdesignerin mit dem Schwerpunkt Nachhaltigkeit und Ökologie qualifiziert. Nach ihrem Abschluss arbeitete sie drei Jahre lang festangestellt in einer Werbeagentur, wo sie für die Gestaltung von Printprodukten und Webauftritten zuständig war. „Ich wollte mich dann aber gerne noch im Bereich Strategie und Beratung weiterbilden“, sagt sie und bewarb sich deshalb 2005 für den Masterstudiengang „Kommunikationsdesign mit dem Schwerpunkt Unternehmenskommunikation“ an der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Gestaltung (HTWG) in Konstanz.
Ihre Mappe, die sie für die Bewerbung vorlegen musste, überzeugte. Aber da ihr Diplom von der „ecosign Akademie“ nicht staatlich anerkannt war, bekam sie den Studienplatz damals nur dank Sondergenehmigung, sozusagen als Ausnahme wegen besonderer künstlerischer Leistungen. Noch im gleichen Jahr machte sie sich mit ihrer Agentur selbstständig. Dass ihr die Freiberuflichkeit liegt, hatte Katja Becker bereits im Studium festgestellt: Im Rahmen ihrer Abschlussarbeit hatte sie eine Ausstellung zum Thema „Die Farbe Weiß“ konzipiert, für die sie eigenständig Sponsoren gesucht, Werbematerialien, Internetseiten und einen Katalog gestaltet hat. „Das selbstständige Arbeiten hat mir viel Spaß gemacht. Außerdem mag ich es, mit meinen Kunden persönlich in Kontakt treten zu können. Als festangestellte Designerin hat man dazu nur wenige Chancen, denn die Präsentation beim Kunden übernehmen meist der Kontakter oder die Geschäftsführung der Agentur.“
Nach dem Studium oder einigen Jahren Agenturerfahrung in die Selbstständigkeit zu starten, ist in ihrem Beruf nichts Ungewöhnliches. Das weiß Katja Becker inzwischen aus eigener Erfahrung. „Wir haben festgestellt, dass es eine sehr junge kreative Szene gibt. Viele Designer gründen sofort nach dem Studium ein Büro in Städten wie Berlin, Düsseldorf oder Köln. Die Erfolgskriterien sind eine sehr gute Ausbildung und ein hohes Engagement. Man muss für Neues offen und sehr motiviert sein“, fasst sie zusammen.




