"Ein Gestaltungs-Allrounder sein"
Eine professionell gestaltete Speisekarte? Die Ausarbeitung eines Corporate Designs samt Logo und Homepage? Ein fotorealistisches Graffiti für die Ladenfassade? Für den studierten Kommunikationsdesigner Marten Dalimot kein Problem. Der 30-Jährige ist in seinem Beruf seit fast fünf Jahren erfolgreich selbstständig mit der Kreativagentur Mindstates in Duisburg.
EIn fotorealistisches Auftragsgraffiti, das Marten Dalimot angefertigt hat.
Foto: Marten Dalimot
Mit Graffiti fing alles an: Seine Leidenschaft dafür hat Marten Dalimot auf die Idee gebracht, einen gestalterischen Studiengang zu wählen – und auch heute, als Inhaber der Kreativagentur Mindstates in Duisburg, ist er nach wie vor als Graffitikünstler gefragt. „Auftragsgraffiti sind unser Bonusprodukt“, erklärt der Kommunikationsdesigner, „die Nachfrage danach steigt, ein Auftrag ergibt oft schon den nächsten.“ Beispielsweise hat ihn ein Hersteller von Klemmfittings – das sind Verbindungsstücke in Rohrsystemen – angeheuert, ausgewählte Firmenprodukte im Foyer des Betriebs im großen Stil an die Wand zu sprayen. „Dieses Unternehmen hat uns wiederum an einen Autohändler weiterempfohlen, der uns für ein Kundenevent gebucht hat“, erzählt der 30-Jährige. Natürlich bietet Mindstates auch die alten und neuen „Werbeklassiker“ an: im Printbereich Produkte wie Speise- und Visitenkarten, Flyer, Broschüren oder Plakate, im Online-Bereich die Gestaltung von Webseiten oder Auftritten in sozialen Netzwerken. Und auch die Entwicklung von Lösungen im Bereich Corporate Identity zählen zum Portfolio. „Ich finde es wichtig, dass man die ganze Brandbreite der visuellen Kommunikation anbieten kann“, sagt Marten Dalimot. „Die handwerklichen Grundlagen in Schriftsatz, Zeichnen, Fotografie, Film, Drucktechniken und Webdesign, die ich dafür brauche, habe ich im Studium an die Hand bekommen.“
Schon während des Studiums an der Hochschule Niederrhein in Krefeld hat der gebürtige Duisburger zusammen mit einem Jugendfreund ein Textillabel gegründet und T-Shirts gedruckt. Da war der Schritt in die Selbstständigkeit nach seinem Diplomabschluss Ende 2006 auch nicht mehr groß, ein gewisser Kundenstamm bereits vorhanden. „Mit meinem Geschäftspartner habe ich mich damals über Existenzgründung informiert“, erinnert er sich. Ein bei der Beraterbörse der KfW Bankengruppe gelisteter Gründercoach unterstützte sie dabei; zum Beraterhonorar erhielten sie einen Zuschuss. Anfang 2007 gründeten sie schließlich Mindstates und zogen in ein Ladenlokal in der Duisburger Innenstadt. „Einen Kredit haben wir nicht aufnehmen müssen. Außer der Miete braucht man als Kommunikationsdesigner nicht viel: Am wichtigsten sind Rechner, Software und Schreibtische“, lacht er. Seit Mai 2011 führt der 30-Jährige die Agentur als „Ein-Mann-Unternehmen“ und greift für seine Projekte auf Freiberufler und Kooperationspartner, zum Beispiel Programmierfirmen oder Druckereien, zurück.
Einen typischen Arbeitstag gibt es bei Marten Dalimot nur bedingt: „Manchmal arbeite ich mehr im Büro an den verschiedenen Projekten oder kümmere mich um die Buchhaltung, dann wieder fahre ich auf ‚Baustellen‘ und gestalte Graffitis, oder ich bin für Besprechungen bei Kunden.“ Dazu zählen neben Unternehmen auch städtische Einrichtungen und Privatleute. Auf dem Laufenden, was neue Entwicklungen angeht, bleibt er etwa durch den Austausch mit Kollegen, aber auch übers Internet.
Vorsprung durch Praktikum
Nach Abitur und Zivildienst hat Marten Dalimot zunächst ein achtmonatiges Praktikum bei einer Werbeagentur absolviert, um das Berufsfeld von Kommunikationsdesignern genauer kennenzulernen. Parallel zum Praktikum hat er einen Mappenkurs besucht und bei drei Hochschulen die künstlerisch-gestalterische Eignungsprüfung angetreten. Bestanden hat er sie an der FH Münster. „Mit dem Ergebnis aus der Eignungsprüfung habe ich mich nicht nur an der FH Münster, sondern auch an der Hochschule Niederrhein um einen Studienplatz beworben“, sagt er. In Nordrhein-Westfalen ist es bislang möglich, sich mit einer bestandenen Eignungsprüfung auch an anderen Hochschulen des Bundeslandes um einen Studienplatz zu bewerben. Bei Marten Dalimot hat es schließlich an der Krefelder Hochschule geklappt.
Abiturienten, die sich für ein Kommunikationsdesignstudium interessieren, empfiehlt er, vorher ein Praktikum zu machen. „Nicht nur, weil es in vielen Designstudiengängen Voraussetzung ist, sondern weil man dadurch Einblicke in den Beruf gewinnen und Erfahrungen sammeln kann. Außerdem kann man nebenbei an seiner Mappe arbeiten und lernt die wichtigste Software vorab kennen, beispielsweise InDesign oder Photoshop.“ Marten Dalimot jedenfalls ist mit seinem beruflichen Werdegang auch heute noch „rundum zufrieden“. Allerdings möchte er in Zukunft nicht nur lokal, sondern vermehrt auch bundesweit oder sogar international aktiv sein.





